Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erlanger Wissenschaftler stellen Innenstadtstudie vor - Stadtzentrum ohne Ecken und Kanten

12.07.2005


Recht familienfreundlich und gepflegt, nicht gerade langweilig, aber doch etwas ideenlos und wenig spannend - so sehen Einwohner und Besucher die Innenstadt Erlangens. Das haben Forscher um Prof. Dr. Fred Krüger vom Institut für Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden. Im Auftrag der Stadt und des City-Managements untersuchten die Erlanger Wissenschaftler Aufenthaltsqualität, Angebotsvielfalt und Attraktivität des Erlanger Stadtzentrums; außerdem erforschten sie das Konsumverhalten der Innenstadtbesucher. Studierende hatten dazu im November und Dezember 2004 und im März 2005 im Erlanger Zentrum Passanten gezählt und insgesamt 2600 von ihnen ausführlich befragt. Die Studie wird am 12. Juli 2005, um 19 Uhr, im Ratssaal des Erlanger Rathauses der Öffentlichkeit vorgestellt.



"Unsere Studie offenbart wichtige, bisher kaum ausgeschöpfte Entwicklungspotenziale. Recht gute Noten erhielt die Innenstadt in punkto Familienfreundlichkeit und Sauberkeit, dies wird aber mit einer gehörigen Portion Langeweile erkauft", resümiert Prof. Krüger. "Auswärtige Besucher, die etwa 40 Prozent der Passanten ausmachen, haben ein deutlich positiveres Bild von der Innenstadt als die Erlanger", berichtet der Experte für Stadtplanung und Stadtentwicklung.

... mehr zu:
»Innenstadt »Stadt »Stadtzentrum


Doch noch ist für die Erlanger Innenstadt nichts verloren. Nach Überzeugung der Wissenschaftler ist eine Aufwertung des Stadtzentrums möglich, ohne massiv in bestehende Strukturen eingreifen zu müssen. Sie empfehlen kleine, aufeinander abgestimmte Maßnahmen. So könnten Bahnhofs- und Hugenottenplatz sowie die Fußgängerzone zu Orten ausgebaut werden, die stärker zum Verweilen einladen. Entlang der Straßen seien zwar zahlreiche Cafés und Restaurants zu finden, es fehle dort allerdings an Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Konsumzwang.

"Der Bereich zwischen Hugenottenplatz und Südlicher Stadtmauerstraße ist das Scharnier der Innenstadt. Hier halten sich mit Abstand die meisten Besucher auf. Nur wenige durchqueren die gesamte Innenstadt von Nord nach Süd oder umgekehrt", berichtet Prof. Krüger. "Es erscheint uns sinnvoll, die Altstadt und die südliche Innenstadt von dieser Scharnierstelle aus zu stärken und auch die östliche Innenstadt um den Bohlenplatz besser anzubinden." Interessant sei in diesem Zusammenhang auch die jüngste Entwicklung der Unteren Karlstraße und der Weißen Herzstraße: Diese Bereiche erfreuten sich wachsender Beliebtheit bei den Passanten. Besonders spannend ist diese Entwicklung auch deshalb, weil sie sich von der Nord-Süd-Achse löst und bisher eher vernachlässigte Seitenstraßen in West-Ost-Richtung erfasst.

Die meisten Besucher, so haben die Wissenschaftler herausgefunden, nutzen den Aufenthalt in der Innenstadt zum Einkaufen und Bummeln. Doch mit dem Angebot seien die Kunden nicht ganz zufrieden: Sie wünschten sich mehr Bekleidungs-, Lebensmittel- sowie Fachgeschäfte. Die Innenstadtbesucher bemängelten außerdem die vielfach zu kurzen oder uneinheitlichen Öffnungszeiten der Läden.

Die Studie liefert die Grundlagendaten für ein integriertes Handlungskonzept zur Innenstadtentwicklung, das die Stadt Erlangen im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Finanziert wurde die Untersuchung aus Mitteln der Städtebauförderung (Bund-Länder-Programm II).

Weitere Informationen

Prof. Dr. Fred Krüger
Institut für Geographie
Tel.: 09131/85- 22641
fkrueger@geographie.uni-erlangen.de

Annette Willman-Hohman
Amt für Stadtentwicklung
und Stadtplanung, Erlangen
Tel.: 09131/86-1301

Martina Wucher
City-Management Erlangen
Tel.: 09131/8951-0

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Innenstadt Stadt Stadtzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Ein Korsett für schwache Stützen aus Beton
12.10.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Raumwunder im Hinterhof
12.10.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise