Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für Forschungsprojekt zur Demonstration und Evaluation von BIM-Methoden

10.02.2014
Fachleute erwarten durch die konsequente Anwendung von Building-Information-Modeling-Methoden (BIM) wichtige Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert jetzt im Rahmen seines Förderschwerpunktes »Mittelstand-Digital« das Forschungsprojekt »BIMiD – BIM-Referenzobjekt in Deutschland«, das anhand eines konkreten Bauprojekts beispielhaft BIM-Methoden demonstrieren und evaluieren wird.

Dieses Referenzobjekt wird in einem Auswahlverfahren ermittelt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, dass sich BIM zukünftig verstärkt auch in kleinen und mittelständigen Unternehmen durchsetzen.

Der Startschuss für das dreijährige Forschungsprojekt fiel am 6. Februar beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP am Standort Holzkirchen, das unter anderem die Projektleitung stellt.

Die BIM-Methode setzt bei der Planung, Bauausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und sonstigen Bauwerken auf durchgehende, d. h. unternehmensübergreifende und medienbruchfreie Geschäftsprozesse unter Verwendung offener, herstellerneutraler E-Business-Standards. Ziel ist ein dreidimensionale, objektorientierte, computerunterstützte Entwurfs- und Ausführungsplanung in hochgradig vernetzter, Unternehmen übergreifender Teamarbeit. Dadurch sind vor allem in den vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen der deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft erhebliche Effizienz- und Qualitätssteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich. Allerdings gilt es die in diesen Unternehmen vorhandenen Vorbehalte gegenüber den neuen Arbeitsprozessen und Planungsmethoden ernst zu nehmen und auszuräumen. Hier setzt BIMiD an.

Suche nach geeigneten Bauvorhaben

Am Forschungsprojekt beteiligt sind insgesamt sechs Projektpartner mit jeweils spezifischen Aufgaben. Neben dem Projektleiter Fraunhofer IBP am Standort Holzkirchen sind dies das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, das Beratungsunternehmen AEC3 Deutschland GmbH in München, buildingSMART e.V. in Berlin, das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim sowie die Jade Hochschule mit dem Fachbereich Bauwesen und Geoinformation am Studienort Oldenburg.

Im Zentrum des Verbundprojekts BIMiD steht ein konkretes Bauvorhaben, bei dessen Planung und Bauausführung von Beginn an diese Prozesse und Standards angewendet, weiterentwickelt und wissenschaftlich evaluiert werden. Dieses Referenzobjekt wird in den kommenden Wochen in Form eines Auswahlverfahrens ermittelt. Interessierte Bauherren, Planer und Bauunternehmen sind aufgerufen, geeignete Bauvorhaben vorzuschlagen. Details finden sie auf der Projektwebseite www.bimid.de. Hilfestellung bei der Anwendung von BIM erhalten die am ausgewählten Referenzobjekt beteiligten Unternehmen dann von den Projektpartnern.

Neben technischen Aspekten (Schnittstellendefinition) und Fragen der Anwendungsmethodik widmet sich BIMiD auch der Arbeitsorganisation, der Vertragsgestaltung zwischen den am Bau Beteiligten und der Nutzerakzeptanz. Die Projektpartner wollen ihre Ergebnisse auch didaktisch aufbereiten und daraus Lehr- und Weiterbildungskonzepte zur Vermittlung von BIM erstellen. Am Ende des Projekts sollen die möglichen Effizienz- und Qualitätssteigerungen aus Sicht der verschiedenen Beteiligten dokumentiert sowie konkrete Handlungsempfehlungen für eine möglichst weite Verbreitung der BIM-Methode in der deutschen Bauwirtschaft abgeleitet werden.

Beim Projekt-Kick-Off in Holzkirchen wurden unter anderem die Kriterien für ein Auswahlverfahren für ein geeignetes Bauvorhaben abgestimmt. Die Auswahl muss bald getroffen werden, damit mit den beteiligten Unternehmen möglichst rasch die Voraussetzungen für die Anwendung von BIM geklärt werden. Dazu gehört auch, dass die am BIM-Referenzobjekt beteiligten Mitarbeiter in den spezifischen Arbeitsmethoden und technischen Standards geschult werden. Baubeginn für das BIM-Referenzobjekt soll laut Arbeitsplan im kommenden Jahr sein.

Vorstellung des Forschungsprojekts beim 10. Oldenburger Bautag
Ein wichtiger Bestandteil des Forschungsprojektes ist die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und die Beteiligung von interessierten Fachleuten an den zu erwartenden Fachdiskussionen. Dazu dient die Projektwebseite www.bimid.de sowie der regelmäßig erscheinende BIMiD-Newsletter, der auf der Webseite abonniert werden kann. Außerdem werden die Projektfortschritte in den kommenden drei Jahren bei insgesamt sechs BIMiD-Tagungen und zahlreichen Messeauftritten im gesamten Bundesgebiet präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Erste Gelegenheit Näheres über das Forschungsprojekt BIMiD zu erfahren, gibt es am 21. März 2014 beim 10. Oldenburger Bautag an der Jade Hochschule am Standort Oldenburg. Dort werden mehrere BIMID-Projektpartner das Forschungsprojekt vorstellen und über den aktuellen Stand von BIM in Deutschland referieren.

»BIMiD trägt dazu bei, ein großes Optimierungspotential in der deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft zu aktivieren. Denn das gelingt nur mit intelligentem, konsistentem und verlustfreiem Aufbau und Austausch von Gebäudeinformationen. Insbesondere die vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen können dadurch effizienter und international konkurrenzfähiger werden. Mit dem Forschungsprojekt wird es möglich, diese prozessorientierte, integrative und stark kooperative Planungsmethode im konkreten Einsatz zu demonstrieren«, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung von buildingSMART e.V., Siegfried Wernik.

Hintergrund

Das Bauwesen in Deutschland ist durch die Zusammenarbeit vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) geprägt. Durch den Unikatcharakter der Bauaufgaben entstehen immer wieder neue projektbezogene Konsortien, die ihre jeweiligen eigenen Geschäftsprozesse aufeinander abstimmen müssen. Dabei steht die Bauindustrie international vor der Herausforderung einer stetig zunehmenden Spezialisierung. Damit einhergehen eine fortschreitende Fragmentierung der Planung und eine daraus resultierende steigende Komplexität der Bauvorhaben mit vielen gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen. Das alles bei anhaltend steigendem Termin- und Kostendruck.

Mit klassischen Planungsmethoden sind die wachsenden Anforderungen an Bauvorhaben immer weniger zu beherrschen. Aus diesem Grund wird seit mehreren Jahren intensiv an neuen IT-gestützten Verfahren geforscht. Diese werden unter dem Begriff Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modelling – kurz: BIM) zusammengefasst. Während diese Methoden in den USA, in England oder Skandinavien schon recht weit verbreitet sind, gibt es in der von kleinen und mittelständigen Unternehmen geprägten deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft noch einen großen Nachholbedarf.

Das Forschungsprojekt
Das Forschungsprojekt »BIMiD – BIM-Rferenzobjekt in Deutschland« ist Teil der Förderinitiative »eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern«, die im Rahmen des Förderschwerpunkts »Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). »Mittelstand-Digital« setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen »eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen« mit 38 eBusiness-Lotsen, »eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern« mit derzeit 16 Förderprojekten und »Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand« mit zurzeit 13 Förderprojekten.

Weitere Informationen:

http://www.bimid.de
http://www.mittelstand-digital.de
http://www.ibp.fraunhofer.de

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wirbel als Räder der Natur
28.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie