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Stadiondächer - Moderne Arenen gegen den Wind

17.08.2005


Wo Stürme und Stürmer zugleich angreifen - Bochumer Windingenieure prüfen Dachkonstruktionen

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Eleganz und Leichtigkeit haben ihren Preis: Sie machen Dachkonstruktionen moderner Fußballstadien empfindlich gegenüber Wind und Schnee. Neue Normen bieten hohe Sicherheit, doch zunächst für Standardformen. Windingenieure um Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Höffer (Aerodynamik und Strömungsmechanik im Bauwesen, Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB) präzisieren die Norm und machen den Weg frei für mehr Gestaltungsfreiheit bei der Architektur.

Was die Norm erlaubt


Die bautechnischen DIN-Normen mit der neuen Norm "Windlast" (DIN 1055-4) verbessern die Sturmsicherheit von Stadien und bieten einen Rahmen für die Bemessung großer, weitgespannter Stadionüberdachungen. Die Norm bezieht nun auch den Einfluss des Geländes um das Stadion, eine aktualisierte Windzonenkarte und ein Verfahren zur Erfassung der Böenresonanz mit ein. Und doch lassen sich mit den Basisdaten am Bauwerksstandort selbst mitunter die Bemessung präzisieren und das Bauwerk optimieren, wie die Ingenieure etwa anhand der AWD-Arena, Hannover (ein Stadion der Fußballweltmeisterschaft), des Stadions Borussia Mönchengladbach, der MSV-Arena Duisburg oder des Dortmunder Westfalenstadions zeigen.

"Unter einem Dach": Bauphase und Endzustand

So erwies sich etwa die neue Pylonen-Hängekonstruktion des Dortmunder Westfalenstadions als ein nichtschwingungsanfälliges Tragwerk. Die Ingenieure konnten auf konstruktive Maßnahmen zur Erhöhung der Steifigkeit - wie den Einbau zusätzlicher Schwingungsdämpfer - verzichten. Dagegen wurde für die besonders windgefährdeten Bauphasen bei der MSV-Arena, Duisburg, ein spezielles Verfahren angepasst. Das Tragwerk müsste somit nicht für die Bauphase strenger bemessen werden, als es der Endzustand erforderte - was nicht zuletzt Kosten sparte. Voraussetzung war allerdings, dass die Wetterlage während des gesamten Bauzeitraums über den Deutschen Wetterdienst beobachtet und das offene Stadionrund zur Tribüne hin schräg abgespannt wurde.

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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