Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HafenCity Universität: gesplittete Abwassergebühr wertvoll für nachhaltige Stadtentwicklung

26.10.2010
Anlässlich sich mehrender Presseberichte (Welt, MOPO, taz) über die aktuelle Befassung der Hamburger Bürgerschaft zur Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr weisen Forscher der HafenCity Universität (HCU) auf die positiven Wirkungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung hin.

„Davon wird der der überwiegende Teil der Bürger profitieren. Der Begriff Regensteuer ist Quatsch und sollte nicht verwendet werden“, meint Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut, Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltige Stadt- und Infrastrukturplanung. „Bei der gesplitteten Abwassergebühr handelt es sich um kein neues Instrument, um den Bürgern Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Vielmehr gehe es um eine gerechtere, da verursacherbezogene Verteilung der enormen Kosten, die die Ableitung des Regenwassers von immer mehr versiegelten Flächen in Hamburg mit sich bringe. Auf mittlere bis lange Sicht müsste man eher von einer Segensteuer sprechen, denn Schäden durch Überschwemmungen würden verringert und auch die Umwelt gewinne, ergänzt der Fachmann.

Im Projekt SAWA (Strategical Alliance for integrated Water Management Actions) untersuchen die Experten der HCU, wie im Einzugsgebiet des Stadtbaches Wandse Schäden durch Hochwasser vermieden werden können. Sie nehmen dazu Maßnahmen unter die Lupe, die gleichzeitig die ökologische Qualität des Baches aufwerten können, der durch Rahlstedt, Tonndorf und Wandsbek fließt und im Eilbekkanal in die Außenalster mündet.

„Die gesplittete Abwassergebühr kann dazu beitragen, dass künftig weniger Flächen versiegelt werden oder gar versiegelte Flächen vom Kanalnetz abgekoppelt werden.“ Nach Untersuchung der HCU könnte das Niederschlagswasser auf dem überwiegenden Teil der Grundstücke im Einzugsgebiet der Wandse versickert werden - so könnten die Eigentümer ihre Regenwassergebühr weiter verringern oder ganz sparen. Der neue Gebührenmaßstab setze nun auch in Hamburg einen finanziellen Anreiz, Anlagen zur Versickerung oder Verdunstung von Regenwasser zu errichten.

Tobias Ernst, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe, fasst zusammen, wie die Flächenversiegelung der Stadt schadet. „Durch die Trennkanalisation wird das Wasser von den überbauten Flächen der Stadt sehr schnell in die Wandse und ihre Nebengewässer abgeleitet. Bei extremen Niederschlägen kann es zu Überschwemmungen kommen, die Schäden an Autos oder Gebäuden nach sich ziehen.“ Der beschleunigte Abfluss des Regenwassers führe aber auch zu einer Verarmung der Lebensgemeinschaften in den Bächen, weil durch die Hochwässer Tiere wie Insektenlarven, Muscheln und Schnecken weggespült oder gar getötet würden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichte Hamburg dagegen vorzugehen.

Die HafenCity Universität Hamburg ist als Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung europaweit einzigartig. Sie richtet Lehre und Forschung auf die Zukunft von Metropolen aus. Die Arbeitsgruppe Nachhaltige Stadt- und Infrastrukturplanung arbeitet an Konzepten zum Umgang mit Wasser in der Stadt und wie Hamburg fit für den Klimawandel gemacht werden kann.

Im Interreg IVb Projekt SAWA (Strategical Alliance for integrated Water Management Actions www.sawa-project.eu) entwickeln 22 Partnerinstitutionen aus 5 Nordseeanrainerstaaten Strategien zur Vermeidung von Hochwasserschäden und Förderung naturnaher Gewässer.

Kontakt Projekt:
Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut
HafenCity Universität Hamburg
Tel: 040/42827-5095
oder Tobias Ernst 040/42827-5347
Rückfragen und Kontakt zum Präsidium der HCU:
Mechtild Freiin v. Münchhausen
HafenCity Universität Hamburg
Leiterin des Referats für Kommunikation
(0)40 – 4 28 27-27 30
Mechtild.vonMuenchhausen@hcu-hamburg.de

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw
Weitere Informationen:
http://www.hcu-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Innovatives Hybridsystem in der Gebäudetechnik
15.12.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Fassaden, die mitdenken
06.12.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik