Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonne heizt Häuser – und kühlt sie wieder ab

08.09.2011
RUB-Publikation über solares Heizen und Kühlen
Forschungsbeitrag zu nachhaltigen Energien im Auftrag des Bundesumweltministeriums

Die Bewohner von Passiv- oder Niedrigenergiehäusern können aufatmen: Im nächsten Sommer müssen sie keine Hitze aufgrund der hoch gedämmten Gebäudehülle mehr ertragen. Denn Sonne kann bald auch kühlen.

Davon handelt der Bericht „Solares Heizen und Kühlen in Niedrigenergie- und Passivhäusern“, den Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner vom Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) kürzlich herausgegeben hat. Zusammen mit José Ureña López und Andreas Klesse, beide vom LEE der Fakultät für Maschinenbau an der RUB, erklärt und bewertet er im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) neue Einsatzfelder der Solarthermie.

Sommerliche Hitze nutzen

„Der zunehmende Anteil solarthermischer Anlagen zur Heizungsunterstützung stellt während der Sommermonate ein hohes ungenutztes Wärmepotenzial dar“, begründet Wagner den Untersuchungsauftrag des Berichts. Das Potenzial wollen die Autoren ausschöpfen und suchen nach optimalen Versorgungskonzepten für diese Haustypen. Die Wissenschaftler beachten ökologische und ökonomische Gesichtspunkte und richten die Konzepte an den Gebäudetypen und Wärmestandards aus. Für Einfamilienhäuser empfehlen sie zum Beispiel, die solarthermischen Anlagen durch inselbetriebene Photovoltaik-Anlagen zu ergänzen. Bei diesem Typ von PV-Anlagen wird der erzeugte Strom bei Kühlbedarf unmittelbar über die solarelektrische Anlage genutzt. Anders ist es bei Mehrfamilienhäusern, wo eine solarthermische Kälteversorgung sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll erscheinen kann.

Sommerliche Überhitzung vermeiden

„Ein weiteres Problem ist, dass in den hochwärmegedämmten Gebäuden die sommerliche Wärme bis zur Überhitzung ansteigen kann“, erklärt Wagner. Die Sonne kann ihr selbstverursachtes Problem jetzt zweifach lösen: Erstens, indem der eigens erzeugte Strom durch die PV-Anlagen für CO2-freundliche Kühlung genutzt wird. Zweitens, indem die Energie der aufgenommenen Solarwärme in speziellen Kältemaschinen zur Kühlung genutzt wird.

Schriftenreihe Energie und Nachhaltigkeit

In Zeiten der Energiewende ändert sich die Energieversorgung kontinuierlich: Fächerübergreifende Forschung, neue Techniken, höhere Energieeffizienz und der bewusstere Umgang mit Energie sind der Schlüssel dazu. Die Schriftenreihe „Energie und Nachhaltigkeit“, die Prof. Wagner herausgibt, greift diese Veränderungen auf und dokumentiert Arbeiten für eine nachhaltige Energiewelt. Die Publikation „Solares Heizen und Kühlen in Niedrigenergie- und Passivhäusern“ ist der sechste Band dieser Reihe.

Titelaufnahme

Hermann-Josef Wagner (Hrsg.), José Ureña López, Andreas Klesse: Solares Heizen und Kühlen in Niedrigenergie- und Passivhäusern. Reihe: Energie und Nachhaltigkeit. Band 6, LIT Verlag Berlin/Münster 2011. 19,90 Euro. ISBN: 978-3-643-11320-7

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner, Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) an der RUB, Tel. 0234/32-28044, lee@lee.ruhr-uni-bochum.de

Redaktion: Tabea Steinhauer

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise