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Hölzerne Schätze schützen

26.03.2002


Zwischen der Hochschule Wismar und dem Archäologischen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern ist vor kurzem ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden. Gegenstand dieses Vertrags sind Teilgebiete der Konservierung von Holzobjekten, so auch die Klärung von Fragen zu Eindringtiefe und Gehalt von Konservierungsmitteln in Abhängigkeit von der behandelten Holzart und dem Zerstörungsgrad.

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Wer betrachtet sie nicht mit Ehrfurcht vor den Leistungen der längst verstorbenen Erbauer, die Poeler Kogge oder das vor Hiddensee gefundene Gellenwrack. Neben diesen maritimen Funden faszinieren aber auch erhalten gebliebene bautechnisch genutzte Hölzer wie Pfahlbauten als Brückenkonstruktionen, Fundamentbefestigungen oder Kastenbrunnen. Um solche Nassholzfunde einem breiten Publikum zeigen und auch für Lehre und Forschung erhalten zu können, müssen diese einen schrittweisen Konservierungsprozess durchlaufen.

An der Hochschule Wismar beschäftigt sich Frau Professor Dr. rer. nat. Claudia von Laar, die am Fachbereich Bauingenieurwesen lehrt, als verantwortliche Projektleiterin mit dieser Thematik. Studenten unterstützen sie, indem sie ausgewählte Teilaufgaben im Rahmen ihrer Studien- oder Diplomarbeiten lösen. Planken des Gellenwracks und ein eisenzeitlicher Brunnen sind bisher untersucht worden, so dass erste Ergebnisse über vergleichende Bestimmungsmethoden für das Konservierungsmittel Polyethylenglykol vorliegen. Wer sich unter einem eisenzeitlichen Kastenbrunnen nichts vorstellen kann, ist herzlich auf die Landesgartenschau Wismar 2002 eingeladen. Dort wird der Hochschulpavillon im Rahmen wechselnder Ausstellungen auch vom Fachbereich Bauingenieurwesen (zum Thema "Historische Baustoffe - Bauen - Bauten") gestaltet werden. Dann wird jener Brunnen als eines der Ausstellungsstücke zu bewundern sein.

Um historische Hölzer während der Untersuchungen möglichst nicht weiter zu beschädigen, sind im laufenden Sommersemester zerstörungsfreie Methoden für die Diagnose ihres Abbaugrades zu entwickeln. Dafür sind orientierende Untersuchungen im Holzlabor durch Diplomanden des Fachbereiches Bauingenieurwesen geplant. Sie sollen zudem während des Sommers die Bergung maritimer Holzobjekte vor unserer Landesküste auf dem Forschungsschiff Seefuchs begleiten. Dort können sie vor Ort die im Vorfeld gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Messungen umsetzen. Es ist auch beabsichtigt, Funde, die im Zuge des Weiterbaus der A 20 in Richtung Lübeck zur Verfügung stehen werden, zum Gegenstand der Studien zu machen. Auch an die Weiterführung des Forschungsthemas im nächsten Jahr ist gedacht. Dann soll die kombinierte Behandlung von Fundstücken mit Konservierungsmitteln und der Gefriertrockung im Mittelpunkt stehen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Frau Prof. von Laar, Tel. (03841) 753 547 bzw. Email: c.von_laar@bau.hs-wismar.de sowie Herrn L. Bartel, Tel. (03867) 88 05 oder 240 bzw. Email: archaeomuse-um.m-v@t-online.de im Archäologischen Landesmuseum.

Dipl.-Ing. Kerstin Baldauf | idw

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