Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empa-Know-how zur Überwachung von Brücken

12.09.2007
Gemeinsamer Workshop mit der US Federal Highway Administration

Das Timing ist Zufall. Das Treffen zwischen einer Delegation der US-amerikanischen Federal Highway Administration (FHWA) - der dortigen Bundesbehörde für Autobahnen - und europäischen Bau- und Brückenexperten an der Empa war bereits lange vor dem Einsturz der Mississippi-Brücke in Minneapolis am 1. August geplant.

Die US-Fachleute wollen mit ihren europäischen Kollegen die Grundlagen eines Langzeitüberwachungsprogramms für rund 600 US-Brücken erarbeiten. Empa-Experten stellen am Workshop ihre neusten Ergebnisse zur drahtlosen Überwachung von Brücken sowie zur nachträglichen Verstärkung von beschädigten oder altersschwachen Tragstrukturen vor.

Wie lassen sich Brückeneinstürze wie jener in Minneapolis vermeiden? Wie können unsere Brücken sicherer gemacht werden? Das sind die Fragen, über die rund 18 ExpertInnen aus den USA und Europa vom 11. bis 13. September 2007 an der Empa diskutieren. Wie Stichproben ergaben, steht es um die "Gesundheit" vieler US-Brücken nicht gerade gut. Die FHWA hat den Auftrag, ein Langzeitüberwachungsprogramm auszuarbeiten. Ziel des Long-Term Bridge Performance Program (LTBP) ist es, 590 repräsentative Brücken aus den verschiedenen Landesteilen der USA zu untersuchen und zu überwachen.

Drahtlose Langzeitüberwachung einer Brücke in Winterthur

Auf dem Programm steht auch die Besichtigung mehrerer Brücken, etwa die als "Worldmonument" ausgezeichnete Salginatobelbrücke im Prättigau und die Storchenbrücke beim Hauptbahnhof Winterthur. Diese ist seit rund einem Jahr mit insgesamt sieben von der Empa entwickelten Sensoren bestückt, welche die Brücke überwachen und bei starken Erschütterungen oder anderen "verdächtigen" Veränderungen via Funk und Internet direkt bei der Empa Alarm schlagen. Der Vorteil dieses Fernüberwachungssystems: Es ist relativ kostengünstig, denn die Sensoren arbeiten drahtlos und machen daher eine aufwändige Verkabelungen der Brücke unnötig. "So viel Erfahrung mit der Langzeitüberwachung von Brücken wie wir an der Empa hat sonst weltweit niemand. Wenn die US-Vertreter unsere Technologie für geeignet halten, könnte sie schon bald im LTBP zum Einsatz kommen", so Masoud Motavalli, Leiter der Empa-Abteilung "Ingenieur-Strukturen".

Mit CFK altersschwache Brücken wieder fit machen

Ausserdem zeigen die Empa-IngenieurInnen ihre jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Bauwerksverstärkung. In der Bauhalle der Empa untersuchen sie unter anderem die Stabilität von Brückenpfeilern mit und ohne "Verstärkungspflaster" aus kohlenstofffaserverstärktem High-Tech-Kunststoff (CFK). Dazu werden die Betonpfeiler mit den CFK-Bändern umwickelt und dann unterschiedlichen Belastungstests ausgesetzt - Druck, Zug, Biegung ...., bis die Pfeiler brechen. Und dies geschieht bei den mit CFK verstärkten Pfeilern deutlich später als bei unverstärkten. "Im Gegensatz zur klassischen Variante aus Stahl ist CFK korrosionsresistent und sehr leicht, was die Installation bedeutend einfacher macht", erklärt Motavalli.

Fachliche Informationen:
Prof. Masoud Motavalli, Ingenieur-Strukturen, Tel. +41 44 823 41 16, masoud.motavalli@empa.ch

Sabine Voser | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Forschungsprojekt: Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden
17.07.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht „Mein Ideenhaus“ – Das neue Aktionshaus von Baufritz
10.07.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie