Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Haus Energie gewinnt: Altes Gebäude wird Plus-Energie-Haus

02.06.2014

Professor Dr. Rainer Hirn von der FHWS zeigt auf, dass energetische Sanierung von Altbauten wirklich funktioniert

Am 1. Mai 2014 ist die Energie-Einspar-Verordnung 2014 in Kraft getreten: Neubauten sollen mit weniger Energie auskommen, für bestehende Gebäude müssen bei Verkauf oder Vermietung künftig Angaben gemacht werden über die Art des Energieausweises mit einem Bedarfs- oder Verbrauchsausweis, dem entsprechenden Kennwert über den Endenergiebedarf und Energieverbrauchskennwert, das Baujahr, und es müssen Angaben gemacht werden zur Befeuerungsart.


Das fertiggestellte Plus-Energiehaus.

(Foto FHWS / Hirn)


Das historische Gebäude in seinem Zustand von vor sechs Jahren.

(Foto FHWS / Hirn)

Doch dieses neue Gesetz war nicht der Anreiz für Professor Dr. Rainer Hirn von der Fakultät Elektrotechnik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt: Seine Frau Margret Simmelbauer übernahm vor sechs Jahren von ihrer Oma ein älteres Haus in Veitshöchheim. Im Zuge der nötigen Renovierung hatten sie sich für eine umfassende energetische Sanierung entschieden.

Der Einsatz von „Mensch und Material“ zahlte sich gleich mehrfach aus: Zum einen gewann die fünfköpfige Familie den Preis für den klimafreundlichsten Haushalt 2013 Veitshöchheims, das der Bürgermeister Rainer Kinzkofer und der Klimaschutzmanager Jochen Spieß mit 1.000 Euro ausgelobt hatten (und das das Ehepaar gleich für ein nachhaltiges Projekt spendete).

Zum anderen hatten sie es geschafft, das dreißig Jahre alte Gebäude mit 230 Quadratmetern Wohnfläche in ein funktionierendes Plus-Energie-Haus zu verwandeln. Familie Hirn / Simmelbauer plante dazu ihre Sanierung mit dem Passivhaus-Projektierungs-Paket des Passivhaus Instituts der TU Darmstadt (www.passiv.de). Mit großem Einsatz und viel Eigenleis-tung wurde das Haus mit dickem Vollwärmeschutz, einer Wärmepumpe, einer 72 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage, einer Solarthermieanlage, Fenster mit Dreifachverglasung und einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Die Direktverdampfer Erdreich-Wärmepumpe erreichte z.B. eine Jahresarbeitszahl von 4.4, d.h. aus einer Kilowattstunde Strom erzeugte sie 4.4 Kilowattstunden Heizwärme. In den vergangenen zwölf Monaten benötigte das fertige Haus jetzt nur noch 185 Euro Strom für die Heizung und fast schon vernachlässigbare 35 Euro Strom für die gesamte Warmwasserbereitung der fünfköpfigen Familie.

Im letzten Jahr wurde durch die Photovoltaikanlage des Gebäudes, das nun keinen Gasanschluss mehr besitzt, nach Abzug des Eigenverbrauchs ein Stromüberschuss von 8000 Kilowattstunden in das Verbundnetz eingespeist.

Im Gegenzug mussten aus dem Netz im gleichen Zeitraum nur noch 2500 Kilowattsunden Strom bezogen werden. Insgesamt ein sehr deutlicher Überschuss – das Haus verdiente tatsächlich sein eigenes Geld. Mit diesem Überschuss, der einer Energie von etwa 800 Liter Benzin entspricht, wird wohl in nicht zu ferner Zukunft das familieneigene Elektrofahrzeug betrieben werden.

Als weiteren schönen Nebeneffekt sieht Hirn, dass seine drei Kinder mit dem Energiespargedanken aufwachsen und schon wissen, wieviel Strom z.B. ihre X-Box Spielkonsole benötigt oder wann man am umweltverträglichsten das geliebte Vollbad einlaufen lassen kann.

Weitere Informationen:

http://www.fhws.de

Katja Klein | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“
25.04.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bäume mit Grasflächen mildern Sommerhitze
23.04.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics