Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unsichtbaren Klebstoff sehen

05.05.2009
Bei der Herstellung von Spanplatten kommt es auf die richtige Verteilung des Klebstoffs auf den Holzspänen an. Forscher entwickeln jetzt ein Messverfahren, mit dem man den Klebstoffauftrag während der laufenden Produktion kontrollieren kann.

Sie dienen als Fußboden im Dachgeschoss, als praktische Wandkonstruktionen oder als Verpackungsmaterial – Spanplatten. Designer wie Innenarchitekten schätzen den natürlichen Look.

Hergestellt werden die Platten zunehmend auch aus Holzresten. Verwendet man Späne mit definierter Größe, spricht man von OSB-Platten, kurz für »oriented strand board«. Mit Klebstoff vermischt und in mehreren Lagen zu einem Vlies gestreut, wandern die Späne auf einem Endlosband in eine Presse. Unter großem Druck und bei hohen Temperaturen entstehen die Platten.

Hersteller von OSB-Platten müssen immer auf die richtige Mischung achten: Verwenden sie zu wenig Klebstoff oder verteilt er sich nicht optimal auf den Spänen, werden die Platten nicht fest genug. Doch der Spezialklebstoff ist teuer und macht etwa ein Drittel der Herstellungskosten aus. Wer zu viel Klebstoff einsetzt, verbrennt quasi Geld. Forscher am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI helfen gemeinsam mit Kollegen des Reutlingen Research Instituts RRI den Herstellern bei der optimalen Verteilung. »Wir messen mit Hilfe einer Spezialoptik, wie gut der Klebstoff verteilt ist«, sagt Burkhard Plinke, Projektleiter am WKI. Bisher verwenden die Hersteller dafür teure Farbstoffe: Diese mischen sie dem Klebstoff bei und kontrollieren so, wie er sich in der Platte verteilt.

Auf diese Weise sind jedoch nur Stichproben möglich. Mit der neuen Methode könnten die Messungen künftig kontinuierlich während der laufenden Produktion erfolgen. Ein Zeilenspektrograph, also eine Kamera mit eingebauter Spezialoptik, scannt die Oberfläche des Spänevlieses ab, bevor es in die Presse kommt. Dabei nimmt die Kamera das Bild eines schmalen Ausschnitts über die gesamte Breite des Formstrangs auf. Die Optik erfasst das Licht aus dem nahen Infrarotbereich: Bei diesen Wellenlängen lassen sich die Klebstoffe vom Holz unterscheiden. »Ein Rechner speichert die Daten und wertet sie quasi online aus, bevor das Spänevlies in die Presse transportiert wird. Die Daten geben Auskunft darüber, an welchen Punkten die Späne beleimt sind und an welchen nicht«, sagt Plinke.

Mit dem neuen Messverfahren könnten Hersteller von OSB-Platten die Verteilung des Klebstoffes künftig online überwachen und Unregelmäßigkeiten schnell erkennen. So sparen sie Kosten und können ihre Produktionsverfahren weiter optimieren. Auf der Messe Ligna vom 18. bis 22. Mai in Hannover stellen die Forscher das Messverfahren vor (Halle 27, Stand J35).

Burkhard Plinke | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.wki.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Forschungsprojekt: Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden
17.07.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht „Mein Ideenhaus“ – Das neue Aktionshaus von Baufritz
10.07.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops