Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innenstadt ganz nah – das wünschen die Bürgerinnen und Bürger

01.08.2011
BBSR legt Auswertung seiner Bevölkerungsumfrage vor

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist mit den Lebensbedingungen in der eigenen Stadt zufrieden. Vor allem die Bevölkerung in der Innenstadt schätzt die Nähe zu Bildungs-, Kultur- und Konsumangeboten. Gleichzeitig befürchten viele Befragte, dass die Innenstädte an Attraktivität verlieren.

Das sind zentrale Ergebnisse der jährlichen Bevölkerungsumfrage des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat mit dem „Weißbuch Innenstadt“ einen breiten Kommunikationsprozess über die künftige Politik von Bund, Ländern und Gemeinden für die Stärkung der Innenstädte angestoßen. Bundesminister Dr. Peter Ramsauer hat das überarbeitete Weißbuch am 8. Juni 2011 vorgestellt. Um die Umsetzung des Weißbuchs zu unterstützen, legt das BBSR nun eine Sonderauswertung seiner Umfrage mit dem Schwerpunkt „Innenstadt“ vor.

Lebendige Innenstädte gehören für viele Befragte zu ihrem Lebensgefühl. Geschätzt werden vor allem die vielen Begegnungsmöglichkeiten und Erfahrungen, welche die städtische Öffentlichkeit bietet, sowie das dichte Netz von kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Einzelhandel. Besonders positiv bewerten die Befragten auch die wohnungsnahe Infrastruktur für Dinge des täglichen Bedarfs – etwa Lebensmittelläden, Bankfilialen oder Apotheken.

Innenstädte auch durch Belastungen geprägt

Schlechter sieht es mit der Beurteilung des Straßenbildes aus. So stören immer wieder Umweltbelastungen durch übermäßigen Verkehr, mancherorts leer stehende Geschäfte und Wohnungen, eine zu hohe Fluktuation in der Nachbarschaft, oder es fehlt das Grün. Wohngebiete in der Innenstadt werden sehr widersprüchlich bewertet: Einerseits gibt es die exklusiven, aufgewerteten Wohnlagen in historischen Altstädten, andererseits die belasteten Wohnlagen an Hauptverkehrsstraßen. Die innerstädtischen Wohnungen werden dennoch fast überall sehr stark nachgefragt, vor allem von jungen Erwachsenen und häufig auch von Haushalten mit geringerem Einkommen.

Viele Befragte sind durchaus bereit, sich für ihre Stadt und ihr Wohngebiet einzusetzen – allerdings in unterschiedlichem Umfang. Nur etwa ein Viertel der Erwachsenen ist für traditionell öffentliche Belange aktivierbar. Hinzu kommt, dass vielen Berufstätige kaum Zeit für bürgerschaftliches Engagement haben, sondern vielmehr selbst unterstützende Strukturen für ihre Alltagsbewältigung benötigen. Innerstädtisches Wohnen ist auch durch einen hohen Wechsel der Bewohner geprägt.

Weißbuch Innenstadt gibt Impulse

Die Umfrage belegt, wie wichtig es ist, die Innenstädte als Standorte für Handel, Gewerbe, Wohnen und Kultur zu stärken. Seit 2009 fördert der Bund gemeinsam mit den Ländern über das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ die Anstrengungen der Kommunen, die Zentren als Herz unserer Städte zu stärken. Auch das jüngst vorgelegte „Weißbuch Innenstadt“ enthält zahlreiche Handlungsvorschläge, wie die Innenstädte und Ortsmitten lebendiger werden können. In den nächsten Jahren werden im neuen Forschungsprojekt „Innovationen für Innenstädte“ des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus Modellvorhaben darin unterstützt, bei der Umnutzung großer leer stehender Gebäude oder Flächenbrachen neue Wege zu gehen.

Die Auswertung der Umfrage kann unter dem Stichwort „Stadtansichten“ kostenfrei per E-Mail an gabriele.bohm@bbr.bund.de angefordert werden. Unter http://www.bbsr.bund.de kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ eine PDF-Version abgerufen werden.

Kontakt:
Christian Schlag, Stab Wissenschaftliche Dienste, Telefon +49 228 99401-1484, E-Mail:christian.schlag@bbr.bund.de
Fachliche Ansprechpartnerin:
Dr. Gabriele Sturm, Referat I6 – Raum- und Stadtbeobachtung, Telefon +49 228 401-1360, E-Mail:gabriele.sturm@bbr.bund.de

Christian Schlag | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise