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Lebensqualität im Zeitalter der telematischen Stadt

27.03.2009
Die Hochschule Wismar stellt Stadtanalysen zu Städten und Gemeinden aus der Region in dem Fächer- und Studiengangsübergreifenden Projekt "Lebensqualität im Zeitalter der telematischen Stadt" vor.

Unter dem Titel "Wem gehört die Stadt? präsentierte die Hochschule Wismar am Montagabend, dem 23. März 2009, auf dem Wismarer Campus die Ergebnisse einer interdisziplinären Zusammenarbeit der Studiengänge Architektur, Wirtschaftsrecht sowie Kommunikationsdesign und Medien zum Thema "Lebensqualität im Zeitalter der telematischen Stadt".

Im Wintersemester 2008/2009 haben sich die einzelnen Wissenschaftsgebiete zusammengeschlossen, um aus verschiedenen Blickwickeln das Thema "Stadt" in Verbindung zur "Telematik", einer Verknüpfung der technologischen Bereiche Telekommunikation und Informatik, zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit Fachexperten und örtlichen Ansprechpartnern wurden Analysen zu Stärken und Schwächen einzelner Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Die Ergebnisse und Lösungen einer sozialen Kommune als Aktionsort öffentlicher und privater Unternehmen wurden anhand von Exposés, Plakaten und Vorträgen von den Studenten vorgestellt. Als Erfolgsrezept wurden vor allem eine gut funktionierende, interdisziplinär agierende Verwaltung, besonderes Engagement von Initiatoren und Persönlichkeiten, ein breites Spektrum verschiedener kleiner Unternehmen und neue wirtschaftliche Strategien benannt. Auf die Frage "Wem gehört die Stadt?" kann damit "Uns allen!" geantwortet werden, denn jeder Bürger ist Mitgestalter der örtlichen Strukturen. Dr. Reinhard Dettmann, Bürgermeister der Stadt Teterow und Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommerns ist dafür ein gutes Beispiel. Als Physiker, hat er seine wissenschaftliche Arbeit an der Universität Rostock mit der Wende abgebrochen, um sich in seiner Heimat einzubringen und ist nun seit 19 Jahren in seiner Geburtsstadt Bürgermeister. Er sprach als Praxispartner an diesem Abend über die Probleme der kleinen Städte, Schwierigkeiten der Kommunalpolitik im Verhältnis zur Landes- und Bundespolitik sowie über die Notwendigkeit der interdisziplinären Arbeit.

Fürstenhof, Grevesmühlen, Marlow, Sternberg, Süderholz, Teterow und Waren wurden innerhalb des Wismarer Hochschulprojektes genauer betrachtet. Besonderheiten und positive Entwicklungen waren für die einzelnen Stadtanalysen ebenso von Bedeutung, wie die Fragen nach sozialräumlichen und sozialrechtlichen Bedingungen sowie ihren speziellen Kommunikationsstrukturen. Dabei wurden Erfolgsrezepte für schrumpfende und immer älter werdende Regionen besprochen sowie neue Ideen von und für einzelne Städte und Gemeinden entwickelt. Jede der Städte und Gemeinden hat seine eigene Marketingstrategie und rückt mit seinem Motto die Stadt in den Vordergrund. So sagt Marlow "Willkommen in der Grünen Stadt". Konkrete Ziele sind in den Stadtverwaltungen gesteckt, um die Lebensqualität der Bürger zu erhöhen, aber auch um regional hervorzustechen. Die Bereiche Tourismus und Arbeitsmarkt sind am häufigsten Themen der einzelnen Stadtanalysen. Für die Recherchen sind die Studenten in die Orte gefahren und Kontakt mit den Bürgermeistern und Verwaltungsangestellten der einzelnen Städte und Gemeinden Mecklenburg Vorpommerns aufgenommen. Eine rege Beteiligung und bereitwillige Interviewpartner für erfolgreiche Gespräche haben die Studenten vorgefunden. Auch in den einzelnen Unternehmen wurden Ansprechpartner aufgesucht, da diese an manchen Standorten maßgeblich die städtische Infrastruktur beeinflussen.

Einrichtungen aus Politik und Wirtschaft haben das Hochschulprojekt aufmerksam unterstützt. Imke Brandt, Geschäftsführerin der KOMMENT GmbH Schwerin, Heinz Müller, Vorsitzender der Enquete-Kommission zur Verwaltungsmodernisierung im Schweriner Landtag, Jochen Quandt, Bürgermeister der Stadt Sternberg und Hans-Georg Fislage, Geschäftsführer der ARGE Grundsicherung der Hansestadt Wismar waren u. a. Vortragende und Gesprächspartner in den verschieden Lehrveranstaltungen zur Entwicklung eines Gesamtergebnisses. Verwaltungsrelevante, kommunalpolitische und sozialrechtliche Fragen der Stadtentwicklung sind so praxisnah beleuchtet worden und dienten als unentbehrliche Grundlage für die gesamte Stadtanalyse. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Studenten und den Lehrenden Professorin Dr. Sabine Mönch-Kalina, Professorin Andrea Gaube und dem Lehrbeauftragten Olaf Fippinger der drei Studiengänge wird auch in Zukunft in nachfolgenden Lehrmodulen weitergeführt, in Projekt- und Abschlussarbeiten vertieft und in die Forschungsarbeit des Projektes "Stadtumbau - Netzwerk lokale Lebenskultur" mit eingebunden. Wichtig war dieser weitere Schritt für die Studenten in Richtung einer interdisziplinären Zusammenarbeit, wie sie in der Praxis dringend erforderlich sein wird. Zu den Ergebnissen und weiterführenden Untersuchungen sind auch zusätzliche Informationen bei den Professorinnen Andrea Gaube und Dr. Sabine Mönch-Kalina zu erhalten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Andrea Gaube, Tel.: 03841 753-369 bzw. E-Mail: andrea.gaube@hs-wismar.de.

Kerstin Baldauf | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-wismar.de

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