Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Massive Umweltentlastung bei der Herstellung von Winkelriemchen

11.04.2002


Innovative Idee des Klinkerriemchenwerkes Feldhaus GmbH & Co. KG spart 500.000 Kubikmeter Erdgas im Jahr - DBU-Generalsekretär übergab Bewilligung für neues Projekt



Eine jährliche Einsparung von 500.000 Kubikmetern Erdgas, 40.000 Litern Dieselöl, 2.500 Tonnen Kohlendioxid und 8.000 Tonnen Ton sowie ca. 75 Prozent weniger Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren: Die Umweltentlastung, die durch die innovative Idee des Unternehmens Klinkerriemchenwerk Feldhaus GmbH & Co. KG (Bad Laer) entsteht, ist enorm. Doch selbst diese Werte will das Unternehmen noch verbessern. Die Entwicklung des weltweit einmaligen Verfahrens hatte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, bereits mit 640.000 Euro unterstützt. Um die massive Umweltentlastung auch auf weitere Winkelriemchentypen übertragen zu können, überreichte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, am heutigen Donnerstag Bernhard Feldhaus, Geschäftsführer und Inhaber des Klinkerriemchenwerkes Feldhaus, die Bewilligung für ein neues Projekt. "Trotz einer allgemein rezessiven Baubranche stellt die Produktion von Winkelriemchen, die in Verbindung mit linearen Riemchen meist zur Abdeckung von Wärmedämmstoffen eingesetzt werden, einen Wachstumsmarkt dar. Diesen Trend wollen wir nutzen, um das umweltverträgliche Verfahren noch weiter voranzubringen", sagte Brickwedde. Die DBU fördert hier mit 123.000 Euro.



Massive Einsparung von Rohstoffen

Mit dem im Januar abgeschlossenen DBU-Projekt habe sich das mittelständische Unternehmen auf die Entwicklung eines Fertigungsprozesses konzentriert, bei dem vor allem der übliche Materialabfall von 85 Prozent deutlich vermindert werden sollte. "Die Einsparung weiterer Rohstoffe und Energie ergab sich dann fast von selbst", erläuterte Feldhaus. Die innovative Idee: Anstatt die Winkelriemchen aus einem massiven Stein zu schneiden, werde der Ton in der benötigten Winkelform "gepresst" - es falle dadurch kein Ziegelabfall mehr an. Der "gewaltige Fortschritt in der Winkelriemchenherstellung", so Brickwedde, "mache sich auch in der ökonomischen Rechnung der Firma bemerkbar. So könne man mit der gleichen Menge Ton fast sechsmal so viele Winkelriemchen herstellen, wie mit dem herkömmlichen Verfahren."

Erster Projektabschnitt: Entwicklung des Verfahrens

Da bei der ersten Förderung vor allem die Entwicklung des Fertigungsprozesses und der dafür nötigen Maschinen im Vordergrund gestanden habe, wolle das Klinkerriemchenwerk Feldhaus GmbH & Co. KG nun mithilfe der erneuten Förderung durch die DBU das Verfahren auch auf weitere Winkelriemchentypen übertragen. Dabei gehe es vor allem um die sogenannten "Dünnbett-Winkelriemchen", die sehr häufig bei der Sanierung von Altbauten und dem Einbau von Wärmedämmstoffen in Verbindung mit linearen Dünnbett-Riemchen zum Einsatz kämen. "Dieser Typ ist sehr schmal und damit hervorragend für die Verblendung von wärmedämmenden Materialien geeignet," sagte Brickwedde. Doch eben dieser Vorteil stelle die Herstellungstechnik vor eine Herausforderung, da die Stärke von nur neun Millimetern besondere Abstimmung erfordere. Die DBU habe sich daher entschlossen, auch dieses Projekt, von dem sich das Unternehmen eine Steigerung der Energie- und Materialeinsparung auf ca. 85 Prozent erhoffe, zu unterstützen.

Mittelständische Unternehmen treiben Umweltschutz voran

"Nicht zuletzt hat es unsere Förderung ermöglicht, ein mittelständisches Unternehmen, das innovative und umweltschonende Produkte herstellt, zum weltweit modernsten Anbieter werden zu lassen," hob Brickwedde hervor. Er zeigte sich erfreut, dass es erneut einer kleinen Firma mithilfe der DBU gelungen sei, produktionsintegrierten Umweltschutz überzeugend erfolgreich umzusetzen. Auch das Beispiel des Klinkerriemchenwerkes Feldhaus GmbH & Co. KG zeige, dass Ökologie und Ökonomie einander optimal ergänzen könnten.

Bei fachlichen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Bernhard Feldhaus
Inhaber und Geschäftsführer des Klinkerriemchenwerkes Feldhaus
05424 - 2920 - 0

Katja Diehl | DBU

Weitere Berichte zu: DBU Umweltentlastung Winkelriemchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP

17.08.2017 | Medizintechnik

Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie