Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Lernbau": Mehr Sicherheit und Gesundheit in der Bauwirtschaft

08.11.2005


Um Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter auf Baustellen geht es im Bremer Kooperationsprojekt "Lernbau". Unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Bremen wollen Baufirmen, Bauherren, Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaft umfassende und alle Interessen berücksichtigende Konzepte für mehr Arbeitsschutz auf den Baustellen entwickeln. Das Projekt aus dem Bremer Landesprogramm Arbeit und Technik wird von der EU und dem Bremer Gesundheitssenator gefördert.



Trotz neuer Technologien und Verbesserungen bei der persönlichen Schutzausrüstung sind Arbeiter auf Baustellen immer noch hohen gesundheitlichen und unfallträchtigen Risiken ausgesetzt. Schweres Heben und Tragen, Hitze, Staub und Gefahr durch rücksichtslose Verkehrsteilnehmer aber auch zunehmender Stress- und Zeitdruck bestimmen die Arbeit insbesondere in der Bauwirtschaft. Gerade der Billigpreis-Wettbewerb setzt nicht nur für Bauunternehmen, sondern für die "Baukultur" generell eine ruinöse Abwärtsspirale in Gang. Durch diese Spirale sind insbesondere die Arbeitsstrukturen und -prozesse der Mitarbeiter vor Ort an den Baustellen betroffen. Immer kürzer und billiger geplante Bauvorhaben, die zum Teil mit kurzfristigen Änderungen binnen kürzester Bauzeiten fertig werden müssen, lassen die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitern vor den ökonomischen Gesichtspunkten in den Hintergrund treten oder werden aus Kostengründen ganz ignoriert.



Die Vernetzung von Auftraggebern und Fachunternehmen sollte aber zu einem langfristigen Einbeziehen von Sicherheit und Gesundheit während des gesamten Bauvorhabens führen. Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung sind in diesem Falle nicht mehr nur beschränkt auf die Baustelle und die durchführenden Firmen, sondern ein gemeinsames auch ökonomisches Ziel von Bauherren und Fachunternehmen, das bereits in der Ausschreibung berücksichtigt wird.

In diesem Spannungsfeld der verschiedenen Akteure, Ressourcen und Ansprüche für Sicherheit und Gesundheit ist das anwendungsbezogene Kooperationsprojekt "Lernbau" als Verbundvorhaben im Bremer Landesprogramm Arbeit und Technik angesiedelt, das seit Januar 2005 bis 2007 durch die EU und den Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales finanziert wird. In dem Projekt sollen zunächst mit verschiedenen Akteuren Verfahren mit praktikablen Instrumenten entwickelt werden. Daran beteiligen sich sechs Baufirmen, zwei Auftraggeber sowie die Gewerbeaufsicht des Landes Bremens und der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Sie setzen, neben der Etablierung einer gesundheitsförderliche Unternehmens- und Netzwerkkultur, auch auf die Austauschmöglichkeiten von Wissen zwischen den Partnern. Hierdurch soll zum Einen das Management von Auftraggebern und Fachfirmen für Sicherheit und Gesundheit sensibilisiert werden. Zum Anderen sollen Beschäftigte von der Bauleitung bis zum Handwerk auf den Baustellen qualifiziert sowie die Zuständigkeiten und Regelungen für den Wissensaustausch im Arbeitsschutz und der Gesundheitspolitik im Netzwerk aufgebaut werden. Unter der wissenschaftlichen Koordination von Dr. Wolfgang Ritter, Professor Rainer Müller (beide Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen) und Joachim Larisch (BIPS - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin) soll mit Hilfe eines netzwerkinternen "Lernverfahrens" letztlich Gesundheit und Sicherheit bei den beteiligten Akteuren als "Wertschöpfungskette" etabliert werden. Im Vordergrund steht dabei, Kriterien für die Umsetzung der notwendigen Strukturen und Prozesse zu entwickeln.

Das Ziel des Projekts ist daher die nachhaltige Schaffung und Vermittlung von ganzheitlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzepten als Wertschöpfungskette, die von der Ausschreibung bis zur langfristigen Instandhaltung der Bauobjekte und vom Bauherren/Auftraggeber bis zu den betroffenen Mitarbeitern an den Baustellen geeignete Kommunikations- und Lernstrukturen für eine "sichere und gesunde Baukultur" aufbauen soll.

Beteiligte Partner sind:

JELABAU
Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co KG
Winkler KG (GmbH & Co)
August Reiners
Wolfgang Heineking
Stadwerke Bremen (swb)
hanseWasser Bremen GmbH
Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Region Oldenburg (BG Bau)
Arbeitsmedizinischer Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
Gewerbeaufsicht des Landes Bremen
Universität Bremen; Zentrum für Sozialpolitik und Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Sozialpolitik
Dr. Wolfgang Ritter
Tel. 0421 218 3159
E-Mail: writter@zes.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Arbeitsschutz Baustelle Bauwirtschaft Gesundheit Sicherheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie