Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strohhaus schafft Wohlfühlklima

31.01.2002


An der TU Wien wurde der Beweis erbracht, dass Stroh ein rundum konkurrenzfähiger Baustoff ist.

In der alten amerikanischen Erzählung vom bösen Wolf und den drei Schweinchen wird ein Haus aus Stroh als wenig widerstandsfähig beschrieben. Dabei haben in den USA Bauten aus Stroh eine lange Tradition, und das aus gutem Grund. ForscherInnen der Gruppe Angepasste Technologie (GrAT) an der Technischen Universität Wien haben bewiesen, dass Stroh ein ernstzunehmender Baustoff ist.

Stroh als Baustoff weist tatsächlich unübersehbare Stärken auf: Stroh trägt durch seine positiven baubiologischen Eigenschaften zum "Wohlfühlklima" im Haus bei. Wände aus Stroh benötigen nur ein Zehntel der Primärenergie vergleichbarer Konstruktionen. Das senkt Herstellungskosten und den Energieverbrauch. Durch den hohen Wärmedämmwert sparen sie auch Heizkosten. Bei Stroh ist auch keine zusätzliche chemische Behandlung notwendig. Außerdem kann der Strohbau einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des hohen Abfallaufkommens im Baubereich leisten und damit Umwelt und Ressourcen schonen.
Robert Wimmer (GrAT) unterstreicht: "Der Strohballenbau stellt eine ideale Möglichkeit dar, energiesparendes und ökologisches Bauen zu realisieren."

Zu Ballen gepresstes Stroh kommt als Hauptbestandteil für Wandkonstruktionen zum Einsatz. Durch Kombination mit konstruktiven Elementen (z.B. Holz) und Verputz, z.B. aus Lehm, entstehen die Bauelemente.

Die Skepsis, die Stroh als Baustoff landläufig entgegengebracht wird, beruht auf Vorurteilen, wie leichte Brennbarkeit, Anfälligkeit gegenüber Feuchte und Insekten. Die Wände aus Stroh sind jedoch extrem hitzebeständig und schwer entflammbar. Durch entsprechende Konstruktionen kann sich keine Feuchtigkeit festsetzen, sie sind nach fachgerechtem Einbau ausreichend formstabil und auch Ungeziefer ist kein Thema.

Wenn es noch vermehrt gelingt, Verwaltung, Politik, Baustoffhersteller und -händler, Architekten und Bauherren die Scheu vor dem Bauen mit Stroh zu nehmen, steht einem Erfolg nichts mehr im Wege. Der nächste Schritt ist die Errichtung des S-House, mit dem nachhaltiges Bauen demonstriert wird. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Rückfragehinweis:
DI Hannes Hohensinner
TU Wien, GrAT
Wiedner Hauptstr. 8 - 10, A-1040 Wien
Tel. +43-1/58801-49523
Fax +43-1/7864205
E-Mail hohensin@mail.zserv.tuwien.ac.at

Mag. Karin Peter | idw
Weitere Informationen:
http://www.grat.tuwien.ac.at/S-House.html
http://members.aol.com/enormonet/thethreelittlepigs/

Weitere Berichte zu: Stroh Strohhaus Wohlfühlklima

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit
18.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“
17.01.2017 | EML European Media Laboratory GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie