Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stadtgrün dreidimensional - Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung entwickelt neues Verfahren

15.11.2005


Städtische Lebensqualität wird wesentlich von der Menge und Verteilung städtischen Grüns bestimmt. Eine dreidimensionale Erfassung ist bisher nicht möglich. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) hat erstmalig ein Verfahren für die dreidimensionale Aufnahme von Vegetation am Beispiel der Stadt Dresden entwickelt. Einige Ergebnisse aus Dresden erstaunten selbst die Wissenschaftler. "Friedhöfe leisten im Mittel einen größeren Beitrag als Parkanlagen, Kleingärten dagegen weisen weniger spezifisches Grünvolumen auf als viele Bebauungstypen", erläutert Dr. Meinel. Konkret bedeutet dies, dass der spezifische Grünvolumenbeitrag (m³/m²) von Kleingärten bis zu rund einem Drittel geringer ist als der von Einzel-/Doppelhausbebauungen.



Stadtgrün dreidimensional - Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung entwickelt neues Verfahren



Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) hat erstmalig ein Verfahren für die dreidimensionale Aufnahme von Vegetation am Beispiel der Stadt Dresden entwickelt.

Städtische Lebensqualität wird wesentlich von der Menge und Verteilung städtischen Grüns bestimmt. Eine dreidimensionale Erfassung ist bisher nicht möglich. Dabei spielt das Grünvolumen eine große Rolle für die Lebens- und Umweltqualität von Städten und somit für die Stadtplanung. Je größer die Vegetation ist (Volumen), desto stärker ihre Wirkung wie Staubbindung, Erhöhung der Luftfeuchte, Senkung der Temperatur, Sauerstoffproduktion etc. Bspw. leisten große Bäume einen wesentlich stärkeren Beitrag für eine gute Luftqualität als Sträucher und Rasenflächen.

Unter Nutzung der Daten einer Laserscan-Befliegung wurde im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Dresden eine dreidimensionale Bestimmung des städtischen Grünvolumens durchgeführt. Für jeden Baublock Dresdens sind nun das absolute, das spezifische (flächenbezogene) Grünvolumen sowie der Anteil hoher dichter, hoher lockerer und niedriger Vegetation bekannt. "Die Methodik ist prinzipiell weltweit einsetzbar und wurde u. a. bereits in Kanada und Russland auf Kongressen vorgestellt", so der Projektleiter Dr. Meinel vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung.

Einige Ergebnisse aus Dresden erstaunten selbst die Wissenschaftler. "Friedhöfe leisten im Mittel einen größeren Beitrag als Parkanlagen, Kleingärten dagegen weisen weniger spezifisches Grünvolumen auf als viele Bebauungstypen", erläutert Dr. Meinel. Konkret bedeutet dies, dass der spezifische Grünvolumenbeitrag (m³/m²) von Kleingärten bis zu rund einem Drittel geringer ist als der von Einzel-/Doppelhausbebauungen. Die Ursachen sind insbesondere der Mangel an großen Bäumen. Aber auch die Elbwiesen tragen wegen des geringen Baumbestandes nur sehr wenig zum städtischen Grünvolumen bei. Sie sind jedoch für den Luftaustausch zwischen Stadt und Umland ganz wesentlich.

Laserscan-Befliegungen in vegetationsloser Zeit waren bisher für die Bestimmung des Grünvolumens prinzipiell nicht geeignet. Mit ihnen können Geländehöhen z. B. für Hochwassermodellierungen und für dreidimensionale Stadtmodelle detailliert bestimmt werden. "Stadtverwaltungen haben allerdings kein Geld für Extrabefliegungen während der Vegetationszeit zur Bestimmung des städtischen Grünvolumens. Hier setzt das neu entwickelte Verfahren an. Es kann auch mit Daten von Befliegungen aus vegetationsloser Zeit arbeiten und die Vegetationshöhe und das Grünvolumen ermitteln. Deshalb stellt es eine kostengünstige Alternative zur Bewertung dieses wichtigen Bestandteils der Stadtumweltqualität dar.", so Dr. Meinel vom IÖR.

Im Umweltamt wird derzeit versucht, die Ergebnisse auch für die Landschaftsplanung zu nutzen, die wiederum Grundlage für die kommunale Bauleitplanung ist. Damit können fundierte Empfehlungen für die bessere Ausstattung bisher schlecht versorgter Gebiete mit Großgrün gegeben werden.

Ansprechpartner in Sachen Presse:
Dr. Carsten Kolbe-Weber (IÖR)
Tel.: (0351) 46 79-241
E-Mail: C.kolbe@ioer.de

Ansprechpartner in Fachfragen:
Gotthard Meinel (IÖR)
Tel.: (03 51) 46 79-254

Wolfgang Socher (Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt, Abteilung Stadtökologie)
Tel.: (03 51) 4 88 62 20

Dr. Carsten Kolbe-Weber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de

Weitere Berichte zu: Dresden Grünvolumen Raumentwicklung Stadt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Holzhäuser bei grauer Energie im grünen Bereich
22.06.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen
22.06.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau