Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leckortung in Fernwärmerohren

22.04.2002


Am Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) in Saarbrücken wurde ein Prüfsystem entwickelt, mit dessen Hilfe Fernwärmerohre von der Erdoberfläche aus punktgenau auf Leckagen geprüft werden können. Der Aufwand für das Abtragen von Erdreich wird somit minimiert.

Wenn Fernwärmeleitungen undicht sind, beginnt oft eine zeitraubende und kostspielige Suche nach dem Leck. Zwar kann man durch eine einfache Überprüfung feststellen, ob in einer Leitung ein Leck aufgetreten ist. Für die genaue Lokalisierung und Reparatur des Lecks reicht das aber nicht aus. So sind in der Regel die Ortsvorgaben mit der Angabe, wo die Leitungen freizulegen sind, sehr ungenau. Kosten- und zeitintensiv wird es vor allem dann, wenn das Leck sich an einer anderen Stelle als der freigelegten befindet. Am Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) in Saarbrücken wurde jetzt ein Prüfsystem entwickelt, das hier Abhilfe schafft . Mit dem Leckortungs-System können Fernwärmerohre von der Erdoberfläche aus geprüft werden. Der Aufwand für das Abtragen von Erdreich wird minimiert, da vor den Grabungsarbeiten punktgenau die fehlerhafte Stelle bestimmt werden kann.

Die Gefahr, dass Leckagen auftreten, ist sehr groß, da das Erdreich unserer Städte mit einem weitverzweigten Netz unterschiedlichster Rohr- und Leitungssysteme (Kommunikationsleitungen, Wasser- und Energieversorgungsleitungen) durchzogen ist. Je häufiger "gebuddelt" wird, umso größer ist das Risiko, andere Leitungen zu verletzen. Eine weitere Ursache für Leckagen sind Schweißnahtfehler.

"Endlich können wir die Forderung von Rohrherstellern und Betreibern von Leitungssystemen erfüllen, schon im Anfangsstadium der Leckbildung eine punktgenaue Detektion vorzunehmen. Bislang war dies nur eingeschränkt möglich. Das ist wichtig, denn bereits kleinste Feuchte-stellen können zu Energieverlusten und zu aufwendigen Reparaturmaßnahmen führen." erläutert Institutsleiter Siegfried Kraus, der für diese Neuentwicklung einen großen Bedarf sieht. Den Transfer der neuen Technologie in die Industrie übernimmt ein Industriepartner des Fraunhofer IZFP. Die Firma FiB Fernwärme-Ingenieurbau GmbH (Berlin) hat die Exklusivlizenz erhalten, um das neue Verfahren europaweit zu vermarkten.

Dr. Rainer Becker, der Entwickler des Verfahrens, erklärt: "Das System basiert auf einer phasenselektiven Magnetfeldabtastung. Dabei wird Wechselstrom statt des üblicherweise verwendeten Gleichstroms in die Überwachungsdrähte eingespeist."
Die Wechselstromfrequenz wird bezüglich des Messeffektes und der Störeinflussunterdrückung optimiert. Beim Anlegen einer Wechselspannung an den Überwachungsdraht stellt sich auch bei einer Leitung ohne Feuchtigkeit ein Wechselstrom in der Leitung ein, der durch die Kapazität der Zweidrahtleitung, genommen über die Gesamtlänge des Leitungssystems, bestimmt wird. Bei der Leitung mit Feuchtigkeit kommen zu dem Übergangswiderstand an der Feuchtestelle zusätzlich induktive Widerstandsanteile hinzu. Der an der Einspeisestelle gemessene Widerstand ist komplex (Impedanz), so dass sich eine entsprechende Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung einstellt.

Das Prüfgerät besteht aus einem Wechselstromgenerator mit Strombooster, einem
Magnetfeldsensor, einer Analog-Elektronik mit Verstärker und phasenselektivem Gleichrichter sowie einer digitalen Auswerteeinheit.


Rückfragen an:
Dr. Rainer Becker
Telefon: +49 (0) 6 81/93 02-38 50
E-Mail: becker@izfp.fhg.de

Susanne Hoffmann | idw

Weitere Berichte zu: Fernwärmerohren Leck Leckortung Leitung Prüfverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wohn­haus mit drei "Häu­sern" im Haus
24.06.2015 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Smarte Fenster passen Licht und Durchsicht an
12.06.2015 | University of Cincinnati

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Windturbinen unter Brücken sind sinnvoll

Ansatz für dicht verbaute oder schützenswerte Gebiete attraktiv

Laut einem spanisch-britischen Forscherteam wäre es sinnvoll, unter großen Brücken Windturbinen zur Stromgewinnung zu verbauen. Denn Modellrechnungen am...

Im Focus: Forschungsschiff Heincke seit 25 Jahren im Dienst der Wissenschaft

Ein Vierteljahrhundert alt, über 900.000 Kilometer (488.842 nautische Meilen) gefahren und trotzdem auf dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand: Die Indienststellung des Forschungsschiffes Heincke jährt sich am 8. Juli 2015 zum 25. Mal.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das die Heincke betreibt, nehmen ebenso regelmäßig an...

Im Focus: Solardächer produzieren Strom für Fahrzeuge

Studentische Industriekooperation zwischen HAW Hamburg und Webasto erarbeitet Ergebnisse für EU-Zertifizierungsprozess von Solardächern zur Verbesserung der Öko-Bilanz von Fahrzeugen.

Unter der Leitung von Dr.-Ing. Volker Skwarek, Professor für technische Informatik an der HAW Hamburg, erarbeiteten sechs Studierende des...

Im Focus: Viaducts with wind turbines, the new renewable energy source

Wind turbines could be installed under some of the biggest bridges on the road network to produce electricity. So it is confirmed by calculations carried out by a European researchers team, that have taken a viaduct in the Canary Islands as a reference. This concept could be applied in heavily built-up territories or natural areas with new constructions limitations.

The Juncal Viaduct, in Gran Canaria, has served as a reference for Spanish and British researchers to verify that the wind blowing between the pillars on this...

Im Focus: Aus alt mach neu - Rohstoffquelle Elektroschrott

Der Markt für Unterhaltungselektronik boomt: Rund 60 Millionen Fernsehgeräte wurden im letzten Jahr in Europa verkauft. Früher oder später werden sie zurückkehren – als Elektroschrott.

Die Recycling-Industrie hat darauf reagiert: Kupfer, Aluminium, Eisen- und Edelmetalle sowie ausgewählte Kunststoffe werden bereits wiederverwertet. Allerdings...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IMTC 2015: Internationale Fachtagung im Kompetenzfeld Leichtbau

06.07.2015 | Veranstaltungen

Rheumatologen tagen in Bremen: Fortschritte in der Rheuma-Therapie und neue Impfempfehlungen

06.07.2015 | Veranstaltungen

9. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung

06.07.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Streik der zellulären Müllabfuhr

06.07.2015 | Biowissenschaften Chemie

Proteintransport in die zellulären Kraftwerke

06.07.2015 | Förderungen Preise

67 Siemens-Windturbinen und Langzeit-Wartung für Offshore-Projekt Veja Mate

06.07.2015 | Unternehmensmeldung