Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobiologische Bauschadenanalysen

18.10.2006
Ist eine wissenschaftlich-technische Dienstleistung rentabel, werden Forscher zu Unternehmern: Sie gründen eine "Spin-Off-Firma". Diesen Weg hat auch der Mikrobiologe Paul Raschle eingeschlagen, lange Jahre an der Empa Experte für mikrobiologische Gutachten, Expertisen und Beratung im Bauwesen und für Kulturgüter.

Seit Anfang Monat berät seine Firma "Dr. Paul Raschle - Mikrobiologische Expertise" zum Beispiel Baufachleute bei Problemen mit unerwünschtem Bewuchs oder bei Schäden durch Pilze und andere Mikroorganismen.

Ob in Ritzen und Fugen der Dusche, bei Fensterdichtungen oder an Fassaden - Pilze fühlen sich an vielen Orten wohl. Ist die Wand kälter als ihre Umgebung, kondensiert dort die Luftfeuchtigkeit. Das Kondensat ist sozusagen das "Lebenselixier" für Algen und Pilze an Aussenwänden, aber auch für Schimmelpilze im Innern. Hohe Renovationskosten und manchmal sogar gesundheitliche Komplikationen vor allem für Allergiker sind die Folgen.

Die Problematik liegt darin, dass es oft bereits zu spät ist, wenn Spuren des Befalls entdeckt werden. Seit Jahren untersucht und bekämpft der Empa-Experte Paul Raschle u.a. "Schimmelpilz" und Hausschwamm, die zwei bekanntesten Arten von Pilzbefall an Gebäuden. Schimmelpilze bergen in erster Linie gesundheitliche Risiken - sie können allergische Reaktionen auslösen -, der Hausschwamm ist ein gefürchteter Holzzerstörer.

Früher galt als Leitspruch: " Hausschwammbefall = Abbruch". Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Raschles mikrobiologische Expertise dient als Grundlage für eine Sanierung. Sein fachkundiger Rat hat schon unzählige Male geholfen, "normale" Gebäude, aber auch kunstgeschichtlich wertvolle Kulturgüter und Baudenkmäler zu retten und die Renovations- und Restaurierungskosten tief zu halten. Nicht immer bietet sich eine einfache Lösung an, und aufwändige Konservierungsarbeiten sind notwendig. Beispielsweise dann, wenn sich der Pilz nach einem Wasserschaden an den Bildern eines Künstlers zu schaffen macht, wenn Schimmelpilze den Deckengemälden einer Kirche zusetzen, oder wenn Mikroorganismen den Putz historischer Gebäude zerstören. Diese Dienstleistungen im Bereich der Mikrobiologie im Bauwesen und in der Kulturgütererhaltung ist die Geschäftsidee hinter dem neusten Spin-Off der Empa, der von Paul Raschle gegründeten und seit Anfang Oktober operativen Firma "Dr. Paul Raschle - Mikrobiologische Expertise".

Langjähriges Empa-Know-how als Grundlage der Firmengründung

Wenn etwas wächst, was nicht wachsen sollte, dann kommt Paul Raschle zum Zuge. Ob Baufachleute, Versicherungen, Mieter, Bauherren oder Immobilienverwaltungen - seit 1977 finden sie Rat beim Mikrobiologen, der unter anderem beim Bundesamt für Kultur in der Denkmalpflege als Bio-Experte tätig ist. Fast jedes Schweizer Kloster hat er seither kennen gelernt - auch das Kloster Einsiedeln, seine "erste grosse Aufgabe". Für Paul Raschle bedeuten seine Dienstleistungen "permanente Forschung". Denn jeder Fall sei ein "Prototyp", der ihn aufs neue herausfordere und sein Wissen und seine Erfahrung erweitere. Und derartige Dienstleistungen seien nun mal "nur mit langjähriger Erfahrung möglich", weiss Raschle. Als Biologe arbeitet er dabei häufig mit Fachleuten aus anderen Bereichen zusammen. So begleitet ihn beispielsweise oft ein Bauphysiker oder Architekt, der die Wärmedämmung oder Konstruktion beurteilt. Am Ende erstellt Raschle aufgrund seiner Untersuchungen eine Prognose: Welche Massnahmen eignen sich im vorliegenden Fall am besten, um dem "Angriff" der Mikroorganismen Paroli zu bieten und das Gebäude oder das Kunstwerk vor weiterem Zerfall zu schützen? Und was passiert, wenn nichts unternommen wird? Doch damit ist die Arbeit für Raschle noch nicht erledigt; bei Bedarf unterstützt und begleitet er die vorgeschlagenen Massnahmen. Denn erst wenn der Schaden behoben und die Ursachen beseitigt sind, hakt Paul Raschle den Fall ab.

Fachliche Informationen unter www.paul-raschle.ch oder über info@paul-raschle.ch

Sabine Voser | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch
http://www.paul-raschle.ch

Weitere Berichte zu: Bauschadenanalyse Schimmelpilze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wirbel als Räder der Natur
28.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten