Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kobra am Campus: Wissenschafter untersuchen neue Anwendungen von Holz für die Architektur

04.09.2012
Seit kurzem erhebt sich am Campus Inffeld der TU Graz eine vier Meter hohe Kobra. Gefahr droht jedoch keine, handelt es sich bei der Gestalt doch um ein architektonisches Experiment, das die Vielseitigkeit des Baustoffs Holz eindrucksvoll unter Beweis stellt: Im Rahmen des FWF-Projekts „Non-Standard Architektur mit Ornamenten und planaren Elementen“ untersuchen TU-Wissenschafter neue Möglichkeiten des natürlichen Baumaterials für die Architektur.
Ein Rohstoff, der nachwächst: Österreich ist reich an Holz – ein Schatz, der sich vielseitig nutzen lässt. Dass sein Potenzial als Baumaterial noch lange nicht ausgeschöpft ist, davon sind Forscher der TU Graz überzeugt: „Die Kobra am Campus ist ein architektonisches Experiment. Wir wollen zeigen, was mit dem Material Holz alles möglich ist“, erklärt Projektleiter Albert Wiltsche vom TU-Institut für Architektur und Medien den Hintergrund der schlangenartigen Skulptur. Vom Kunstwerk über das Einfamilienhaus bis zum Nutzbau für die Industrie: „Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ist unendlich breit und umfasst diverse Anwendungen in der Architektur.“

Beliebig formbare Fassaden

Fünf-, Sechs- und Siebenecke ergeben ornamentale Formen und erlauben nahezu grenzenlosen geometrischen Gestaltungsspielraum. Digitale Technologien bieten Unterstützung in der Planung mitunter unkonventioneller Formen und Fassaden. Das Projekt besitzt zudem Relevanz für Lehre und Ausbildung: Neben Studierenden der TU Graz waren auch Schülerinnen und Schüler der Grazer Ortweinschule mit dabei. Sie fertigten wichtige Bauteile in ihrem Bauhof, ein Schwertransporter brachte diese auf den Campus Inffeld.

Kleben statt schrauben

„Geklebt und nicht geschraubt“ lautete das Grundprinzip in der Umsetzung. Wobei: „So wurde Holz noch nie geklebt“, stellt Wiltsche fest. Ein Spezialkleber hält Brettsperrholzplatten zusammen, die einzelnen Arbeitsschritte müssen exakt aufeinander abgestimmt sein. Dazu notwendige Tests wurden unter der wissenschaftlichen Leitung von Thomas Bogensberger im nahen Bautechnikzentrum der TU Graz durchgeführt: Das dort beheimatete Institut für Holzbau und Holztechnologie gilt international als „Wiege“ des verwendeten Brettsperrholzes. Was also als Werkstoff im eigenen Haus maßgeblich mitentwickelt wurde, wollen die Forscher nun in die architektonische Anwendung führen. Weitere Vorteile der Innovation: Kürzere Bauzeiten und damit geringere Kosten.

Die Forschungsaktivitäten sind Teil des wissenschaftlichen Schwerpunktfelds „Sustainability” der TU Graz: Forschung im Sinne der Nachhaltigkeit – darunter auch Nachhaltiges Bauen – steht hier im Fokus interdisziplinärer wissenschaftlicher Aktivitäten.

Rückfragen:
Ass.Prof. Mag.rer.nat. Dr.techn. Albert Wiltsche
Institut für Architektur und Medien
Email: wiltsche@tugraz.at
Tel: +43 (316) 873 4730

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Forschungsprojekt: Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden
17.07.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht „Mein Ideenhaus“ – Das neue Aktionshaus von Baufritz
10.07.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie