Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue RFID-Technologien erobern die Bauwirtschaft

15.08.2008
Der wachsende internationale Wettbewerb in der Bauindustrie, insbesondere aus Ländern mit deutlich geringerem Lohnniveau, zwingt deutsche Bauunternehmen dazu neue Wege zu gehen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

An diesem Punkt setzen zwei Forschungsvorhaben an: Die ARGE "RFIDimBau" und der Forschungsverbund "Virtuelle Baustelle" (ForBAU) haben es sich zum Ziel gesetzt, durch die Erforschung innovativer Technologien und Organisationsformen langfristig effizientere Prozessstrukturen für die deutsche Bauwirtschaft zu entwickeln, um so deren Konkurrenzfähigkeit zu erhalten und auszubauen.

Der Fokus dieser Forschungszusammenschlüsse beruht u.a. darauf, das Potenzial der RFID-Technik (Radio Frequency Identification), zur Erfassung, Steuerung und Dokumentation baulogistischer Prozesse gezielt zu erforschen und die Logistikprozesse zu optimieren. Hier besteht eine enge Abstimmung zwischen den Wissenschaftlern aus den Teilprojekten "BAUIDENT" (TU München, Lehrstuhl fml, Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Betriebswirtschaft insb. Logistik mit Fraunhofer ATL) des Bayerischen Forschungsverbundes ForBAU sowie der Projekte "InWeMo" und "RFID-Baulogistikleitstand" (Bergische Universität Wuppertal, Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft) des Forschungsclusters ARGE "RFIDimBau".

Um Doppelforschung zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erzielen, stehen diese Forschungsinstitutionen künftig in engem Informationsaustausch haben bereits erste gemeinsame Auffassungen zu Kernfragen definiert:

- "Data on Network" als Datenhaltungskonzept
Nach Auffassung der Wissenschaftler ist die zentrale Datenvorhaltung, das so genannte "Data-on-Network"-Prinzip im Gegensatz zur Speicherung der Daten auf dem Transponder selbst ("Data-on-Tag"-Prinzip) sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch aus Gründen der technischen Machbarkeit aus heutiger Sicht sinnvoll und ausreichend.
- Anbindung digitaler Bauwerksmodelle und digitaler Bautagebücher über eindeutige ID

Durch die zentrale Datenhaltung aller Informationen in einer Datenbank reicht nach Meinung der Wissenschaftler eine eindeutige ID aus, um das Bauteil mit zusätzlichen Informationen des Bauwerksmodells oder der Bautagebücher zu verknüpfen.

- Nutzung mehrere Frequenzbereiche
Beim Einsatz der RFID-Technik speziell in der Baulogistik sollte der Fokus nicht nur auf einen Frequenzbereich gelegt werden, sondern es sollen verschiedenen Frequenzbereiche prozessabhängig betrachtet werden, um die Vorteile der unterschiedlichen Frequenzen optimal nutzen zu können.
- Einheitliche Netzwerkstruktur
Im bereits abgeschlossenen Projekt InWeMo wurde das EPCglobal-Netzwerk als Basis der Netzstruktur zum Informationsaustausch genutzt. Da diese Struktur auf bereits bestehenden Standards aufbaut, scheint dies ein vielversprechender Ansatz für die Entwicklung einer einheitlichen, auf das Bauwesen abgestimmten Netzwerkstruktur zu sein.

Im Rahmen der Forschungsaktivitäten wird geprüft, ob und wo es Schnittstellen den verschiedenen Bereichen gibt bzw. ob Ergebnisse gegenseitig genutzt werden können.

Zu den Forschungsvorhaben:
Der Forschungsverbund "Virtuelle Baustelle - Digitale Werkzeuge für die Bauplanung und

-abwicklung" (ForBAU) wird von der Bayerischen Forschungsstiftung in den nächsten drei Jahren (2008-2010) gefördert. Innerhalb dieses Verbundes arbeiten sieben Lehrstühle (TU München, Universität Erlangen-Nürnberg mit Fraunhofer ATL, Hochschule Regensburg und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik DLR) zusammen. Ziel des Forschungsverbundes ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur ganzheitlichen Abbildung eines komplexen Bauvorhabens in einem digitalen Baustellenmodell. Das Modell soll sämtliche Daten hinsichtlich der Planung, Vermessung, Arbeitsvorbereitung, Abrechnung und Kalkulation sowie den Fortschritt der Baustelle selbst berücksichtigen und in einem zentralen Produktdatenmanagement- (PDM) System zusammenführen. Digitale Werkzeuge bilden die Basis für dieses ganzheitliche Konzept. Im Rahmen verschiedener Demonstrationsbaustellen soll dieses schließlich in der Praxis validiert werden.

Das Forschungscluster der "ARGE RFIDimBau" wird innerhalb der Forschungsinitiative "ZukunftBAU" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) i. V. m. dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) seit 2006 bis mindestens Ende 2009 gefördert. Innerhalb dieses Verbundes forschen zwei Institute der Fraunhofer Gesellschaft sowie drei Lehrstühle (Bergische Universität (BU) Wuppertal, TU Dresden und TU Darmstadt) gemeinsam. Ziel der "ARGE RFIDimBau" ist die langfristige, nachhaltige Qualitätsverbesserung und Kostenoptimierung eines Bauwerks entlang der Wertschöpfungskette durch den Einsatz elektronischer, sichtkontaktlos auslesbarer Produktkennzeichnung mittels der RFID-Technologie. Hierbei sollen bestehende Produktcodes (z.B. EPC) und Planungs-/Ausschreibungsprogramme als offene, modulare Systeme angewendet, Schnittstellen zu eingeführter Bau-Software (z.B. GAEB, BFR etc.) berücksichtigt und die Ergebnisse anhand von Demonstratoren erprobt werden.

Unterstützt werden die Forschungsstellen von zahlreichen Industriepartnern, die sich aus Bauunternehmen, Planungs- und Ingenieurbüros, Baumaschinenherstellern, Baulogistikdienstleistern und IT-Partnern zusammensetzen.

Ninetta Palmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.forbau.de
http://www.rfidimbau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Mehr Sicherheit und Effizienz im Tunnelbau - DFKI-Software steuert Wartungsroboter für Bohrwerkzeug
19.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Modernes Bauen mit längst vergessenen Techniken
12.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik

Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“

25.04.2017 | Physik Astronomie

Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an

25.04.2017 | Physik Astronomie