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Schlummernde Potenziale des Bauens im Bestand wecken

15.01.2015

Messe „Bau“: DBU fördert ressourcensparendes Bauen und Wohnen – Rohstoffe schonen

„Ein sparsamerer Umgang mit wertvollen Rohstoffen und noch unbebauten Flächen ist dringend notwendig. Sie sind knapp geworden und stehen uns in Zukunft vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung“, warnt Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Baubranche gehöre zu den Wirtschaftsbereichen in Deutschland, die am meisten Rohstoffe verbrauchen und sei daher besonders gefragt.


Im energetischen Bauen und Sanieren des Baubestandes stecken große Einsparpotenziale. Seit Jahren unterstützt die DBU mittelständische Firmen bei umweltentlastenden Vorhaben.

Jährlich werden 560 Millionen Tonnen und damit rund 90 Prozent aller in Deutschland verwendeten mineralischen Rohstoffe zum Herstellen von Baustoffen eingesetzt. Auch am Abfallaufkommen ist der Bausektor mit über 54 Prozent beteiligt. 40 Prozent des Endenergiebedarfs entfallen auf Gebäude. „Die Baubranche hat aber auch große Potenziale, um Ressourcen einzusparen. Vor allem dem energetischen Sanieren des Baubestandes muss eine noch viel größere Bedeutung zukommen“, betont Bottermann. Seit vielen Jahren unterstützt die DBU mittelständische Firmen bei umweltentlastenden Vorhaben.

„Für das Errichten, den Ausbau und das Modernisieren von Gebäuden wird hierzulande einen Großteil an Fläche, Energie und Rohstoffen verbraucht“, sagt Bottermann. Im Bauwerksbestand würden rund 50 Milliarden Tonnen mineralischer Rohstoffe wie Kalk, Gipsstein, Kies, Sand oder Ton „lagern“.

Aus Sicht des Klimaschutzes liegen deshalb die größten Potenziale für ressourcenschonendes Bauen im energetischen Sanieren des baulichen Bestands. Bottermann: „Neubauten belasten die Umwelt stärker als vergleichbare Erneuerungen im Bestand. Deshalb muss eine nachhaltige Baupolitik zukünftig noch viel stärker darauf abzielen, vorhandene Gebäude möglichst langfristig zu nutzen.“ Denn auch Fläche sei eine wertvolle Ressource, von der täglich etwa 74 Hektar durch das Umwandeln in Siedlungs- und Verkehrsflächen unwiederbringlich verlorengingen.

„Doch auch die Möglichkeiten für energie- und ressourcenschonende Neubauten sind vielfältig und beginnen bereits mit einer integralen Gesamtplanung, um Konstruktion, Baumaterialien und eingesetzte Technik bestmöglich miteinander abzustimmen“, sagt Bottermann. Die modellhaften und innovativen Neubau- und Sanierungsprojekte hätten erhebliche Anforderungen an einen sehr niedrigen Primärenergieverbrauch, setzten Ressourcen effizienter ein und verwendeten energie- und materialsparende Techniken wie geräuscharme und energiesparende Lüftungsanlagen, wassersparende Technologien und natürliches Dämmmaterial. Wichtig sei auch das Wiederverwenden gebrauchter Bauteile, das Verbauen von Recycling-Beton und nachwachsender Rohstoffe wie Holz, Hanf oder Zellulosefasern.

Zwar werde in Deutschland bereits ein Großteil der anfallenden Bau- und Abrissabfälle wiederverwertet. Doch geschehe dies fast ausschließlich als sogenanntes Downcycling, bei dem Abbruchmaterial nur als minderwertigeres Material im Straßen- und Erdbau oder zum Verfüllen von Baugruben verwendet werde. „Das Ziel besteht jedoch in einem hochwertigen Recycling. Die entscheidenden Weichen für ein späteres Wiederverwenden der Bauteile werden bereits bei der Konzeption eines Gebäudes gestellt, indem auf die Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit von Bauteilen und Materialien geachtet wird“, sagt Bottermann.

Die DBU habe bereits zahlreiche Projekte unterstützt, in denen Rohstoff- und Energieeffizienz beim Bauen mit hohem architektonischen Anspruch gelungen seien. Innovative Lösungen für ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen präsentiert die DBU auch vom 19. bis 24. Januar während der „Bau 2015“, der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme. So hat das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung (DFIU) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Methoden entwickelt, mit denen die Umweltbelastungen beim Abbruch von Gebäuden deutlich verringert werden können. Das DBU-geförderte bundesweite Kooperationsprojekt „Bauteilnetz“ verfolge die wohl konsequenteste Kreislaufführung und hochwertiges Recycling. Auf der Messe vertreten ist neben dem Deutschen Dachgärtner Verband (DDV) auch die Klimaschutz- und Informationskampagne zur energetischen Gebäudesanierung der DBU „Haus sanieren – profitieren“.

Die anlässlich der „Bau“-Messe neu aufgelegte Broschüre „Bauen und Wohnen – ressourcenschonend und energieeffizient” zeigt anschaulich Wege und Ansätze für ressourcen- und energieeffizientes Bauen.

Die Broschüre kann unter folgendem Link heruntergeladen oder als gedrucktes Exemplar bestellt werden: https://www.dbu.de/643publikation1307.html

Hinweis an die Redaktionen: Die DBU präsentiert Projekte zum Themen-schwerpunkt „Ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen“ bei der „Bau“ in München in Halle B 0, Stand 106.

Weitere DBU-Veranstaltungen bei der „Bau“:

- Dienstag, 20. Januar, 12 bis 13 Uhr, Halle B 0, Stand 106: DBU-Talk „Ressourceneffizienz am Bau“: Erschließen von Ressourcenpotenzialen – wiederverwenden, verwerten und recyceln. Beteiligte: Dr. Heinrich Bottermann (DBU), Dipl.-Arch. Ute Dechantsreiter (bauteilnetz Deutschland), Prof. Dr. Frank Schultmann (KIT), Dipl.-Ing. Architekt Stephan Ott M.A. (TU München).

- Mittwoch, 21. Januar, 12 bis 13 Uhr, Halle B 0, Stand 106: „Haus sanieren – profitieren!“-Talk zum Thema „Energieeffizienz beim Altbau“. Beteiligte: Andreas Skrypietz („Haus sanieren – profitieren!“), Wolfgang Ansel (Deutscher Dachgärtner Verband), Bernhard Pex (C.A.R.M.E.N.), Hans Stanglmair (Solarfreunde Moosburg), Rudi Ostermeier (Energie Konzepte Ostermeier, Energie-Checker „Haus sanieren – profitieren!“).

Weitere Informationen zum DBU-Gemeinschaftsstand während der „Bau 2015“ unter https://www.dbu.de/bau oder bei Ulf Jacob, DBU Zentrum für Umweltkommunikation, Mobil vor Ort: 0151/17196353, E-Mail: u.jacob@dbu.de

Weitere Informationen:

https://www.dbu.de/123artikel35869_335.html

Franz-Georg Elpers | DBU Pressestelle

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