Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gut informierte Häuslebauer sparen am Ende Energie – DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ mit Sanierungs-ABC

15.08.2012
Wer saniert oder neu baut, steht anfangs vor einem Dschungel aus Fachbegriffen.

Viele Bauherren verlassen sich auf das Wort ihres Architekten oder Energieberaters. Doch auf dem Bau warten viele Fallstricke, und auch Architekt und Berater können nicht jeden Schritt kontrollieren.

„Wer selbst gut informiert ist und den Überblick behält, umgeht Fettnäpfchen und spart am Ende Energie – im Haus, aber auch die eigene“, sagt Andreas Skrypietz, Leiter der Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ein wichtiger Begriff, den Bauherren kennen sollten, sei die Fachunternehmererklärung. Skrypietz: „Was auf Beamtendeutsch so kompliziert klingt, ist nicht mehr als eine Bescheinigung, dass der Handwerker seine Arbeit korrekt gemacht hat. Aber die ist enorm wichtig.“

Erklärung ist Pflicht für Bauschritte, die beim Energiesparen helfen
Wenn das beauftragte Unternehmen von sich aus eine Fachunternehmererklärung vorlegt, sei das für den Bauherrn ein Beleg, dass der Betrieb sich an die gesetzlichen Vorschriften gehalten habe, erklärt der gelernte Energieberater Skrypietz. Die Fachunternehmererklärung sei laut Energieeinsparverordnung (EnEV) Pflicht für alle Bauschritte, die später beim Energiesparen helfen. Das könne der Einbau neuer Fenster sein, die Erneuerung der Heizung, aber auch das Dämmen und Verputzen von Außenwänden, Kellerdecke und Dach.
Besonders, wenn der Bauherr Sanierungsförderung beantragt hat, sei eine fehlende Erklärung ärgerlich, so Skrypietz. „Wenn die Erklärung vom Handwerker nicht vollständig ausgefüllt wird oder die einzelnen Werte nicht plausibel sind, erkennen Zuschussgeber sie nicht an“, sagt er weit er. Dann komme im Nachhinein viel Arbeit und Ärger auf den Bauherren zu. Er müsse belegen, dass sein Haus die verlangten Effizienzstandards erfüllt. Wenn Handwerker keine Fachunternehmererklärung abgeben, könne dies aber auch ein Indiz dafür sein, dass sie die Fachkriterien missachtet haben.

Schimmelgefahr, wenn Dämmmaterialien falsch angebracht werden
Das könne wiederum fatale Auswirkungen haben: Würden Dämmmaterialen falsch angebracht, entstünden in der Regel Wärmebrücken. Über sie werde die Wärme aus den Räumen schneller nach außen transportiert als durch andere Bauteile. Das sei etwa an Deckenanschlüssen, Fensterrahmen, Ecken im Haus oder ungedämmten Stahlbetonbauteilen der Fall. „An diesen Stellen ist die Schimmelgefahr besonders groß, weil sich dort gut Feuchtigkeit bilden kann“, sagt Skrypietz.
Hydraulischer Abgleich senkt Energiebedarf
Auch der Einbau einer neuen Heizung dürfe laut Förderrichtlinien nur mit hydraulischem Abgleich erfolgen, der ebenfalls bescheinigt werden sollte. Dabei nehme der Handwerker an der Heizung kleinere Einstellungen vor, die die Wärme im Haus gleichmäßig verteilen. Im höchstgelegenen oder weitest entfernten Raum werden die Heizkörper bei gleicher Pumpleistung dann genau so warm wie am zur Hauptanlage nächstgelegenen Heizkörper. Allein dieser Abgleich senke den Energiebedarf um zehn bis 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr.

Zudem sei der Aufwand dafür relativ gering, sagt Skrypietz: „Der Effizienzschub und mögliche bauliche Herausforderungen finden in der Regel ausschließlich im Keller statt, weil dort die Hauptanlagen stehen.“ Die Kosten für das Verbessern der alten Anlage oder den Einbau moderner Hocheffizienzpumpen zahlten sich wegen der Energieeinsparung schon innerhalb von zwei Jahren aus. “Wenn Heizungsinstallateure diesen Abgleich nicht durchfü hren, wird der vom Gesetzgeber verlangte Energieeffizienzstandard möglicherweise nicht erreicht“, so Skrypietz. Die Fachunternehmererklärung sollte auf jeden Fall angefordert werden, wenn der Handwerker sie nicht von sich aus vorlege.

Weitere Fachbegriffe erklärt „Haus sanieren – profitieren“ in einem Sanierungs-ABC im Internet:

http://www.sanieren-profitieren.de/1547.html

| DBU-Presseabteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.sanieren-profitieren.de/1547.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie