Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Cool down: Aufgeheizte Städte brauchen Abkühlung

21.07.2010
Schon zur Monatsmitte war es absehbar: Der Juli 2010 wird vermutlich der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Vor allem in den Städten kühlt es nachts nicht mehr ab, so dass die Menschen bei tropischen Nächten von über 25 Grad Celsius kaum erholsamen Schlaf finden und durch die anhaltende Kreislaufbelastung 50 Prozent mehr Menschen sterben als sonst.

Anzeige

Klimaforscher sprechen bereits von einer "unsichtbaren Naturkatastrophe". In einem Interview mit ZDFonline beschreibt Klimatologe Prof. Wilfried Endlicher, wie drastisch das Phänomen der "städtischen Wärmeinsel" bei sommerlichen Hitzewetterlagen sein kann: "In Berlin zum Beispiel kann es gerade an wolkenarmen Tagen zwischen zehn und elf Grad Celsius wärmer werden als in der ländlichen Umgebung. Im jährlichen Mittel macht der Unterschied in der Regel etwa drei Grad aus - in heißen Sommernächten mehr als das Dreifache."


Deshalb müssten Städte auf lange Sicht planmäßig durch städtebauliche Maßnahmen, wie beispielsweise den Schatten von Parks und Alleen sowie unbebaute Flächen in bestimmter Anordnung, abgekühlt werden. "Durch ein Netz an Kaltluftschneisen kann ein Stadtzentrum vor Überhitzung geschützt werden. Eine intelligente Bauleitplanung sichert diese ‚Atemwege' vor Bebauung. Städte, denen die Vermarktung der Immobilien wichtiger war, leiden nun an Atemnot", bestätigt Prof. Dr. Martina Klärle, Professorin für Landmanagement, Fachhochschule Frankfurt.

Um für eine solche intelligente Bauleitplanung die richtigen Strukturen zu finden, werden unter anderem 3D-Stadtmodelle gebraucht. Sie bilden Baukörper auch in ihrem Volumen ab, so dass Städteplaner, Architekten und Umweltexperten Fragen des Mikroklimas, aber auch die Ausbreitung von Schadstoffen daran untersuchen können. Bei hochauflösenden 3D-Modellen lassen sich sogar verglaste Flächen ermitteln und in gewissem Umfang auch Aussagen zu verwendeten Baumaterialien treffen. Neue Potenziale solcher 3D-Stadtmodelle werden auf der INTERGEO vom 5. bis 7. Oktober 2010 in Köln vorgestellt.

"Die weltweit größte Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement steht unter dem Motto ,Wissen und Handeln für die Erde' und stellt sich somit auch den Herausforderungen des Klimawandels in den Städten", sagt Olaf Freier, Geschäftsführer der HINTE GmbH und Organisator der INTERGEO, und er ergänzt: "Klimafragen und Umwelteinflüsse lassen sich zudem sehr gut mit großräumigen 3D-Modellen untersuchen, simulieren und darstellen. Ein weltweites digitales, bis auf zwei Meter genaues Höhenmodell, wie es mit dem deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X und dem gerade gestarteten Tandem-X in den nächsten fünf Jahren erfasst wird, erweitert die Möglichkeiten erheblich. Ozeanografen, Hydrologen und Klimaforscher können dadurch existierende Modelle und Methoden weiter verbessern." Freier kündigt an, dass auf der INTERGEO im Kongress erste Ergebnisse präsentiert werden und dass Aussteller Aufnahmetechnik, Bildmaterial und Softwareentwicklungen unter anderem zur Generierung visueller Ergebnisse zeigen.

Dr. Wolfgang Steinborn vom DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, nennt einen weiteren Aspekt: "Die Geoinformations-Technik bietet zunehmend mehrstufige Prozesse an, mit denen man von der globalen zur lokalen Problembehandlung kommt und umgekehrt: Das Satellitenbild sorgt für den großflächigen Kontext und die priorisierte Vorauswahl, mit der der Aufwand für Vor-Ort-Messungen extrem gesenkt wird. Die neuen, einheitlichen Produkte der europäischen Initiative GMES zur Umwelt- und Sicherheitsüberwachung wie zum Beispiel der ,Urban Atlas' helfen bei der Beurteilung der Baupolitik im internationalen Vergleich und tragen zu Fehlerbehebungen bei." So stelle der aus Tausenden von Satellitenaufnahmen zusammengestellte Atlas detailreiche digitale Karten über Flächennutzung und Bodenbedeckung in Städten zur Verfügung. Steinborn: "Der ,Urban Atlas', in dem alle größeren Städte der EU mit ihrem Umland bis 2011 erfasst werden, ermöglicht es Stadtplanern, Auswirkungen des Klimawandels besser zu bewerten und seine Folgen abzuschwächen."

Der DVW e.V. - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement veranstaltet die INTERGEO vom 5. bis 7. Oktober 2010 in Köln.

Pressekontakt:
HINTE Marketing & Media GmbH
Ursula Rubenbauer
Fon: +49 (0)721/831 424-460
E-Mail: urubenbauer@hinte-marketing.de

Ursula Rubenbauer | Quelle: HINTE Marketing & Media GmbH
Weitere Informationen: www.intergeo.de
www.hinte-messe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wir sind Übermorgenmacher
07.02.2012 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Notunterkünfte für Katastrophengebiete
07.02.2012 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler machen Eisen durchsichtig


Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden

Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?

09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

09.02.2012 | Studien Analysen

Ocean warming causes elephant seals to dive deeper

09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp