Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GeoJETTING-Technologie weckt Erwartungen

02.09.2008
Bochum erfolgreich im Clustermanagement - Erstes Joint Venture-Unternehmen der Hochschule Bochum mit der Industrie

Forschung ist nicht selten ein Prozess der kleinen Schritte. Dass das an der Hochschule Bochum neu entwickelte Verfahren des "GeoJetting" zur Erschließung von Erdwärme eine andere Gangart kennt, zeigt nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem erstmals im Juni verliehenen Ruhr2030 Award des Initiativkreises Ruhr.

Dieser 50.000 Euro-Forschungspreis wurde an Professor Dr. Rolf Bracke, Dipl.-Ing. Volker Wittig und Tim Türich vom GeothermieZentrum Bochum verliehen. Die drei Wissenschaftler haben innerhalb von 3 Jahren ein neuartiges Bohrverfahren entwickelt. Damit wird ein einfacherer und schnellerer Einbau von Erdwärmetauschern ermöglicht; mit deren Hilfe können Gebäude aller Größenordnungen ihre Wärme aus dem Boden ziehen.

Das von den Bochumern entwickelte Bohrverfahren arbeitet mit 1000 bar Wasserdruck und ermöglicht eine deutlich höhere Eindringgeschwindigkeit als bisher. "Wir sind damit fünf Mal so schnell wie andere traditionelle Bohrverfahren", so Volker Wittig.

Das patentierte Verfahren findet jetzt seine Anwendung bei einem eigens gegründeten Unternehmen, der "Vaillant GeoSysteme". Dieses Joint Venture mit dem führenden Hersteller im Bereich der Heizungs- und Klimatechnik stellt sich heute der Öffentlichkeit vor.

"Mit der Ansiedlung der Vaillant geoSYSTEME GmbH verzeichnet die Stadt Bochum einen weiteren Erfolg in der Entwicklung des Geothermie-Clusters", so Dipl.-Wirt.Ing. Joachim Hantusch von der Wirtschaftsförderung Bochum.

Vor zwei Jahren erst hatte die Stadt Bochum aufgrund der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten an der Hochschule Bochum, am GeothermieZentrum Bochum und an der Ruhr-Universität Bochum die Federführung im Themenfeld Geothermie (Nutzung der Erdwärme) für die Metropole Ruhr übernommen. Durch das Eingehen strategischer Kooperationen weitete sie diese auf ganz NRW aus.

Die weltweit operierende Vaillant Group plant als Geothermie-Systemanbieter in den nächsten fünf Jahren einen Marktanteil bei den wärmepumpengestützten Systemen von 15 %.

Die Erfolgserwartungen, die Fachleute unisono mit Politik und Wirtschaft in die neue Technik setzen, sind groß. Sieht die Vaillant Group hier den größten Wachstumsmarkt der Branche, suchen Wissenschaft wie Politik Alternativen zu fossilen Brennstoffen als Energielieferant. Nahezu 90 % des Energiebedarfs von Wohngebäuden entfällt auf das Heizen und auf die Warmwasserbereitung. Deshalb kommt gerade der heimischen Energiequelle Geothermie eine große Bedeutung zu. Sie kann nahezu überall beim Heizen und Kühlen von Gebäuden zum Einsatz kommen.

Die Hochschule Bochum hat wichtige Beiträge sowohl bei der Entwicklung der neuen Technik als auch für die Entstehung des Gemeinschaftsunternehmens mit Vaillant geleistet. Mit Unterstützung der PROvendis Patentverwertungsgesellschaft der NRW-Hochschulen erhielt das geoJETTING die nationalen und internationalen Schutzrechte. Auch bei deren anschließender Vermarktung haben die Hochschule und PROvendis eng kooperiert.

Dabei wurde mit Vaillant ein namhafter Käufer gefunden, was schließlich den Anstoß zu der Firmengründung gab. Die Hochschule Bochum ist schon oft Geburtsort für Unternehmensgründungen gewesen. Dieses Mal ist sie dennoch besonders stolz, dass der Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu einer ersten gemeinsamen Ausgründung mit einem Wirtschaftsunternehmen geführt hat.

Natürlich wird - wie bei anderen Forschungsprojekten des GeothermieZentrums Bochum - auch bei dieser Technologie die Entwicklung weitergehen. Dafür ist auch das Preisgeld des Initiativkreises Ruhr eine gute Ressource, weiß Volker Wittig. Ein Folgeverfahren ist bereits auf dem Weg. Und die Hochschule Bochum wird die Vision des GeothermieZentrums für das Ruhrgebiet unterstützen, die auch zum Motto der beiden Gründer Tim Türich und Volker Wittig geworden ist: "Vom Kohlebergbau zum Wärmebergbau - mit Know-how von der Ruhr".

Detlef Bremkens | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-bochum.de/
http://www.geothermie-zentrum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Die Brücke, die sich dehnen kann
20.02.2018 | Technische Universität Wien

nachricht Zustandsmatrix zur Beurteilung des Gefahrenpotentials von Gebäuden
20.02.2018 | HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Good vibrations feel the force

23.02.2018 | Physik Astronomie

Empa zeigt «Tankstelle der Zukunft»

23.02.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics