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Raffinierte Blechbauweise für 3,5 Millionen Euro

07.03.2007
TU Darmstadt nimmt architektonisch reizvolle Versuchshalle für Sonderforschungsbereich in Betrieb

Sie zieht Blicke auf sich, ihre Hülle glänzt grau-silbrig, hinter der Stahlkonstruktion mit der raffinierten Profilfassade und den segelartig ausgefahrenen Lichtöffnungen arbeiten rund 20 Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt an künftigen Stahlblechbauweisen, die in der Automobilindustrie, in der Luftfahrt und im Maschinenbau extreme Belastbarkeit und Wirtschaftlichkeit garantieren.

Die rund 90 Meter lange, bis zu 25 Meter breite und fast 15 Meter hohe Versuchshalle auf dem TU-Campus Lichtwiese ist eines der markantesten Zeichen des im Jahr 2005 genehmigten Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für "integrale Blechbauweisen höherer Verzweigungsordnung" an der TU Darmstadt. Die Architekten nahmen ihre Aufgabe spielerisch an und drückten mit der verformten, mit Lochblechen und Blechschuppen verkleideten Außenfassade das aus, womit sich im Inneren die Forscher befassen. Es gelang eine Symbiose aus architektonischer Darstellung wissenschaftlicher Innovation und Zweckbau, der eine Kranbahn und auch Büros sowie einen Seminarraum bietet.

Rund 3,5 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, den die TU im Rahmen ihrer Autonomie selbst mit finanzieller Unterstützung des Innovationsfonds des Landes und Mitteln der Hochschulbauförderung des Bundes binnen sechs Monate hat errichten lassen. Der Bau nimmt die für die Forschung nötigen Großgeräte, Pressen, Umformmaschinen und eine ca. 75 Meter lange Walzprofilieranlage auf. "Die vom Land Hessen, der TU Darmstadt und der DFG geschaffenen Rahmenbedingungen sind vorzüglich, um modernste Bauweisen zu gestalten und in unterschiedlichste Anwendungen zu überführen", sagt Forschungsleiter Professor Peter Groche. "Der Sonderforschungsbereich ist eine Auszeichnung für die TU Darmstadt und ihr besonderes Ingenieur-Profil", sagt Professor Johannes Buchmann, kommissarischer Präsident der TU Darmstadt.

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Die Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs betreten Neuland: Sie arbeiten an Grundlagen für Methoden, Verfahren und Anlagen, damit künftig verzweigte Blechbaustrukturen mit optimierten Eigenschaften "aus einem Guss" hergestellt werden können. Sie denken und experimentieren ganzheitlich - von der Produktentwicklung über Fertigungstechnologien bis zur Materialbewertung. Daher haben sich TU-Wissenschaftler aus den Disziplinen Produktentwicklung, Mathematik, Materialwissenschaften, Produktionstechnik und Betriebsfestigkeit zu diesem interdisziplinären, fachgebietsübergreifenden Forschungsverbund zusammengeschlossen.

Die Darmstädter Forscher treiben komplexe mathematische Modelle voran, die es möglich machen, Form, Geometrie und Topologie von Bauteilen zu verbessern. Mit den Modellen können optimale Produkte unter festgesetzten Einsatzbedingungen automatisiert berechnet werden. Die neuen Verfahren zum Spalten, Spanen, Fügen und Walzprofilieren ermöglichen bislang unbekannte Produktklassen mit völlig neuen Eigenschaften. In einer neuen Fertigungsstraße können seit Anfang des Jahres entsprechende Bauteil-Profile hergestellt werden. Diese müssen nicht nur stabil und betriebsfest sein. Ihre höchste Tauglichkeit wird mit experimentellen und numerischen Methoden bewertet und optimiert.

Kontakt: Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen TU Darmstadt, Petersenstraße 30, 64287 Darmstadt, Tel:0 6151/16-48 23.

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

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