Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtlose Sensorsysteme verhindern Gebäudeeinsturz

12.01.2006
Stuttgarter Wissenschaftler entwickeln neue Überwachungsmethoden

Das Institut für Werkstoffe im Bauwesen der Universität Stuttgart arbeitet an der Entwicklung eines neuen, drahtlosen Sensorsystems, das die zuverlässige und preiswerte Überwachung auch von älteren Bauwerken ermöglicht. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass das in Aussicht gestellte System wesentlich dazu beitragen kann, folgenschwere Ereignisse wie den jüngsten Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall zu verhindern. Herkömmliche kabelgebundene Dauerüberwachungssysteme, die für Gebäude in kritischem Bauwerkszustand vorgesehen sind, gestalten sich zumeist als zu kostspielig und aufwändig. Sie werden folglich kaum eingesetzt.


Gebäudestatik im Visier

Eine neue Generation intelligenter Sensorensysteme, die komplett drahtlos operieren, könnte bei der Bausubstanz-Überwachung von öffentlichen Gebäuden oder Brücken schon in naher Zukunft Abhilfe schaffen. "Eine über die einfache visuelle Untersuchung hinausgehende Überprüfung der Tragstruktur von Gebäude- oder Brückenkonstruktionen gestaltete sich bisher als überaus schwierig und kostenintensiv", erklärt Projektleiter Markus Krüger von der Universität Stuttgart im Gespräch mit pressetext. Mit dem neu entwickelten System könnten die bei der herkömmlichen Dauerüberwachung von Bauwerken anfallenden teuren Installations- und Hardwarekosten um das Fünf- bis Zehnfache verringert werden, meint Krüger.

Zum Einsatz kommen dabei überwiegend hochintegrierte Miniatursensoren auf Silikonbasis - so genannte mikroelektromechanische Systeme (MEMS) -, die für die Messung von Temperatur, Feuchte, Magnetfeld, Druck, Verformung und Beschleunigung eingesetzt werden können. Diese lassen sich flexibel an kritischen Stellen anbringen und können so den aktuellen Zustand des Bauwerks in wenigen Sekunden an die zuständige Stelle übermitteln. Die Datenübertragung erfolgt durch den Einsatz kabelungebundener Lösungen wie Wireless LAN oder Funk in Verbindung mit adaptiven Netzwerken.

Zu den größten Herausforderungen für die Wissenschaftler zählt neben der Sicherstellung der Energieversorgung über Hochleistungsbatterien oder Solarzellen vor allem die Entwicklung der sensoreneigenen Intelligenz. "Über integrierte Mikroprozessoren müssen die Sensoren in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren, um auf etwaige Veränderungen in der Bausubstanz, aber auch Störungen innerhalb des Systems reagieren zu können. Darüber hinaus sollten diese auch erkennen können, welche der aufgezeichneten Messwerte für eine Datenweiterverarbeitung überhaupt relevant sind", meint Krüger. Er zeigt sich allerdings überzeugt, die technischen Herausforderungen bis zu einem noch in diesem Jahr stattfindenden Testversuch an einer Brückenkonstruktion in den Griff zu bekommen.

Laut Krüger gelte es nun, die Industrie, vor allem aber die Bauherren im Bauwesen von der neuen Technologie zu überzeugen. Neben dem sicherheitstechnischen Aspekt spreche aber in erster Linie die Wirtschaftlichkeit eines drahtlosen Sensorensystems für sich. "Mit den genauen, ständig aktualisierten Messdaten kann so viel zielgerichteter entschieden werden, wann welche Instandsetzungsmaßnahmen für Bauwerke fällig werden", so Krüger gegenüber pressetext abschließend.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.iwb.uni-stuttgart.de

Weitere Berichte zu: Gebäudeeinsturz Sensorsysteme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten
22.02.2017 | Bayerische Forschungsallianz GmbH

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit