Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ESA plant Mondbasis aus dem 3D-Drucker

01.02.2013
Konsortium untersucht Mondgestein als Baumaterial

Die europäische Weltraumbehörde ESA hat sich mit Industriepartnern und den Architekten Foster + Partners zusammengetan, um die Möglichkeit zu untersuchen, eine Mondbasis mittels 3D-Druck zu bauen. Das Konsortium zielt insbesondere darauf ab, dazu mit robotischen Druckern Mond-Regolith - lockeres Oberflächengestein - als Baumaterial zu verwenden. Denn das hat den Vorteil, dass es vor Ort praktisch frei verfügbar ist und nicht erst teuer von der Erde herangeschafft werden müsste.


Gedruckte Kuppeln: So könnte ein Bauwerk aussehen (Foto: Foster + Partners)

Ganze Gebäude auf dem Mond

"Terrestrische 3D-Druck-Technologie hat ganze Strukturen geschaffen", so ESA-Projektleiter Laurent Pambaguian. Daher lag es nahe zu untersuchen, ob der Ansatz auch zum Aufbau eines Mond-Habitats geeignet ist. Foster + Partners hat dazu mit Partnern ein Design für ein Vier-Personen-Haus entwickelt, bei dem nur ein röhrenförmiges Grundmodul per Rakete zum Mond befördert werden muss. Aus einem Ende kommt dann eine aufblasbare Kuppel, die den weiteren Aufbau stützt.

Der Plan ist, mit robotischen 3D-Druckern schichtweise Regolith über die aufblasbare Kuppel anzulagern und so eine wirklich stabile, schützende Struktur zu erhalten. Das Design ist Foster + Partners zufolge geeignet, Schutz vor Meteoriten, Gammastrahlung und starken Temperaturschwankungen, wie sie auf weiten Teilen der Mondoberfläche üblich sind, zu bieten. Die Struktur setzt dabei auf einen hohlen zellularen Aufbau ähnlich Schaumstoff. Das soll strukturelle Stärke sicherstellen, ohne viel Bindemittel zu erfordern. Der Bau soll nahe dem Mond-Südpol erfolgen, da hier praktisch ständig Licht ist und sich Temperaturschwankungen in Grenzen halten.

Vielseitiger Ansatz

Am Projekt war unter anderem auch die italienische Firma Alta SpA http://www.alta-space.com beteiligt, der zufolge im Rahmen des Projekts 3D-Drucktechnolgie so angepasst wurde, dass sie auch im Vakuum der Mondoberfläche funktioniert. Um die Funktionalität der Methode zu demonstrieren, wurde aus simuliertem Mondgestein ein 1,5-Tonnen-Block in einer Vakuum-Kammer gedruckt.

Derartige 3D-Drucktechnologie soll die Eroberung des Weltraums vorantreiben.

Darauf setzt freilich nicht nur die ESA, und die potenziellen Anwendungsgebiete sind vielfältig. Die NASA beispielsweise will Raumschiffen die Rückkehr zur Erde dank Regolith-gedruckter Hitzeschilde ermöglichen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120917002 ). Kürzlich vom Unternehmen Deep Space Industries vorgestellte Pläne für den Asteroiden-Berbau wiederum sehen vor, dass langfristig Ersatz- und Bauteile im Weltraum gedruckt werden.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.esa.int
http://www.fosterandpartners.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise