Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlanke Funktionseinheit fördert Kommunikation der Mitarbeiter

08.02.2010
Kurze Wege und räumliche Nähe sorgen für Wissensfluss

Phoenix Contact GmbH & Co. KG reduziert Zeitaufwand der Produktentwicklung nach „Lean Production“-Prinzipien


Der gesamte Geschäftsbereich wurde in eine Funktionseinheit integriert. Kurze Wege und räumliche Nähe fördern die Kommunikation unter den Mitarbeitern. Quelle: Nerling Systemräume GmbH


Die Glastreppe ist ein optischer Hingucker und unterstreicht die Offenheit des Gebäudes. Quelle: Nerling Systemräume GmbH

Konzeption, Konstruktion, Marketing und Vertrieb: Die Produktentwicklung setzt sich aus vielen einzelnen Funktionsbereichen zusammen, die oft in unterschiedlichen Gebäuden verstreut sind. Damit neue Produkte schnell und kosteneffizient in den Markt eingeführt werden, konzipierte die Phoenix Contact GmbH & Co. KG die gesamte Entwicklungseinheit des Geschäftsbereichs Überspannungsschutz nach „Lean Production“-Vorgaben.

Dafür wurden alle Abteilungen in eine Funktionseinheit zusammengefasst, denn eine Studie des Massachusetts Institutes of Technology (MIT) zeigt: Sind die Arbeitsplätze zweier Mitarbeiter mehr als 20 Meter voneinander entfernt, liegt die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation unter zehn Prozent. Die Nerling Systemräume GmbH plante die Anlage und achtete dabei auf kurze Wege, Platz sparende und schalldämmende Konstruktionen sowie auf die optische Gestaltung des kompletten Bereiches.

„Lange Wege bremsen die Leute. So wie die verschiedenen Funktionen übergreifend zusammenarbeiten, sollten deshalb auch die Räumlichkeiten unserer Produktentwicklung verzahnt ineinander übergehen“, sagt Rolf Stanislawski, zuständiger Facility Manager der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg. Denn 80 Prozent aller realisierten Ideen in einem Unternehmen sind auf Face-to-Face-Kommunikation zurückzuführen, wie die Organisationspsychologen des MIT herausfanden. Moderne Kommunikationstechniken können das persönliche Gespräch nicht ersetzen. Indem die einzelnen Fachdisziplinen in eine Funktionseinheit integriert werden, können mittels schlank ausgerichteter Prozesse die Arbeitsbedingungen verbessert und gleichzeitig Entwicklungskosten gesenkt werden.

„Da uns nur ein offenes Büro zur Verfügung stand, war es notwendig die Fläche bestmöglich zu nutzen“, so Stanislawski.

Um die Raumkapazitäten den Anforderungen des Unternehmens anzupassen, wurde eine zweite Ebene eingezogen. „Dadurch konnte genügend Platz für Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen, Betriebsbüros, Besprechungszimmer und ein Prüfraum geschaffen werden“, erklärt Udo Werner, Projektleiter der Nerling Systemräume GmbH. Als optisches Highlight entschied sich Nerling für eine Treppe aus Glas, welche die Offenheit der Räumlichkeiten betont. Die Ästhetik spielte auch bei der Gestaltung der einzelnen Systemräume eine wichtige Rolle.

Schalldämmende Maßnahmen für mehr Arbeitskomfort

Anstelle herkömmlicher Scheiben wurde eine flächenbündige Reinraumverglasung der Besprechungs- und Büroräume gewählt. Diese entspricht der Dicke der Wände und wird direkt in die Öffnungen geklebt. Vorteil dieser Variante, neben der ansprechenden Optik, ist die bessere Reinigungsfähigkeit. Um die Bereiche auch lärmtechnisch voneinander abzutrennen, sind die Wände schalldämmend isoliert. „Der Trittschall, der über die Bodenplatte weitergegeben wird, kann aber trotz dieser Dämmung nicht verhindert werden“, so Werner. Auch in der Fertigung von Phoenix Contact schaffte Nerling eine schallgeschützte Arbeitsatmosphäre, indem Stellwände eingezogen wurden. Da eine Verkleidung über die gesamte Raumhöhe nicht möglich war, planten die Systemraumexperten eine halbhohe Konstruktion aus Stahlblech mit Lochblechschalen. Diese wurde mit Akustikfolie hinterlegt und mit Mineralwolle gedämmt. So konnte der Geräuschpegel deutlich reduziert werden.

Bei der Entwicklung für Produkte des Überspannungsschutzes müssen bestimmte Teile in einem Prüfraum getestet werden. Die Überspannungskontrollen werden an elektrotechnischen Komponenten durchgeführt, die explodieren können, deshalb musste dieses Labor entsprechend angepasst werden. „Die spezielle, schusssichere Verglasung ist in einen besonders stabilen Fensterrahmen eingefügt und stellt sicher, dass im Fall einer Explosion die Scheibe ganz bleibt“, sagt Werner. Verstärkte Wandelemente tragen zusätzlich zum Schutz bei. Damit die Ergebnisse der Messungen nicht verfälscht werden, herrscht in dem Prüfraum eine konstante Raumtemperatur.

Schusssicheres Glas wurde von Nerling auch bei einer weiteren Anlage von Phoenix Contact verwendet. „Eine Schiebetür mussten wir mit einer durchschusshemmenden Scheibe versehen. Danach wog die Tür stattliche 600 Kilo“, berichtet Geschäftsführer Olaf Nerling. Aufgrund dieser erhöhten Belastung wurde eine spezielle Stahlkonstruktion angefertigt und eine gehärtete Schiene eingesetzt, auf welcher der Rollapparat sicher laufen kann. Ein hydraulischer Dämpfer sorgt dafür, die Schiebetür nach dem Öffnen abzubremsen.

Wohlfühlflair anstelle von Werkstattambiente

„Seit der Geschäftsbereich zusammengelegt wurde, läuft die Projektorganisation flüssiger ab. Die Einbindung der unterschiedlichen Teams ist nun organisatorisch weit weniger aufwendig“, sagt Stanislawski. Die moderne und offene Gestaltung der Systemräume trage dazu bei, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen und verstärkt miteinander kommunizieren. Durch die direkte Angrenzung der Produktentwicklung an die Produktion erhalten auch diese beiden Bereiche einen besseren Einblick in die jeweiligen Arbeitsprozesse und Zufallsbegegnungen können zu neuen Denkanstößen führen.

Die Nerling Systemräume GmbH ist auf die Konstruktion von Messräumen, Rein- und Sauberräumen spezialisiert. In den Standorten Renningen und Halle planen und fertigen die rund 70 Mitarbeiter vor allem Systemräume nach spezifischem Kundenwunsch. Das Unternehmen wurde 1970 von Ralf Nerling als Büro für Rationalisierungsaufgaben gegründet und zehn Jahre später in die Nerling Systemräume GmbH umfirmiert. Seit 2002 wird das Unternehmen in zweiter Generation von Olaf Nerling geführt.

Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Blomberg ist in den Geschäftsbereichen industrielle Verbindungstechnik, Geräte-Anschlusstechnik, Überspannungsschutz, Signalanpassung und Automatisierung tätig. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 10.200 Mitarbeiter. Mit dem Geschäftsbereich Überspannungsschutz liefert Phoenix Lösungen zur Sicherung von Stromversorgung, Informationstechnik, Sende- und Empfangsanlagen sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Mehr Info für Leser/Zuschauer/Interessenten:

Nerling Systemräume GmbH
Benzstraße 54, 71272 Renningen
Tel.: 07159 16 34-0, Fax: 07159 16 34-30
E-Mail: info@nerling.de
Phoenix Contact GmbH & Co. KG
Flachsmarktstraße 8, 32825 Blomberg
Tel: 05235 3 00, Fax: 05235 34 12 00
E-Mail: info@phoenixcontact.com
Mehr Info für die Redaktion
Pressebüro Gebhardt-Seele
Leonrodstr. 68, 80636 München
Tel: 089 500315-0, Fax: 089 500315-15
E-Mail: pressebuero@gebhardt-seele.de

Veronika Mészáros | Pressebüro Gebhardt-Seele
Weitere Informationen:
http://www.nerling.de
http://www.phoenixcontact.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Mehrfamilienhaus-Konzept vom Ökohaus-Pionier
21.03.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Tunnelbau: Navigieren unter der Erde
07.03.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie