Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Haus der Zukunft: TU-Forscher erhalten erstes Zertifikat für Plus-Energie-Sanierungsprojekt

10.12.2012
Die eigenen vier Wände als "Energie-Fabrik": Ein Wohnbau-Sanierungsprojekt, begleitet von Forschern der TU Graz und vom AEE INTEC-Institut für Nachhaltige Technologien, hat soeben eine offizielle Anerkennung für einen außergewöhnlichen Energiespar-Erfolg erhalten.
Das Zertifikat der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen belegt, dass die Wissenschafter das erste Gebäude Österreichs durch Sanierung in ein Plus-Energiehaus verwandelt haben. Das bedeutet, dass es mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

Der Projekttitel "e80³ Gebäude" steht für die Ziele des Sanierungskonzepts: die Reduktion des Energiebedarfs um 80 Prozent, ein Anteil von 80 Prozent an erneuerbaren Energien und die Reduktion der CO2-Emissionen um 80 Prozent. Um diese Ziele zu erreichen, wurden im Laufe des Projekts vielfältige Maßnahmen gesetzt: So wie Menschen sich in der kalten Jahreszeit in mehrere Schichten Kleidung wickeln, wurde das Haus mit einer 30 Zentimeter dicken thermischen Außenhülle zur Wärmedämmung versehen.
Dadurch konnten die Heizkosten drastisch gesenkt werden. Außerdem wurden ökologische Materialien und erneuerbare Energien wie etwa Solarzellen eingesetzt. Eine weitere Innovation des Projekts: "Die Haustechnik-Elemente wie Strom- und Wasserleitungen wurden nach Außen in die Fassade des Gebäudes verlegt. So sind sie jederzeit schnell und einfach zugänglich, etwa für Reparaturen", erklärt Alexander Passer von der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsbewertung des Instituts für Materialprüfung und Baustofftechnologie der TU Graz, die das von AEE INTEC entwickelte Projekt begleitet hat.

Schonung der Umwelt und der Geldbörse

Seit Dezember 2010 arbeiten die Wissenschafter von AEE INTEC und der TU Graz gemeinsam mit sieben weiteren Projektpartnern und dem Bauherren Wohnbaugruppe ennstal an dem energiesparenden Sanierungskonzept. Die Montage der neuen Fassade der zu sanierenden Wohnanlage in Kapfenberg wurde Ende November 2012 fertiggestellt. Mit vielversprechendem Ergebnis: "Im fertig sanierten Gebäude wird der Energieverbrauch um 85 Prozent reduziert sein. Da das Haus zusätzliche Energie erzeugt, haben wir gemeinsam die Zertifizierung als Plus-Energie-Haus erreicht", freut sich Passer. Dies ist durch die wärmedämmende Fassade und die Strom- und Wärmeerzeugung durch Solarenergie gelungen. Bis April 2013 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen und bis Ende 2013 das gesamte Wohngebäude fertig saniert sein.

Serienmäßiges Energiesparen als Zukunftsvision

Die Forscher der TU Graz haben wichtige Aufgaben des Sanierungsprojekts übernommen: Sie waren an der Entwicklung von Konzept und Technologien beteiligt, gewährleisten die ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und sind für Fragen der Zertifizierung zuständig. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungs- und Technologieprogramms "Haus der Zukunft Plus" des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie realisiert. Für die Zukunft haben sich die Forscher der TU Graz und der Projektmanager Karl Höfler von AEE INTEC noch einiges vorgenommen: "Wir wollen, auf Basis des erfolgreichen Bauprojekts in Kapfenberg, Fertigteile für eine serienmäßige energiesparende Sanierung von Wohnbauten entwickeln", so Passer. Außerdem ist als weitere Sanierungsmaßnahme ein siedlungsweites Netz für Strom und Wärme geplant, um noch mehr Energie zu sparen: Wenn eines der Gebäude zu viel Strom oder Wärme produziert, fließt der Überschuss ins Netz und kann bei Bedarf später oder von einem anderen Gebäude verwendet werden.

Nachhaltigkeit für zukünftige technische Systeme ist eine facettenreiche Herausforderung in der Forschung. Im Field of Expertise "Sustainable Systems" sind Kompetenzen der TU Graz in den Bereichen Stadt- und Mobilitätsplanung, Nachhaltiges Bauen und Zukunftsfähige Energiesysteme zusammengefasst.

Rückfragen:
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Alexander Passer, MSc
Institut für Materialprüfung und Baustofftechnologie
Tel.: +43 (316) 873 - 7153
E-Mail: alexander.passer@tugraz.at

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.hausderzukunft.at/results.html/id5836
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Roboterzelle bereichert Forschung zur Holzbearbeitung
17.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Innovatives Sonnenhauskonzept des ISFH erreicht 20% Mehrertrag bei 35% geringeren Kosten
24.10.2017 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie