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Stadtentwicklungsforschung: konkret "Reurbanisierung – Aufwertung – Gentrifizierung?"

05.06.2013
Unter dem Schlagwort „Zurück in die Stadt“ erfreut sich das Wohnen, Arbeiten und Leben in der Stadt wieder einer zunehmenden Attraktivität, so dass man von einer neuen „Reurbanisierung“ in Deutschland sprechen kann.

Neben der Aufwertung und Belebung auch von ehemaligen „Problemstadtteilen“ führt der neue Trend aber auch zu einem zunehmenden Druck auf die Immobilien- und Mietpreise. Aus durchaus erwünschten Aufwertungsprozessen werden so oftmals schnell unerwünschte Verdrängungseffekte.

„Gentrifizierung“, bis vor wenigen Jahren ein noch wenig bekannter Fachbegriff aus der Planungstheorie, wird zu einem zunehmend eingängigen Begriff für diese städtischen Veränderungsprozesse.

Für die Städte in Nordrhein-Westfalen zeigt sich ein sehr differenziertes und zum Teil auch gegenläufiges Bild. Während ein Teil der Städte tatsächlich wächst, insbesondere die Städte an der Rheinschiene, verlieren andere weiter zum Teil deutlich an Bevölkerung, so die meisten Ruhrgebietsstädte und die Städte des Bergischen Landes.
Die Aufwertung von Wohnungsbeständen und Stadtquartieren u.a. auch durch Programme der Städtebauförderung führt unter diesen unterschiedlichen Bedingungen zu sehr gegenläufigen Effekten. Während in den schrumpfenden Städten solche städtebaulichen Aufwertungsprozesse zur Stabilisierung und Attraktivitätssteigerung von benachteiligten Quartieren beitragen, können sie in Städten mit wachsender Wohnraumnachfrage Verdrängungsprozesse und soziale Entmischung verstärken.

Auf der Veranstaltung wollen wir die unterschiedlichen Bedingungen, Antworten und Strategien in Kommunen in Schrumpfungs- und Wachstumsregionen herausarbeiten und diskutieren. Wann kommt es zu positiven Aufwertungsprozessen? Wann zu unerwünschten Verdrängungseffekten? Welche Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten für Land, Kommunen und Wohnungswirtschaft bestehen?

Stadtentwicklungsforschung: konkret ist eine Veranstaltungsreihe des ILS, in der eigene anwendungsorientierte Forschungsergebnisse zur Stadtentwicklung sowie die von Kooperationspartnern und weiteren renommierten Forschungseinrichtungen zur Diskussion gestellt werden. Damit wollen wir insbesondere den Dialog zwischen stadtentwicklungspolitischer Praxis und Politik in den Kommunen, Landeseinrichtungen und Verbänden in Nordrhein-Westfalen sowie der Wissenschaft fördern.

Tanja Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.ils-forschung.de

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