Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Reissäcken vor Erdbebenschäden schützen: Universität Kassel entwickelt neue Methode

03.06.2009
Kartoffel- und Reissäcke können helfen, Gebäude vor Erdbebenschäden zu schützen- das verspricht eine neue Methode, die an den Instituten für Werkstofftechnik und für konstruktiven Ingenieurbau der Universität Kassel entwickelt wurde. Durch nachträgliches Aufkleben von Naturfasergewebematten wird das Mauerwerk verstärkt und so das Einsturzrisiko verringert.

Universität Kassel-Absolvent Dipl.-Ing. Amin Davazdah Emami erprobte die im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelte Methode im Iran: Mit Unterstützung der UNESCO startete er ein Pilotprojekt zum Wiederaufbau des iranischen Weltkulturerbes "Arg-é Bam", das bei einem Erdbeben im Jahr 2003 zerstört wurde.


Einfache Materialien, einfache Umsetzung: Das Aufkleben der Naturfasergewebematten ist mit dem Vorgang des Tapezierens vergleichbar. Dipl.-Ing. Amin Davazdah Emami

Arg-é Bam ist eine Zitadelle und gleichzeitig die größte Lehmkonstruktion der Welt. Zwei Mustergebäude errichtete und präparierte Emami in Kooperation mit der Universität Kassel und dem Schweizer Sponsor Sika Schweiz AG im Rahmen des Projekts "Recovery Project of Bam's Cultural Heritage" auf dem Gelände des Weltkulturerbes. Vor Ort arbeiteten sie eng mit der iranischen Denkmalbehörde "Iranian Cultural Heritage Organization" zusammen.

Emami wird in diesem Jahr seine Promotion mit der interdisziplinären Arbeit "Mauerwerksverstärkung mit Naturfasern" bei Prof. Dr. a. D. Michael Schlimmer, Fachbereich Maschinenbau, und Prof. Dr. Ekkehard Fehling, Fachbereich Bauingenieurwesen, abschließen.

Methode
Der Mauerwerksbau ist weltweit die meistverwendete Bauweise für Wohngebäude. Nicht jedes Mauerwerk verfügt über eine ausreichende Zug-, Biege- und Schubtragfähigkeit, sodass es eine zu geringe Resistenz gegen Erdbeben aufweisen kann. Durch die neue Technik wird das Mauerwerk durch das Aufkleben von Naturfasergewebematten verstärkt. Der Vorgang ist mit dem Tapezieren einer Wand vergleichbar. Zuerst wird der Klebstoff aufgetragen. Im zweiten Schritt wird die Gewebematte darin eingebettet und abschließend der Klebstoff erneut als Deckschicht aufgetragen. Durch die einfache Umsetzung und den geringen Kostenaufwand ist die Mauerwerkverstärkung auch für arme Länder eine effiziente Methode, sich vor erheblichen Schäden durch Erdbeben zu schützen und Menschenleben zu retten.
Info
Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Fehling
tel (0561) 804 2608
e-mail fehling@uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Bauingenieurwesen
Prof. Dr.-Ing. a. D. Michael Schlimmer
tel (0561) 949 1550
e-mail info@wwv-consulting.de
Fachbereich Maschinenbau
WWV Consulting Forschung Klebtechnik GmbH
Dipl.-Ing. Amin Davazdah Emami
tel 0176-20661876
e-mail info@deec.eu

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“
17.01.2017 | EML European Media Laboratory GmbH

nachricht Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau