Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Technik soll Großbauprojekte besser planbar machen

04.08.2015

Wie digitale Methoden Großbauprojekte pünktlicher, effizienter und transparenter machen können, untersuchen Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und Kollegen der TU München sowie Industriepartner in den kommenden zwei Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft „INFRABIM“, deren Sprecher Prof. Dr. Markus König von der RUB ist, hat sich in einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur durchgesetzt und erhält rund eine halbe Million Euro Fördermittel.

„Building Information Modeling“ kann Bauvorhaben besser planbar machen

Großbauprojekte bestehen oft aus vielen Teilprojekten, die schwer zu koordinieren sind und sich oft gegenseitig behindern. Das Resultat ist, dass der Bauablauf häufig in Verzug gerät und die Kosten steigen. Nicht nur ein Neubau kann Schwierigkeiten bereiten, sondern auch Instandsetzungsarbeiten oder ein Rückbau.

Digitale Methoden wie „Building Information Modeling“ (BIM) können helfen, Projekte realistischer zu planen. Für die Methode werden digitale Modelle eines Bauwerks über den gesamten Lebenszyklus erstellt. Die Idee: Jede Maßnahme wird zunächst virtuell vollzogen und dann in die Realität umgesetzt. So lassen sich Probleme identifizieren, bevor sie tatsächlich entstehen.

Mehr Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue bei Großbauprojekten

Die „INFRABIM“-Gruppe begleitet vier Infrastrukturprojekte, die sich derzeit in unterschiedlichen Phasen der Planung beziehungsweise des Baus befinden, und untersucht, in welchem Umfang BIM-Methoden in den einzelnen Vorhaben angewandt wurden. Das Team entwirft jeweils auch einen idealen Projektverlauf, der sich ergeben hätte, wenn BIM-Methoden im gesamten Prozess Einsatz gefunden hätten. Das Ergebnis vergleichen die Forscher mit dem tatsächlichen Projektverlauf.

Am Ende wollen sie konkrete Handlungsempfehlungen vorlegen; diese sollen Auftraggeber in die Lage versetzen, Projekte mit BIM einfach und erfolgreich auszuschreiben, zu beauftragen und zu überwachen. Dabei beachtet „INFRABIM“ sowohl private als auch öffentliche Auftraggeber.

„Wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Bauens in Deutschland“

Die RUB-Ingenieure sind Ansprechpartner für den Rastatter Eisenbahntunnel auf der Schienenstrecke Karlsruhe – Basel. Sie haben umfangreiche Erfahrungen mit „Building Information Modeling“ und beschäftigen sich auch im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 837 mit digitalem Planen und Bauen im Tunnelbau.

„Die Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ist ein erster wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens in Deutschland“, sagt Markus König. „Die BIM-Methode kann als Treiber eines grundlegenden Kulturwandels verstanden werden, um Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue bei Großprojekten zu verbessern.“

Projektpartner

Die RUB kooperiert in der Arbeitsgemeinschaft „INFRABIM: Infrastrukturbauwerke mit BIM planen und bauen“ mit „Obermeyer Planen + Beraten“, „AEC3 Deutschland GmbH“, „Kapellmann und Partner“ sowie der Technischen Universität München.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Markus König, Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen, Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23047, E-Mail: koenig@inf.bi.rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen