Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stararchitekt Jean Nouvel an der HFT Stuttgart: Simulation des Sonnenlichts Abu Dhabis über dem Louvre Modell

06.04.2009
Star-Architekt Jean Nouvel wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten den "Louvre Abu Dhabi" bauen.

Letzte Woche traf Jean Nouvel aus Paris für eine kurze Stippvisite in Stuttgart ein. Sein Weg führte ihn direkt an die Fakultät Architektur und Gestaltung der Hochschule für Technik Stuttgart in das zur Zeit weltweit leistungsstärkste Labor für Tageslichtplanung.

Ein Modell des geplanten Museumsbaus im Maßstab 1:250 diente als Basis für weitere strategische Entscheidungen hinsichtlich Material, Farbe und Design. Im Tageslichtlabor der HFT Stuttgart schien die "Sonne" Abu Dhabis durch das Kuppeldach des geplanten Louvre Abu Dhabi.

Die Königliche Familie der Vereinigten Arabischen Emirate investiert Milliardensummen in die neue Museumsmeile in Abu Dhabi. Star-Architekten aus unterschiedlichsten Nationen errichten in der arabischen Metropole die prestigeträchtigsten Museen der Welt. Der französische Architekt Jean Nouvel wird dort einen arabischen Ableger des weltberühmten Louvre bauen.

Das Model des Louvre Abu Dhabi von Jean Nouvel zeigt unterschiedliche Gebäudetypen, die von einem gigantischen, lichtdurchfluteten Kuppeldach mit einer Spannweite von 160 Metern dominiert werden. Die darunterliegende Plaza wird großflächig beschattet. Der Boden wird zusätzlich gekühlt, so dass angenehme Temperaturen energieeffizient erreicht werden können. Im Tageslichtlabor an der Hochschule für Technik Stuttgart wurden unter absolut realitätsnahen Lichtbedingungen unterschiedlichste bautechnische Konstellationen mit verschiedenen Kuppeldächern und Tragwerken untersucht.

Anlässlich dieser hervorragenden Laborbedingungen waren neben Jean Nouvel und seinem Mitarbeiterstab von Jean Nouvel Ateliers Paris auch die Auftraggeber aus Abu Dhabi sowie Matthias Schuler von Transsolar Energietechnik GmbH aus Stuttgart vertreten. Zusammen mit der Firma Transsolar wurde das Tageslichtlabor der HFT Stuttgart in den letzten Wochen auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Seit vier Jahren existiert das Labor für Tageslichtplanung von Prof. Andreas Löffler, Dekan der Fakultät Architektur und Gestaltung, an der HFT Stuttgart. Kernstück des Labors ist ein Tageslichtsimulator, ausgestattet mit einer künstlichen Sonne und einem diffusen Himmel. Damit ist es möglich, verschiedenste Himmelszustände (bewölkt, sonnig...) an allen Orten der Welt zu simulieren und aufzuzeichnen. Dieser künstliche Himmel, eine transluzente Halbkugel von 4,20 m Durchmesser, ist mit 360 von ein bis einhundert Prozent stufenlos dimmbaren Leuchtstofflampen von höchster Farbwiedergabequalität und einer dem Tageslicht entsprechenden Farbtemperatur von 6000 Kelvin bestückt. Durch diese Konstruktion ist es möglich, die Helligkeit des Himmels und die circumsolare Strahlung (der Himmel ist im Bereich der Sonne heller) sehr detailliert nachzubilden. Eine Halogenglühlampe mit Parabolreflektor bildet das parallele Sonnenlicht nach. Der Versuchsstand ermöglicht die Simulation jeder Sonnenbahn, jedes Datums an jedem Ort der Erde.

Architektur oder Städtebaumodelle, Fassadenbauteile, Deckensysteme, Lichtlenkende Elemente usw. können damit auf ihre Tageslichtqualitäten, die Verschattung, oder auf die Energieeinträge hin untersucht werden. Vor allem das experimentelle Arbeiten am Modell, die schnell gewonnenen Erkenntnisse und die Änderungen direkt am Modell führen zu einer zeitnahen und kostengünstigen Optimierung des Entwurfs. Der Vorteil gegenüber einer Computersimulation liegt vor allem in den schnell zu ändernden Blickwinkeln. Mit Hilfe einer kleinen Endoskopkamera kann sich der Betrachter im "Gebäude" frei bewegen und so auch eventuelle Schwachstellen im Bezug auf das Tageslicht bzw. auf eine mögliche Blendung auffinden. Über entsprechende Monitore können die Situationen auch von externen Betrachtern bzw. Mitarbeitern bewertet und kommentiert werden.

Laborleiter Albert Stöcker fasst die Vorteile des Tageslichlabors folgendermaßen zusammen: "Ein großer Vorteil gegenüber der Computersimulation ist aus der Sicht von uns Architekten die Anschaulichkeit, das Direkte. Die Veränderung der Lichtsituationen im Laufe des Tages oder zu verschiedenen Jahreszeiten wird unmittelbar erlebbar gemacht. Vor allem reizt die prinzipielle Einfachheit des Simulators, Modelle direkt vor Ort zu verändern und mit verschiedene räumlichen Varianten zu experimentieren."

Das Labor für Tageslichtplanung wird an der HFT Stuttgart für die angewandte Forschung, für die Lehre und für externe Projektarbeiten genutzt.

Petra Dabelstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hft-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie