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Ziel erreicht: Junge Uni baut drei Häuser in fünf Tagen

04.11.2008
Beim Ferienprojekt "Hausbau mit Hammer, Nagel und Chemie" der Jungen Universität in Heidelberg entstanden letzte Woche auf dem Campus Im Neuenheimer Feld drei Häuser

Im Rahmen des Ferienprojekts "Hausbau mit Hammer, Nagel und Chemie" der Jungen Universität in Heidelberg entstanden letzte Woche auf dem Campus Im Neuenheimer Feld drei Häuser. Von der Sicherstellung des Fundaments bis zum Ytong-Mauerwerk ganz entsprechend der Planung: Die Schüler bewiesen Teamfähigkeit, Ausdauer und Ehrgeiz und erreichten so das gesetzte Ziel. Bei der Abschlusspräsentation blickte man in stolze Gesichter: "Es war eine tolle Zeit, wir haben viel gelernt!"

Am Montag vergangener Woche stellten sich 21 Schüler im Alter zwischen 13 und 16 Jahren einer großen Herausforderung: Innerhalb von nur fünf Tagen sollte der Auftrag der fiktiven Firma KNEMAbau erfüllt werden. Von dem Erfolg des jungen Teams kann man sich auf dem Campus Im Neuenheimer Feld überzeugen: Die drei Häuser "in massiver Bauweise" konnten planmäßig fertig gestellt werden. Dass die jungen Baudamen und -herren neben chemischen Fertigkeiten und Bautalent auch kreatives Können bewiesen, sieht man den bunt geschmückten Häusern an. Auch wenn sie mit einer Höhe von 1,75 Meter und zwei Metern Breite zum Wohnen ungeeignet sind, setzen sie auf dem Campus neue Farbakzente.

Die Schüler, die sich in ihren Herbstferien gerne diesem anspruchsvollen Projekt widmeten, lernten nicht nur, wie ein Fundament gelegt und Ton verarbeitet wird, auch die Wissenschaft dahinter wurde für sie zu einem Hautnah-Erlebnis. Unter Anleitung von Julia Schubert, Studentin der Chemie und Biologie, wurde im Labor des Theoretikums rund um Kalkbrennen, Porenbeton und Mörtel experimentiert. Die dabei entstandenen Füllmaterialien konnten anschließend zum Hausbau verwendet werden.

Das Pilotprojekt "Hausbau mit Hammer, Nagel und Chemie" wurde von der Arbeitsgruppe "Didaktik der Naturwissenschaften" um Dr. Nicole Marmé vom Physikalisch-Chemischen Institut ausgearbeitet. Die Gruppe setzte sich vor zwei Jahren zum Ziel, neue Methoden der Unterrichtsgestaltung in den naturwissenschaftlichen Fächern zu entwickeln. Zudem soll mit ihren Projekten frühzeitig die Freude an Wissenschaft und Forschung geweckt werden.

Dass das Konzept greift, beweist die durchweg positive Resonanz sowohl von Seiten der Schüler als auch der Organisatoren. Nicole Marmé lobte die motivierte Mitarbeit der Kinder trotz ungemütlichen Herbstwetters und stellte fest, dass "junge Menschen sehr gut eigenständig und verantwortungsvoll arbeiten können".

Wie wichtig Erleben und Spaß beim praktischen Lernen seien, betonte Dr. Jörg Kraus aus dem Forschungsdezernat der Universität Heidelberg und Initiator der Kinderuniversität bei seiner Begrüßung anlässlich der Präsentation. Er lobte die gelungene Zusammenarbeit der jungen "Häusle-Bauer" und dankte vor allem Dr. Jens-Peter Knemeyer (DKFZ) und Dr. Nicole Marmé für Idee und Durchführung, außerdem dem Life Science Lab des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Schon jetzt werden jährlich über 10.000 Kinder, Jugendliche und Studieninteressierte von dem breiten Angebot der Jungen Universität in Heidelberg angesprochen. Von der Kinderuniversität über die "MINTmachen Schule", eine Förderung von Mathematik und Informatik für Schülerinnen und Schüler, bis hin zu den Orientierungstagen gibt es Aktivitäten für alle Altersgruppen. Im Focus steht der Ausbau von Austauschbeziehungen zwischen Bildungseinrichtungen, an dem sich mit großem Engagement inzwischen fast alle Fakultäten beteiligen.

Das Projekt erfuhr auch Unterstützung von Firmen aus der Region mit zwei Fachkräften, die den jungen Bauern Theorie und Praxis näher brachten, und entsprechendem Material und Werkzeug. So gilt besonderer Dank den Firmen Xella, Creaton, HeidelbergCement und Näher.

Irina Peter

Rückfragen bitte an:
Dr. Nicole Marmé
Physikalisch-Chemisches Institut
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 229, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 545044
nicole.marme@pci.uni-heidelberg.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
Tel. 06221 542310, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
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http://www.uni-heidelberg.de/presse

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