Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonnenschutzfaktor für Gebäude

11.10.2000

 

Sommer und Sonnenschein – lang ersehnt in diesem Jahr. Doch kaum bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg, beginnt in den modernen Glasbauten das Stöhnen über Hitze und blendendes Licht. Jalousien, Rollos oder Vorhänge werden auf- und abgekurbelt, von links nach rechts gezogen. Eine wesentlich elegantere und weniger anstrengende Lösung sind Fenster, die sich selbst abschatten. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Stuttgart entwickelten im Auftrag der Industrie Glasscheiben, die ab einer bestimmten Temperatur milchig weiß werden und somit als Sonnenschutz dienen.

»Ziel unserer Arbeiten war es, ein thermotropes System zu finden, das sich einfach herstellen lässt, um mit den herkömmlichen, mechanischen Sonnenschutzeinrichtungen konkurrieren zu können«, berichtet Dr.-Ing. Holger Gödeke vom IBP. Das Ergebnis: T-OPAL® - eine Gießharzscheibe mit eingelagerter Polymerschicht. »Gießharzscheiben werden bislang zum Brand- oder Schallschutz eingesetzt. Die Produktion wird nun ein wenig abgeändert«, kommentiert Gödeke weiter. »Die Polymere werden als dünnflüssige Masse zwischen zwei Glasscheiben eingegossen. Unter UV-Strahlung verwandeln sie sich in eine feste Schicht.« Ab einer bestimmten Temperatur - sie lässt sich bei der Herstellung einstellen - verändern die in der Polymerschicht eingelagerten Kristalle ihre Struktur. Die zunächst durchsichtige Fensterscheibe trübt sich.

Doch an einem sonnigen Wintertag kann die Sonne ungehindert ins Haus scheinen, damit die Solarenergie passiv genutzt werden kann. Denn erst Temperatur und Strahlungsintensität zusammen setzen die Veränderung in Gang. »Ist die Scheibe erst einmal opak, muss die Temperatur um 5 bis 10 Grad sinken, beispielsweise über Nacht, damit wieder eine klare Durchsicht möglich ist«. Die kostengünstigen Scheiben eignen sich als Sonnenschutz für Wintergärten, Lichtkuppeln, Gewächshäuser oder Automobile, dienen als Blendschutz für Oberlichter und Überkopfverglasungen in Bahnhöfen und Museen oder bewahren Solarkollektoren vor Überhitzung.

Derzeit läuft eine Langzeitstudie mit ersten prototypischen Fensterscheiben in Stuttgart und Arizona. Marktreife Produkte sind in ein bis zwei Jahren zu erwarten.

Dr.-Ing. Holger Gödeke Alle veröffentlichten Beiträge sind |

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Holzhäuser bei grauer Energie im grünen Bereich
22.06.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen
22.06.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau