Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster halogenfreier Brandschutzschaum

18.10.2005


Eine Innovation gefördert durch das BMWA-Programm "Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen (PRO INNO)"


Die beim Bau verwendeten Kunststoffe müssen für den Fall eines Brandes mit Flammschutzmitteln ausgerüstet werden, die die Brennbarkeit verringern. Dazu werden bislang überwiegend halogenhaltige Additive, die Chlor oder Brom enthalten, in den Kunststoff eingearbeitet. Sie unterdrücken zwar die Entflammbarkeit des Werkstoffs, entwickeln jedoch viel Rauchgas und setzen giftige Gase wie Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoffsäure und Cyanwasserstoff frei. Einige der Rauchgase haben zudem eine korrosive Wirkung, was zu erheblichen Folgeschäden führen kann. Darüber hinaus müssen halogenhaltige Kunststoffe teuer als Sondermüll entsorgt werden, weil bei ihrer Verbrennung toxische Dioxine und Furane entstehen. Im Auftrag des BMWA unterstützte die AiF das Unternehmen Polymerics aus Berlin bei der Entwicklung des ersten halogenfreien Brandschutzschaums. Er kann zur Abdichtung von Kabeldurchführungen, Rohrdurchbrüchen und Türlaibungen eingesetzt werden.

Bürogebäude, Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen, Einkaufszentren und andere öffentliche Gebäude werden mit Einrichtungen des vorbeugenden Brandschutzes ausgestattet. Dazu gehören Feuerschutzwände und feuerfeste Verkleidungen, Lüftungs- und Versorgungskanäle. Im Falle eines Brandes sollen sie die Ausbreitung von Feuer und Rauchgasen verhindern und gleichzeitig die für Menschen überlebenswichtigen Funktionen des Gebäudes wie Wasserversorgung, Elektrizität und elektronische Steuerungen bis zur Durchführung von Rettungsmaßnahmen gewährleisten. Während für die Herstellung vieler Brandschutzeinrichtungen die Frage nach den geeigneten Materialien schon seit Längerem zufriedenstellend gelöst ist, ist die Situation bei den verwendeten Kunststoffen schwierig. Sie müssen nicht nur dekorative Zwecke, etwa bei Verkleidungen und Fußbodenbelägen, erfüllen, sondern im Falle eines Brandes auch sicherheitsrelevante Funktionen wahrnehmen. Dies trifft auf Kabelummantelungen oder Abdichtungsschäume für Wanddurchbrüche, Fenster- und Türlaibungen zu. Aufgrund ihrer chemischen Struktur sind die meisten Kunststoffe jedoch brennbar und zeigen während eines Feuers häufig starke Rauchgasbildung.


Der Ersatz der bisher verwendeten halogenhaltigen Flammschutzmittel in Kunststoffen durch halogenfreie ist aus sicherheitstechnischer, ökologischer und wirtschaftlicher Sicht Erfolg versprechend. Der neue feinzellige Polyurethanhartschaum härtet bei der Verarbeitung schnell aus und ist nach rund fünf Minuten schneidbar. Seine Konsistenz kann je nach Anwendungsfall eingestellt werden und ermöglicht tropffreies Arbeiten. Er kann zum Ausfüllen von schwer zugänglichen Öffnungen, Kabel- und Rohrdurchführungen in Wänden, Böden und Decken von Gebäuden, als Bestandteil von Befestigungssystemen zum Abhängen von Rauchabzugskanälen, Elektrokanalsystemen, Brandschutzdecken und anderen brandschutztechnischen Bauteilen verwendet werden.

Ansprechpartner:
Dr. Aniela Leistner,
Polymerics GmbH, Berlin,
Tel.: 030 54378343
E-Mail: la@polymerics.de

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.forschungskoop.de

Weitere Berichte zu: Brandschutzschaum Kunststoff Rauchgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

nachricht Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen
23.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise