Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohin mit der Rinde?

13.10.2005


Innovative Baustoffe aus Sägewerksabfällen



Was passiert eigentlich mit der feuchten und brüchigen Rinde im Sägewerk? Viel zu wenig Sinn- und Wertvolles, meinen die Forscher der TU Bergakademie Freiberg und entwickelten daraus mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) drei Bauproduktvarianten. Besonders vielversprechend erscheinen plattenförmige Werkstoffe und nichtquellende Pellets. Zur Entwicklung von marktreifen Produkten werden jetzt Industriepartner gesucht.

... mehr zu:
»Rinde »Rohstoffe


Jährlich fallen in den deutschen Sägewerken etwa 4 Millionen Tonnen Rinde an, die bislang nur mit geringer Wertschöpfung weiter genutzt wurden. Zu etwa einem Drittel können diese Rinden aber technisch verwertet werden, erklären die Forscher Prof. Dr. Wolfgang Naundorf und Christian Warnecke.

Die brüchige Rinde ist auf den ersten Blick ein besonders schwieriger Baustoff hinsichtlich Verarbeitung und Formgebung. Umso erfreulicher ist es, dass die Freiberger drei Produkte entwickelten, die ohne synthetische Bindemittel auskommen und die Struktur der natürlichen Rohstoffe beim Herstellungsprozess wahren. Eine Dämmplatte, die nach dem Vorbild handelsüblicher Korkplatten entstand, wird durch ein Bindemittel aus Quark und Löschkalk zusammen gehalten. Rindenpellets, die als schüttfähiger und setzungssichererer Dämmstoff eingesetzt werden können, erlangen ihre hohe Härte, Wasser- und Brandbeständigkeit durch die Verbindung mit Rohbraunkohle und Gips. Die Herstellung der Rindenbauplatten mit ihrem dekorativen Aussehen basiert auf hydro-mechanischer Aktivierung von Rinde zusammen mit geringen Mengen Zement. Dies ergibt einen für viele Anwendungen ausreichend biegefesten und wasserresistenten Formpresskörper mit hoher Temperatur- und Flammbeständigkeit. Wegen der hohen Oberflächengüte sind Anwendungsfelder vor allem in der Beplankung von Wänden und Fußböden sowie als Fertigteilelement zu suchen.

Ein patentrechtlicher Schutz der Rindenprodukte wird gerade geprüft, denn die in Freiberg entwickelten Herstellungsmethoden sind nicht nur auf Rinde, sondern allgemein auf Holzwerkstoffe anwendbar. Kai Gildhorn

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de

V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 430 vom 12. Oktober 2005

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.naturdaemmstoffe.info

Weitere Berichte zu: Rinde Rohstoffe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wirbel als Räder der Natur
28.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

30.03.2017 | Physik Astronomie

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie