Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Textilbeton: leicht, flexibel, haltbar

11.01.2007
Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung

Filigran, aber stabil: Forscher der Technischen Universität Dresden bauen in Kooperation mit verschiedenen Bauunternehmen Brücken aus Textilbeton, die Wandstärken von lediglich drei Zentimetern haben. Nachdem die erste Brücke auf der sächsischen Landesgartenschau 2006 in Oschatz vorgestellt wurde, arbeiten die Ingenieurwissenschaftler jetzt an einem Auftrag für die Stadt Kempten im Allgäu. Die circa 16 Meter lange Geh- und Radwegbrücke über die Rottach soll im Mai 2007 fertiggestellt werden. Mit einem Gewicht von 11,8 Tonnen wird sie um zwei Drittel leichter sein als ein vergleichbares Bauwerk aus Stahlbeton.

Beton ist ein Material, das zwar sehr gut Druck-, aber weniger gut Zugkräften standhält, weshalb es üblicherweise mit Stahl verstärkt werden muss. Damit der Stahl nicht rostet, wird er wiederum mit einer dicken Schutzschicht aus Beton umgeben. Bauteile aus Stahlbeton haben deswegen eine Mindestdicke von zehn Zentimetern; in der Regel sind sie wesentlich massiver. Neue Technologien ermöglichen inzwischen jedoch den Einsatz alternativer Verstärkungen: Anstelle von Stahl lassen sich beispielsweise textile Bewehrungen aus Hochleistungsfasern einsetzen. Schutzschichten sind nicht notwendig, da die Fasern nicht korrosionsanfällig sind. Auf diese Weise entsteht ein Verbundwerkstoff, mit dem sich wesentlich leichter und flexibler bauen lässt.

"Wir verwenden Strukturen aus Glas- oder Carbonfasern, um den Beton zu beweh-ren", erklärt Dr. Frank Jesse vom Institut für Massivbau der Universität Dresden. "Damit wird der Werkstoff resistenter und hat eine deutlich höhere Festigkeit. Außerdem kann er in jede beliebige Form gegossen werden." Ein wichtiger Anwendungsbereich ist die Sanierung bestehender Bauwerke: So wurde mit Unterstützung der Dresdner Wissenschaftler das schadhafte Dach des großen Hörsaalgebäudes der Fachhochschule Schweinfurt mit Textilbeton verstärkt. Zu den aktuellen Projekten gehört auch der Einsatz von Textilbeton bei der Herstellung von Abwasserrohren.

... mehr zu:
»Stahl »Textilbeton
Kontakt:
Dr.-Ing. Frank Jesse
Technische Universität Dresden
Institut für Massivbau
01062 Dresden
Tel: 0351 - 463 33745
E-Mail: frank.jesse@tu-dresden.de
Als vielfältigste Wissensregion im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, vier Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unternehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Netzwerk Dresden- "Stadt der Wissenschaften" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

Weitere Berichte zu: Stahl Textilbeton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neues Forschungsprojekt: Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden
17.07.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht „Mein Ideenhaus“ – Das neue Aktionshaus von Baufritz
10.07.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten