Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teile der ehemaligen Berliner Grenzmauer kommen an die BTU

30.07.2010
Wissenschaftler entwickeln „Stress-Test“ für die Mauer in der Bernauer Straße

Am heutigen Freitag, 30. Juli 2010 werden fünf Segmente der Berliner Mauer in Vorbereitung einer Belastungsprüfung des vorhandenen Grenzmauerabschnittes der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße an die BTU Cottbus angeliefert.

Die 3,60 Meter hohen und 2,7 Tonnen schweren Stahlbetonfertigteile waren als „Vorderes Sperrelement“ Bestandteil der Berliner Grenzanlagen und werden zur Vorbereitung der später folgenden „in situ“-Tests in Berlin benötigt.

Die Forschungs- und Materialprüfanlage (FMPA) und der Lehrstuhl Tragwerkslehre und Tragkonstruktion der BTU haben den Auftrag, mit diesen Elementen einen „Stress-Test“ für die Mauer in der Bernauer Straße zu entwickeln. Dadurch werden mindestens ein Paar dieser Teile in der FMPA buchstäblich kaputt gemacht.

Der Mauerabschnitt im neuen Erweiterungsgelände der Gedenkstätte Berliner Mauer ist durch "Mauerspechte" nach dem Mauerfall so stark beschädigt worden, dass die Standsicherheit der Mauer rechnerisch schwer oder nur aufwändig nachzuweisen ist. Aus diesem Grund ist die Mauer in der Gedenkstätte momentan auf beiden Seiten abgesperrt und für Besucher nicht zugänglich. Die Stiftung Berliner Mauer hat nun das Ziel, die Grenzanlage im Zustand ihrer Überwindung als materielles Zeugnis, inklusive der Beschädigung durch Mauerspechte, zu erhalten. Dazu aber ist es zunächst einmal notwendig, die Standsicherheit der beschädigten Elemente nachzuweisen, da die Stiftung auch in der Verkehrssicherungspflicht steht und somit bei eventuellen Schäden haftbar gemacht werden kann.

Die Prüfung durch Belastung kann bei bestehenden Bauwerken den rechnerischen Nachweis ersetzen. Dazu wird eine Last aufgebracht, die etwas größer ist als die zu erwartende höchste Belastung (in diesem Fall geht es um die Windlast). Wenn das Bauteil oder Bauwerk der Prüflast standhält, ist der Nachweis der Standsicherheit erbracht.

Die fünf Grenzmauerelemente stammen von der Berliner Mauer und werden an der BTU benutzt, um eine Belastungseinrichtung für die Prüfung der Teile in der Bernauer Straße zu entwickeln. Sie haben die gleiche Geometrie und wurden zur gleichen Zeit hergestellt. Im Zuge der Entwicklung werden auch in der FMPA Mauerspechte tätig werden müssen, um einen vergleichbaren Zustand wie in der Bernauer Straße zu simulieren. Wenn die Prüftests entwickelt sind, gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BTU zur Gedenkstätte in die Bernauer Straße und machen dort Tests vor Ort. Wenn die Mauer dort die „Stress-Tests“ besteht, kann sie ohne Verstärkungsmaßnahmen oder Absperrungen in ihrem heutigen Zustand mit allen „Narben“ der Zeit als Denkmal erhalten bleiben.

Projektbeteiligte an der BTU Cottbus
Lehrstuhl Tragwerkslehre und Tragkonstruktionen,
Prof. Karen Eisenloffel, Tel.: (0355) 69- 4115
Forschungs- und Materialprüfanstalt (FMPA),
Dr. Klaus-Jürgen Hünger, Tel.: (0355) 69-2758
Auftraggeber
Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier

Susett Tanneberger | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie