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Lehmbauarchitektur erfolgreich auf Erdbebensicherheit geprüft

13.06.2006
Erfolgreich getestet wurde jetzt das vom Kasseler Architekturprofessor Gernot Minke im Jahr 2004 entwickelte System, Tonnen- und Kuppelgewölbe aus Lehmsteinen erdbebensicher zu machen.

Minkes Spannsystem wird über Gebäudehüllen und bogenförmige Durchgänge eingesetzt und fängt die horizontal oder vertikal einwirkenden Kräfte bei Erdbeben ab. Auf dem vier Meter mal vier Meter großen Rütteltisch des Instituts für Erdbebensicherheit an der Katholischen Universität Peru in Lima wurde ein Lehmgewölbe im Maßstab 1:1 errichtet und einem simulierten Erdbeben extremer Stärke von 30 Sekunden Dauer ausgesetzt. Das Gewölbe überstand dabei eine Beschleunigung, die dem 0,8-fachen der Erdbebenbeschleunigung und einer horizontalen Verschiebung von bis zu 8,3 Zentimetern entsprach.

Eine erste Anwendung dieses Systems erfolgt zurzeit für ein Wohnhaus in dem stark erdbebengefährdeten Gebiet von San Juan in Argentinien. Prof. Minke wird die Ergebnisse der Tests auf der SIACOT-Konferenz (Seminario Iberoamaricano de Construcción con Tierra) im Juni in Mendoza, Argentinien vorstellen. Bei seinen Bemühungen, dieses System für den Aufbau der im Dezember 2003 zerstörten iranischen Stadt Bam anzuwenden, war er erfolglos gewesen. Seinen Äußerungen zufolge konnte er sich nicht gegen die dortige "Beton-Lobby" durchsetzen.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke
Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Forschungslabor für Experimentelles Bauen
tel (0561) 804 5315
e-mail minke@asl.uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/fb6/minke

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