Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Passivhausstandard durch aktives Nutzerverhalten weiter optimieren

08.07.2010
Gymnasium Baesweiler wird in Pilotprojekt energetisch saniert - DBU stiftet 125.000 Euro

Das Heizen und Kühlen von Gebäuden verschlingt viel Energie. Die Kosten für öffentliche Einrichtungen sind daher oft besonders hoch. Doch in vielen Kommunen wird das Geld immer knapper. Gleichzeitig sollen Städte und Gemeinden ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Diese drei Ziele – Energie, Emissionen und Gelder einsparen – können durch eine energetische Gebäudesanierung, insbesondere durch Passivhaus-Standards, erreicht werden.

Doch Verbesserungspotenzial gibt es darüber hinaus: „Der Endenergiebedarf kann nochmals um bis zu 30 Prozent gesenkt werden, wenn man Betriebsdaten und Nutzerverhalten systematisch erfasst und Einsparmöglichkeiten ermittelt“, erklärte Hermann Dulle, leitender Ingenieur bei VIKA Ingenieur GmbH. Solch ein ganzheitliches Konzept, das technische und nutzungsspezifische Faktoren verknüpft, wird nun am städtischen Gymnasium Baesweiler erarbeitet und umgesetzt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das innovative Projekt mit rund 125.000 Euro.

Ziel des Vorhabens ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen, Energiekosten zu senken und trotzdem ein behagliches Arbeitsklima zu wahren. Im Rahmen des dreijährigen Projektes sollen die jahres- und tageszeitlich unterschiedlichen Betriebsweisen und das damit verbundene energetische Verhalten einer Schule im Passivhausstandard dokumentiert werden: „Ein solch umfangreiches Gebäude-Monitoring ist derzeit – meist aus Kostengründen – nicht Stand der Technik. Daher ist das nun gestartete Projekt besonders innovativ“, erläuterte Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der DBU. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend so aufbereitet werden, dass sie auch auf andere Projekte übertragbar sind. Die Veröffentlichung und möglichst weite Verbreitung der Projektergebnisse ist ebenfalls geplant.

In einem ebenfalls von der DBU geförderten Vorläuferprojekt in Baesweiler war der kommunale Gebäudebestand insgesamt bereits umfangreich mit Blick auf eine Verbesserung des kommunalen Energieverbrauchs analysiert worden, auch der des Gymnasiums. Dabei waren Messungen der Luftdichtigkeit, Thermographieaufnahmen und Nutzerbefragungen durchgeführt und ein ganzheitliches Konzept für die energetische Sanierung der Schule in Passivhausqualität erarbeitet worden. Die grundlegende bauliche Sanierung, die Basis für das neu bewilligte Projekt ist, wird aus Bundes- und Landesmitteln bezuschusst und hat bereits begonnen.

Im Fokus des nun von der DBU geförderten Monitorings stehen insbesondere die Gebäudehülle, die Geothermie mit Wärmepumpe, die passive Kühlung und die Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung, da diese technischen und bautechnischen Systeme die Energieeffizienz maßgeblich bestimmen: „Die errechneten Werte sollen im Betrieb kontrolliert und optimiert und die Zufriedenheit der Nutzer analysiert werden. So soll eine fundierte Basis für die Energieoptimierung zukünftiger Planungsvorhaben geschaffen werden“, erläuterte Prof. Dr. Gregor Krause vom Lehrstuhl Elektrotechnik der FH Aachen, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Für das Energiemanagement hat die Hochschule eine eigene Software entwickelt, die im Projekt zum Einsatz kommen soll.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: DBU Energieeffizienz Gymnasium Nutzerverhalten Passivhausstandard

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht Mehr Sicherheit und Effizienz im Tunnelbau - DFKI-Software steuert Wartungsroboter für Bohrwerkzeug
19.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie