Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vakuum als Wärmedämmung

11.10.2006
Auch Fenster können Energie sparen: Durch vakuumisolierte Scheiben entweicht viel weniger Wärme als durch herkömmliche Doppelverglasungen. Ein Prototyp ist erstmalig auf der Glasstec 2006, Halle 11 Stand F72, in Düsseldorf zu sehen.

Schlecht isolierte Fenster sind Wärmebrücken: Sie geben die Wärme nach außen ab. Doppelt verglaste Fenster halten die Wärme schon weitaus besser im Haus, doch auch sie lassen noch mehr als dreimal so viel Wärme entweichen wie gut isolierte Wände. Forscher am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg haben in einem Konsortium von Forschungsinstituten und Industriepartnern diesem Wärmeverlust ein Ende gesetzt. Der Trick: "Wir haben die Luft zwischen den beiden Fensterscheiben durch ein Vakuum ersetzt", sagt Bernhard Durschang, Gruppenleiter am ISC. "Das Fenster erreicht damit eine Wärmeleitfähigkeit von 0,5 Watt pro Meter pro Kelvin. Das ist ein Spitzenwert." Zum Vergleich: Eine Wand hat Werte von 0,3, ein herkömmliches, doppelt verglastes Fenster etwa 1 Watt pro Meter pro Kelvin.

Nun lässt sich Luft nicht ohne weiteres aus einem doppelt verglasten Fenster saugen: Ohne Vorkehrungen würden sich die Glasscheiben aufeinander zu bewegen und wieder eine Wärmebrücke bilden. Die Forscher benutzen hier Abstandshalter, "Spacer", die maximal einen Millimeter dick sind und in Abständen von vier Zentimetern angebracht werden. Da transparente Abstandshalter im Gegenlicht Reflexionen hervorrufen können, werden sie - je nach Standort des Fensters - in unterschiedlichen Farben eingesetzt: beim Dachfenster in helleren, im Bodenbereich in dunkleren. Auf der Glasstec in Düsseldorf vom 24. bis 28. Oktober ist in Halle 11 Stand F72 erstmals der Prototyp des Vakuumfensters zu sehen.

Damit die Vakuumfenster auch langfristig stabil bleiben, verwenden die Ingenieure Sicherheitsglas. Solche Gläser werden bei der Herstellung auf etwa 650 Grad Celsius erhitzt und schnell wieder abgekühlt. Da dämmende Beschichtungen derart hohen Temperaturen nicht immer standhalten, müssen die Fertigungsbedinungen simuliert und optimiert werden. Die Forscher am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig zeigen auf der Glasstec eine neu entwickelte Software: "Mit der Simulationsumgebung RIG-VM können wir erstmals optische Spektren gleichzeitig mit der Röntgenbeugung simulieren", sagt Bernd Szyszka, Leiter der Abteilung Großflächenbeschichtung am IST. "Diese Kombination liefert uns präzise Informationen über Reflexionseigenschaften und Schichtdicken." So konnten die Forscher bereits Glasbeschichtungen herstellen, die Temperaturen von 650 Grad Celsius unbeschadet überstehen.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/10/Mediendienst102006Thema6.jsp

Weitere Berichte zu: Fenster Luft Vakuum Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE