Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Visionen für den Oman – Made in Austria

01.02.2012
Ein ganzes Land wird neu geplant: Die Nationale Raumentwicklungsstrategie für den Oman wird vom österreichischen Konsortium unter Federführung der TU Wien entworfen.

Das Erdöl hat es möglich gemacht: Der Oman hat in den letzten vierzig Jahren eine ungeheure wirtschaftliche Wachstumsphase erlebt. Es wird geplant, investiert, gebaut – bisher aber ohne übergreifendes Raumplanungskonzept.


Gebaut wird im Oman eifrig - hier soll ein Parlamantsgebäude entstehen. TU Wien

Die Erstellung eines solchen Konzeptes wurde vom Sultanat im Osten der arabischen Halbinsel öffentlich ausgeschrieben, den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus Österreich. Das wissenschaftliche Projektmanagement liegt bei der TU Wien.

Beteiligt sind weiters die österreichischen Firmen PRISMA solutions, CEIT Central European Institute of Technology, freiland CE ltd. und die IBV Fallast Transport Planning Consultancy sowie das omanische Partnerunternehmen Consatt ltd. Unterstützt werden die österreichischen Experten außerdem von einem hochkarätigen internationalen Beratungsgremium. Das Projektvolumen beträgt umgerechnet rund zehn Millionen Euro.

Politik braucht Raum-Konzepte

„Wenn strategische Entscheidungen für ein ganzes Land getroffen werden, hat das immer mit raumbezogenen Auswirkungen zu tun“, erklärt Thomas Dillinger vom Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung. Wie kann die Siedlungs- und Raumstruktur aussehen? Welche Gebiete eignen sich als Wirtschafts- und Produktionsstandorte? Welche Konzepte braucht man im der Verkehrsplanung, im Tourismus oder im Bildungs- oder Gesundheitsbereich? All diese Fragen sollen in den nächsten drei Jahren in einer Nationalen Raumentwicklungsstrategie für den Oman geklärt werden. Wenn der Sultan und seine Minister das Konzept beschließen, wird es den Oman sehr nachhaltig prägen: Der Zeithorizont der Nationalen Raumentwicklungsstrategien erstreckt sich über die nächsten dreißig Jahre.

Im Eiltempo ins 21. Jahrhundert

„In den letzten vier Jahrzehnten hat sich der Oman sehr dynamisch entwickelt – von einer fast mittelalterlichen Infrastruktur direkt ins einundzwanzigste Jahrhundert“, sagt Klaus Semsroth, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung (TU Wien). Wenn die Strukturen eines ganzen Staates so schnell ausgebaut werden, anstatt wie in Zentraleuropa über Jahrhunderte stetig zu wachsen, geht der Blick für die Zusammenhänge und das große Ganze leicht verloren. Doch die Regierung des Oman hat erkannt, dass man für die zukünftigen Herausforderungen des Landes klar definierte Strategien braucht – Wachstum alleine ist nicht genug.

Raumplanung geschieht auf verschiedenen Ebenen. Der Bogen reicht von der Nationalen Raumentwicklungsstrategie für Jahrzehnte über Rahmenkonzepte für einzelne Regionen bis zur ganz konkreten stadtplanerischen Entscheidung – etwa der Frage, wo Wohngebiete und wo Industriestandort entstehen soll. Nicht alles wird vom österreichischen Konsortium übernommen. Auf regionaler Ebene entstehen in Zusammenarbeit mit Experten aus dem Oman Regionale Raumentwicklungsstrategien, die in das große nationale Gesamtkonzept eingefügt werden.

Daten erheben, Entscheidungen treffen

„Vorerst sind aber noch nicht alle nötigen Daten verfügbar, die man für so ein gewaltiges Planungsprojekt braucht“, erklärt Thomas Dillinger. Zunächst sollen daher raumbezogene Daten gesammelt und aufbereitet werden: Sozioökonomische Daten, Infrastruktur- und Umweltdaten fließen in eine große Geo-Datenbank ein, die als Unterstützung für künftige Entscheidungen dienen wird.

Pläne umsetzten

Mit einem Konzept ist der erste Schritt zur Lösung von Problemen getan. Das österreichische Konsortium soll sicherstellen, dass die Planungsideen umgesetzt werden. Dazu ist es notwendig, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen im Oman zu studieren und möglicherweise organisatorische Verbesserungsvorschläge zu bringen. Darüber hinaus soll im Oman sowohl in der Verwaltung als auch im universitären Bereich raumplanerische Kompetenz aufgebaut werden. „Zweifellos wird es wissenschaftlich zu einem vielfältigen Austausch kommen. Wobei bei der Konzipierung einer Strategie für den Oman neue Methoden wissenschaftlich beschritten werden müssen. Diese Erkenntnisse werden in der Weiterentwicklung des Fachgebietes Raumplanung angewandt und bringen den Studierenden einen zusätzlichen qualitativen Mehrwert“, ist Thomas Dillinger sicher. „Der Oman bekommt zukunftsweisende Pläne – und wir haben die Gelegenheit, ein wissenschaftlich ungeheuer spannendes Projekt in die Hand zu nehmen, das in der Scientific Community mit großem Interesse mitverfolgt wird.“

Rückfragehinweis:
Dr. Thomas Dillinger
Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
+43-1-58801-280702
thomas.dillinger@tuwien.ac.at

Dr. Florian Aigner | Technische Universität Wien
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit
18.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“
17.01.2017 | EML European Media Laboratory GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie