Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstig vom Plattenbau zum Energiesparhaus

05.09.2005


uni-kassel.de


Kasseler Forscher setzen auf österreichische Hightech-Fenster

... mehr zu:
»Fenster »Plattenbau »Sanierung

Das von den Kasseler Forschern entwickelte Projekt SOLANOVA zur ökologischen Sanierung der Plattenbauten in Ungarn, nimmt nun neue Formen an: In der entscheidenden Renovierungsphase tritt der Fensterhersteller Internorm als innovativer Projektpartner hinzu. Der größte österreichische Fensterproduzent erfüllt die strengen Kriterien der Forscher. Die modernen Fenster lassen Wohnräume in den Sommermonaten nicht zu warm werden. Der Einsatz kleiner Klimageräte wird dadurch hinfällig.

Dass Geld eine große Rolle dabei spielt, davon kann Projektmanager Andreas Hermelink von der Universität Kassel ein Lied singen. "Es ist uns gelungen die Kosten inklusive der ungarischen Mehrwertsteuer auf 300 Euro pro Quadratmeter inklusive der Ladenetage im Parterre zu senken", erklärt der Experte im Interview mit pressetext. Auf technologischen "Schnickschnack" mussten die Forscher aufgrund der finanziellen Vorgaben verzichten, denn es galt, ein Pilotprojekt zur Sanierung der Plattenbauten für die ehemaligen Ostblockländer zu schaffen, das praktisch überall einfach und günstig angewendet werden könne.


Die Vorgaben waren hart, denn es war auch wesentlich, dass die Bewohner während der Sanierung in den Wohnungen bleiben können. "Die Vorbereitungszeit hat zwei Jahre gedauert. Dabei mussten wir Projektpartner und Finanzierer finden", wie Hermelink berichtet. Hauptgeldgeber sind die EU und das ungarische Umweltministerium. Im Falle des Pilotptojekts in der Industriestadt Dunaujvaros gab der Bauherr, der Fernwärmebetrieb der Stadt, auch noch Geldmittel, so dass die Kosten für die Bewohner niedrig bleiben.

Bis 80 Prozent wollen die Experten die Heizkosten senken. Damit entspricht der Plattenbau der Energieeffizienz eines Super-Niederigenergiehauses. "Bei der Planung der Maßnahmen haben wir alle Register gezogen, um die Belastung für die Bewohner so gering wie möglich zu halten", so Hermelink. Das Gebäude, das für das Pilotprojekt verwendet wurde, ist ein siebengeschossiges Wohnhaus mit einer Ladenetage im Parterre. Zunächst wurde die Fassade isoliert und die Fenster getauscht. Das Kasseler Forscherteam hat im österreichischen Fensterhersteller Internorm einen idealen Projektpartner gefunden. "Die Fenster, die hier verwendet werden, wurden extra für dieses Projekt adaptiert", berichtet Hermelink. Zuvor hatten die Wissenschaftler zahlreiche Untersuchungen hinsichtlich der Ökobilanz und der Herstellungskosten gemacht. Die Fenster sind ein wesentlicher Bestandteil des Projekts wie Hermelink meint.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Heizung: "Wir konnten die Zahl der Heizkörper im Haus um mehr als die Hälfte reduzieren", meint Hermelink stolz. Darüber hinaus ist die Temperatur der neuen Heizkörper wesentlich niedriger. Eine Komfortlüftung sorgt mit eingebautem Wärmetauscher dafür, dass die von außen einströmende Frischluft mit der Wärmeenergie der Abluft erwärmt wird. Geheizt wird, wie in fast allen Plattenbauten mit Fernwärme. "Bis Ende Oktober wird der Umbau fertig sein", so Hermelink. "In der ersten Winterperiode folgen weitere Messungen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.internorm.at
http://www.uni-kassel.de
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050809047

Weitere Berichte zu: Fenster Plattenbau Sanierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops