Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogene Wärmedämmstoffe

19.12.2005


Ein DBU gefördertes Vorhaben: Im Rahmen dieses Projektes wird ein vollständig biogener Wärmedämmstoff für die Wärmedämmung im Baubereich entwickelt


Die bis heute üblicherweise eingesetzten Wärmedämmstoffe basieren fast ausschließlich auf fossilen oder anorganischen Rohstoffen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Kunststoffe wie EPS, PS und PUR sowie Glas- und Steinwolle. Inzwischen werden jedoch Naturmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Stroh, Schilf und Wolle, deren Marktanteil bei Dämmstoffen heute noch deutlich unter 5 % liegt, zu interessanten Alternativen. Diese Naturmaterialien können am Ende ihrer Nutzungsdauer sogar CO2-neutral energetisch oder durch Kompostierung organisch verwertet werden.

Basierend auf den positiven Umweltaspekten der nachwachsenden Rohstoffe und der sich zukünftig ändernden Anforderungen an Bio- bzw. Naturdämmstoffe werden innerhalb des Vorhabens zwei Ziele verfolgt: die Entwicklung des neuen Produkts und des dazugehörigen Produktionsverfahrens. Die Entwicklung eines vollständig biogenen Wärmedämmstoffs soll zugleich mit verbesserten Produkteigenschaften (Wärmedämmung, Langzeitbeständigkeit, Flammschutz, Emissionsverhalten) einhergehen und auf der in Deutschland heimischen Pflanze Hanf basieren. Der Zusammenhalt der Naturfasern soll im Dämm-Material durch ein Biopolymer gewährleistet werden und die zukünftigen Anforderungen des "natureplus Gütesiegels" erfüllen. Das zweite Ziel ist die Entwicklung eines kostengünstigen und ressourcenschonenden Prozesses zur Herstellung von Bio-Dämmstoffen aus Hanf und Bio-Polymerfasern.


Am 01.09.2005 wurde daher das FuE-Vorhaben "Entwicklung eines vollständig biogenen Wärmedämmstoffes" gestartet. Es wird von der DBU gefördert und soll in zwei Jahren zu einem marktfähigen Produkt führen. Die Arbeiten werden von einem Konsortium aus fünf Projektpartnern (Hock GmbH & Co. KG, NAPRO GmbH & Co. KG, BAFA GmbH, Universität Stuttgart IKP, Fraunhofer ICT) durchgeführt; die Koordination liegt beim Fraunhofer ICT in Pfinztal.

Vier Arbeitspakete werden in dem Vorhaben bearbeitet:

  • Material- und Produktentwicklung des Bio-Dämmstoffs hinsichtlich der Substituierung der synthetischen Polyesterstützfasern
  • Verfahrensentwicklung eines kostengünstigen und ressourcenschonenden Herstellungsprozesses für den neuen Bio-Dämmstoff
  • Produktqualifikation bezüglich Langzeitverhalten, Flammschutz, Emissionsverhalten sowie der Bauteilzulassung
  • Entwicklungsbegleitende Ökobilanzierung.

In den Laboratorien und Technika des Fraunhofer ICT wird die Materialentwicklung (Auswahl, Qualifikation und Erprobung der Biopolymeren) und die Auswahl und Erprobung geeigneter Flammschutzmittel durchgeführt. Das Produktionsverfahren wird auf den Anlagen der BAFA GmbH und der NAPRO GmbH & Co. KG entwickelt, erprobt und modifiziert. Die Erprobung der biobasierten Dämmstoffe und die anwendungstechnischen Untersuchungen werden durch die Firma Hock GmbH & Co. KG durchgeführt. Die entwicklungsbegleitende Ökobilanzierung wird vom Institut für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde der Universität Stuttgart IKP durchgeführt.

Karl-Friedrich Ziegahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.ict.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Biogene Wärmedämmstoffe Hanf Wärmedämmstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie