Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter sollen bis 2030 auf Mond Häuser bauen

21.06.2016

Japanische Raumfahrtbehörde und Baufirmen adaptieren altes System

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA http://global.jaxa.jp möchte bis 2030 mit Robotern Häuser auf dem Mond bauen. Um das zu ermöglichen, arbeitet sie mit dem Bauunternehmen Kajima http://www.kajima.co.jp/english zusammen.


Ferngesteuerte Baumaschinen: Basis für Mond-Projekt (Foto: kajima.co.jp)

Dessen auf der Erde bereits bewährtes System "A4CSEL" soll dazu geeignet adaptiert werden, mit mehr Autonomie für robotische Baumaschinen. Der Erdtrabant wäre dabei nur ein erster Schritt, denn bis etwa 2040 sollen auch kompakte Habitate auf den Mars.

Häuser für den Mond

Für eine Besiedlung des Sonnensystems ist der Mond der logische erste Schritt, weswegen beispielsweise die ESA die Idee 3D-gedruckter Gebäude aus Mondgestein verfolgt (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130201011 ).

In Japan gibt es nun die Idee, eine irdische Lösung zu adaptieren: Kajimas Steuersystem A4CSEL. Diese nutzt in der aktuellen Form mit GPS und Bewegungssensoren ausgestatte Baumaschinen, die via Tablet ferngesteuert werden. Das System ist schon bei Dammbauten in zwei japanischen Präfekturen zum Einsatz gekommen.

Für den Einsatz auf dem Mond oder noch weiter entfernten Himmelskörpern ist eine reine Fernsteuerung nicht ideal, da die Signallaufzeiten deutlich steigen. Es könnte somit eher zu Problemen wie kollidierenden Baumaschinen kommen.

Daher soll das System hin zu mehr Autonomie adaptiert werden. Geplant ist unter anderem, dass die Roboter ihren eigenen Standort bestimmen und direkt mit anderen Maschinen in der Umgebung kommunizieren. Damit ließen sich Kollisionen ebenso vermeiden wie sinnloses Wiederholen einzelner Aufgaben durch mehrere Roboter.

Leichtere Baumaschinen

Bei der irdischen Erprobung von A4CSEL kamen Bulldozer der Herstellers Komatsu http://www.komatsu.com zum Einsatz. Dass genau diese relativ schweren Geräte auch zu Mond oder Mars fliegen werden, scheint unwahrscheinlich.

Denn dank ihres Gewichts wäre es ziemlich teuer, diese tatsächlich in den Weltraum zu schicken. Bis 2030 dürfte es freilich deutlich leichtere Alternativen geben. Bereits im Januar hatte die JAXA bekannt gegeben, dass der Maschinenhersteller Taguchi http://www.taguchi.co.jp in einem Projekt an ultra-leichtgewichtigen Baumaschinen arbeiten soll.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion

Weitere Berichte zu: Baumaschinen ESA Fernsteuerung GPS JAXA Kollisionen Mars Mond Mondgestein Raumfahrtbehörde Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie