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Energieeffizienz als Herausforderung für die Zukunft - Experten berieten zum Thema "Die Energieoptimierte Stadt"

27.11.2007
Wie kann Energie als immer teurer werdende, aber endliche Ressource, effizient eingesetzt werden? Welche technischen, organisatorischen und ökonomisch sinnvollen Lösungsansätze gibt es, Städte und Regionen so zu gestalten, dass so wenig wie möglich Energie - in welcher Form auch immer - eingesetzt werden muss? Wie können Kreislaufprozesse initiiert werden?

Fragen, denen sich Experten aus Architektur, Wirtschaft, Versorgungstechnik, Chemie und Städtebau stellen müssen und wollen. Angesichts der Brisanz und Aktualität luden FH Lausitz, Stadt Cottbus und Vattenfall Europe Mining & Generation im Rahmen der 7. Wissenschaftstage der Hochschule zur Tagung "Die energieoptimierte Stadt" nach Cottbus ein. Diese wurde am 22. November im Stadthaus eröffnet und am 23. November an FH Lausitz fortgesetzt wurde.

In drei Workshops erarbeiteten die Fachleute interdisziplinäre Lösungsansätze, wie die energieoptimierte Stadt der Zukunft aussehen kann und welche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten dafür notwendig sind. "Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges, den die Experten der verschiedenen Metiers gemeinsam beschreiten müssen", wertet Professor Dr. Kathrin Lehmann, Prodekanin aus dem Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau der FH Lausitz das Ergebnis dieser ersten Bündelung der Kompetenzen in der Region. "Der Konzern Vattenfall sieht seine Rolle dabei ganz klar in der Vernetzung des ausgezeichneten Wissens der Hochschule mit der Industrie", erklärt Honorarprofessor Dr. Detlev Dähnert, Prokurist von Vattenfall Europe Mining & Generation.

Ein langer, schlanker Turm ist zu sehen. Während in einer Hälfte des Turms die gewohnten Glitzerfassaden dominieren, ranken Baumwipfel aus den Etagen der anderen Seite. Ein riesiges Anbaugebiet mitten in einer verkehrsumtosten Stadt, gleich neben Büros, Banken und Einkaufsmeilen. Eine Utopie, gewiss, aber ein möglicher Ansatz, wie Energieeinsatz, Klimaschutz - das urbane Leben der Zukunft - aussehen könnte. Experten der Fachhochschule Lausitz, der Konzern Vattenfall und die Stadt Cottbus hatten zur Tagung an die Fachhochschule Lausitz geladen.

Die Themenvielfalt zeigte sich in drei Workshops, in denen sich die aus ganz Deutschland angereisten Fachleute, Praktiker und Dozenten aus verschiedenen fachlichen Positionen dem drängenden Problem Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz näherten. "Der sparsame Einsatz von Energie steht im Vordergrund - die Suche nach Antworten auf die Frage nach Wegen, Energie so effizient wie möglich zu nutzen, ist eine der drängendsten unserer Zeit. Für ein Unternehmen wie Vattenfall ist es deshalb Bestandteil seiner gesellschaftlichen Verantwortung, die Forschung nach Lösungswegen zu unterstützen", begründet Honorarprofessor Dr. Detlev Dähnert, Prokurist von Vattenfall Europe Mining & Generation, warum sich der Energiekonzern intensiv an Vorbereitung und Moderation der Tagung beteiligt.

Fossile Energieträger sind endlich. Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem breiten Katalog verschiedener Klimaschutzziele. "So soll sich bis 2020 die Energieproduktivität verdoppeln", beschreibt Ministerialrat Wolfgang Ornth, vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wohin der Weg gehen soll. In knapp 13 Jahren soll also die gleiche Menge Energie den doppelten Nutzen erzielen, beispielsweise ein Gebäude mit der Hälfte an Energieverbrauch auf Wohlfühltemperatur gebracht werden können. Wie das technisch umsetzbar ist, diskutierten die Fachleute aus Architektur, Städtebau und Versorgungs- und Bauststofftechnik in einem der Workshops. Passivhäuser, Gebäude, die kaum noch Wärme an die Außenwelt abgeben und deshalb mit einem äußerst geringen Heizwärmeverbrauch auskommen, sind eine Antwort der Architekten und Ingenieure. Die Anforderungen an die Planer nehmen zu, denn das Passivhaus, ganze Städte und Wohngebiete müssen künftig nicht nur ästhetischen und funktionalen, sondern zunehmend auch ökologischen Kriterien genügen. Der Einsatz entsprechender Materialien spielt dabei ebenso eine Rolle, wie Standortwahl und bauliche Ausprägungen. "Hier ist noch ein enormer Diskussionsbedarf vorhanden", resümiert Prof. Dr.-Ing. Ralf-Rüdiger Sommer, Moderator des Workshops von der FH Lausitz.

Mit der Frage, welche Energiesparpotentiale Städte und Gemeinden überhaupt haben, beschäftigten sich die Teilnehmer eines der Workshops unter Leitung von Prof. Dr. Kathrin Lehmann (FH Lausitz). Technische Entwicklungen erschließen ganz neue Möglichkeiten, mit Energie umzugehen. Über die Planung virtueller Minutenreservekraftwerke, die Lastspitzen beim Energiebedarf abdecken bis hin zur Abwägung der Vor- und Nachteile der dezentralen Energieversorgung reichten die Diskussionsbeiträge der Fachleute. "Wir haben heute einen Anfang gemacht und befinden uns auf einem langen Weg", so Professor Dr. Kathrin Lehmann.

Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, die als treibende Kraft der gesellschaftlichen und industriellen Entwicklung gelten. Die Beziehungen zwischen Stadt und Umland sind angesichts knapper werdender Ressourcen und dichter besiedelter Städte wichtiger denn je. Ein weiterer Workshop unter Leitung von Prof. Dr. Uta Steinhardt von der FH Eberswalde postulierte, dass auch im Flächenland Brandenburg, die Fläche eine knappe Ressource ist, die es intelligent zu nutzen gilt. Die Beziehungen Stadt-Umland müssen enger werden, mehr auf Austausch, denn als Einbahnstraße konzipiert sein.

Bereits die Vielfalt der Diskussionsbeiträge zeigte, wie vielschichtig und aktuell das Thema Energienutzung und Ressourcenschonung alle fachlichen Disziplinen durchzieht und wie groß der Diskussionsbedarf ist. "Die FH Lausitz hat in dieser Frage mit ihrer speziellen fachlichen Ausrichtung und der Vernetzung der Fachgebiete einen klaren Vorteil", unterstrich Prof. Eberhard Brandt aus dem Fachbereich Architektur/ Bauingenieurwesen/ Versorgungstechnik der Hochschule. Die Experten waren sich einig: "Dies kann erst der Anfang sein, weitere vertiefende Gespräche und Workshops zum Thema werden folgen."

Informationen sowie alle Vorträge sind im Internet unter www.fh-lausitz.de zu finden.

Teilnehmer und Themen:
Moderation: Prof. Dr. Detlev Dähnert (Prokurist Vattenfall Europe Mining & Generation)
Energiesparpotentiale von Städten und Gemeinden: Moderation: Prof. Dr. Kathrin Lehmann (FH Lausitz, Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau)
Referenten: Dipl.-Ing. Eva Maria Kurscheid (TU Chemnitz), Sebastian Bolay (Universität Potsdam), Prof. Dr. Stefan Zundel (FH Lausitz, Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau, Vizepräsident der Hochschule für Forschung und Technologietransfer), Dipl.-Ing. Rainer Höttecke, GTE GmbH & Co. KG)
Ökologischer Stadtwandel: Moderation: Prof. Dr. Ralf-Rüdiger Sommer (FH Lausitz, Fachbereich Architektur/ Bauwesen/ Versorgungstechnik)
Referenten: Prof. Dr. Eckhart Hahn (Universität Dortmund), Dipl.-Ing. Olaf Reiter (Architektengemeinschaft Reiter und Rentzsch, Dresden), Lür Meyer-Bassin, (meyer und bassin, architekten, Dresden), Dr. Dirk Funhoff (BASF Ludwigshafen)
Umlandressourcen - Erhalt und Nutzung: Moderation: Prof. Dr. Uta Steinhardt, FH Eberswalde
Referenten: Felix Müller (Zentrum für Agrarlandforschung Münchberg), Heiner Petersen (Gut Wilmersdorf), Dr. Michael Rode (Institut für Umweltplanung, Leibnitz Universität Hannover),

Informationen sowie die Vorträge sind ab 3. Dezember im Internet unter http://www.lautt.de zu finden.

Text: Jana Wieduwilt

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Kathrin Lehmann
Fachhochschule Lausitz
Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau
Telefon: 03573 85-511
E-Mail: klehmann@iem.fh-lausitz.de

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.lautt.de
http://www.fh-lausitz.de

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