Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bio-Kompresse - Mauerwerksentsalzung im Denkmalbereich mit Hilfe von Mikroorganismen

24.08.2001


Frau Dr. Natalia Lesnych (li.) und Frau Anja Drobig (re.) bei Laboruntersuchungen an der Hochschule Wismar zum Verfahren der Mauerwerksentsalzung mit Bio-Kompresse


Seit fast einem Jahr arbeitet ein interdisziplinäres Forscherteam von Bauingenieuren und Biologen des Fachbereiches Bauingenieurwesen der Hochschule Wismar unter Leitung von Prof. Dr. Helmuth Venzmer gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege Fulda (DZHD) und der Universität Hamburg an einem alternativen Konzept zur Entsalzung oberflächennaher Schichten salzbelasteter Mauerwerke mit Hilfe von Mikroorganismen, das eine erfolgreiche Anwendung besonders im Denkmalbereich verspricht.

Nitratbelastungen bilden ein großes Schadenspotential insbesondere für historische Mauerwerke. Einmal intensivieren sie die Feuchtigkeitsaufnahme aus der Luft und zum anderen entstehen Schäden im oberflächennahen Mauerwerkbereich durch ständige Wechsel von Trocknung und Befeuchtung. Die fleckige Struktur der Oberfläche und immer wieder auftretende Salz-Ausblühungen sind das äußere Zeichen dieses Zustandes.

Bei herkömmlichen chemischen Umwandlungsverfahren kamen z.T. Verbindungen zum Einsatz, die das Erdreich und damit die Umwelt erheblich belasten. Es wird im gegenwärtigen Projekt das Ziel verfolgt, schädliche Verfahren durch umweltfreundliche zu ersetzen. Diese Forschungsarbeiten im Fachbereich Bauingenieurwesen der Hochschule Wismar werden durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Osnabrück (DBU) und durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin gefördert.

Gegenwärtig wird unter Laborbedingungen das Ziel angestrebt, die klassische Entsalzungs-Kompresse durch Verwendung neuer Materialien zu verbessern. Das Textil wird zusätzlich mit nitratabbauenden Mikroorganismen ausgerüstet. Die Kompresse soll unter bestimmten Umständen wiederverwendet werden können. Die bisher erzielten Ergebnisse zeigen, dass auch unter Praxisbedingungen, also am Mauerwerk, Nitratabbau zu erwarten ist.

Das Forscherteam braucht jetzt Hilfestellung in der Region bzw. im Land, denn in der Folgezeit müssen die mikrobiologischen Entsalzungen durch Bio-Kompressen von der Labor- auf die Bauwerksebene übertragen werden. Dazu benötigen die Wissenschaftler geeignete Gebäude, die eine Belastung mit Nitraten aufweisen.
Derartige Maßnahmen sind z.B. an Ruinen, die langjährig frei bewittert waren und mittlerweile austrocknen, sinnvoll. Insbesondere historisch wertvolle Objekte kommen in Frage, weil das neue Verfahren der Mauerwerksentsalzung keine Eingriffe ins Mauerwerk erfordert und somit


zerstörungsfrei arbeitet. Auch bisherige Kompressenwechsel, wie sie bei klassischen Verfahren immer wieder erforderlich waren, können entfallen.

Am 13./14. September 2001 wird im Zeughaus Wismar ein zweitägiges Kolloquium unter anderem zur Anwendung von Bio-Kompressen an Bauwerken stattfinden. Rückfragen bitte an Herrn Prof. Dr. Helmuth Venzmer, Hochschule Wismar, Fachbereich Bauingenieurwesen, Tel 03841 / 75 32 31,
E-Mail: h.venzmer@bau.hs-wismar.de

Dipl.-Ing. Kerstin Baldauf | idw

Weitere Berichte zu: Bio-Kompresse Mauerwerk Mauerwerksentsalzung Mikroorganismen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten
22.02.2017 | Bayerische Forschungsallianz GmbH

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie