Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit Baumaterialien mit der Architektur mithalten

03.06.2011
Form trifft Technologie: Die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz forscht an Leichtbautechnologien für Brücken, Überdachungen und Hallen

Das Dach des Münchner Olympiastadions und die Kirche Sagrada Familia in Barcelona sind zwei bekannte Beispiele für organische Architektur - die Form des Bauwerkes entsteht dabei aus seiner Funktion und dem verbauten Material heraus.

"Diese organische Architektur hat sich beim Bau von Gebäudehüllen in den vergangenen Jahren weit verbreitet. Neben der Freiform-Gestaltung steht dabei die Integration von Funktionen in die Gebäudehülle im Vordergrund - etwa die Beleuchtung oder Energieerzeugung", sagt Dr. Sandra Gelbrich von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der Technischen Universität Chemnitz und ergänzt: "Mit konventionellen Materialen wie Stahlbeton, Stahl oder Holz kann so etwas nicht umgesetzt werden. Gebraucht werden neue Leichtbaukomponenten und variable Herstellungstechnologien."

Gelbrich leitet seit dem 1. Mai 2011 das Verbundforschungsprojekt "Entwicklung von neuen, leichtbaugerechten Strukturkomponenten und Verarbeitungstechnologien für neue Generationen von Tragwerken", an dem neben der Professur SLK der TU Chemnitz auch die Fiber-Tech Group und die Unternehmensgruppe Erfurth + Partner sowie die Hentschke Bau GmbH, die Steelconcept GmbH und das Sächsische Textilforschungsinstitut STFI e.V. beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt für 25 Monate mit mehr als zwei Millionen Euro von der Sächsischen AufbauBank (SAB).

Das Augenmerk liegt auf dem Einsatz von neuen Faser-Kunststoff-Verbunden (FKV), deren Festigkeit und Steifigkeit richtungsabhängig und dadurch variabel ist. Außerdem sind sie kaum anfällig für Rost. Die FKV können speziell für ihre späteren Aufgaben maßgeschneidert werden und sind extrem leicht. Die Wissenschaftler wollen das Potenzial der FKV für den Einsatz als Baumaterial besser ausschöpfen. "Dafür sind neue Lösungskonzepte nötig. Im Forschungsprojekt soll die Basis für die Anwendung leichtbaugerechter Strukturkomponenten in modularer Bauweise für Tragwerke geschaffen werden. Dazu zählen etwa Brücken, Überdachungen und Hallen", sagt Gelbrich und ergänzt: "Durch die zielgerichtete Kombination von neuartigen, kosten- und energieeffizienten Leichtbautechnologien und fortschrittlichen Funktionsbauweisen streben wir die Entwicklung von flexibel gestalteten Tragsegmenten in Verbundbauweise für neue Generationen von Tragwerken an."

Das Projekt wird auch von der Stadt Chemnitz unterstützt. So finden unter Leitung von Baubürgermeisterin Petra Wesseler ab Oktober 2011 projektbegleitende Workshops statt, die sich mit Material, Formfindung und Technologie für Architekten und Ingenieure beschäftigen. Zudem stellt die Stadt Chemnitz eine Referenzfläche für die im Projekt entwickelten und umgesetzten Demonstratoren zur Verfügung. Die Wissenschaftler planen zwei verschiedene Tragwerke: eine Leichtbaubrücke und einen Leichtbaupavillon. "Wir sind zuversichtlich, dass durch dieses Projekt ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Chemnitz entsteht und somit auch ein Mehrwert für die beteiligten sächsischen Unternehmen erzielt wird", sagt Prof. Dr. Lothar Kroll, Inhaber der Professur SLK, und ergänzt: "Herausragend für das Forschungsprojekt ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Atelier des gebürtigen Chemnitzers Prof. Frei Otto, der in beratender Funktion wichtige Denkanstöße in Richtung Formfindung und Technologie gibt." Otto zählt zu den wichtigsten Vertretern organischer Architektur - von ihm stammt unter anderem das Dach des Münchner Olympiastadions.

Weitere Informationen erteilt Projektleiterin Dr. Sandra Gelbrich, Telefon 0371 531-32192, E-Mail sandra.gelbrich@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Maximale Sonnenenergie aus der Hausfassade
23.11.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Roboterzelle bereichert Forschung zur Holzbearbeitung
17.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung