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Institut für Geo und Umwelt vermisst historisches Gebäude mit 3-D-Laserscanner

09.06.2005


Dass man Möbel verrückt, wirft niemanden vom Stuhl; und dass man Bäume versetzt, wirft keinen um. Doch das ganze Gebäude versetzt werden, gehört sicherlich nicht zu unseren alltäglichen Beobachtungen.


Dieses historische Gebäude wird ins Freilichtmuseum Beuren versetzt. Die Hochschule Biberach hat die in der Vorbereitung notwenidgen Vermessungen übernommen. Mit einem 3-D-Laserscanner. Hochschule Biberach


Scan des historischen Gebäudes. Hochschule Biberach



Ein historisches, fünfhundert Jahre altes landwirtschaftliches Gebäude in der Nähe von Zwiefalten wird derzeit tatsächlich versetzt; neuer Standort soll das Freilichtmuseum Beuren im Landkreis Esslingen werden. Bei einer solchen Translozierung bedarf es einer sehr umfangreichen Bestandsaufnahme der alten Bausubstanz, natürlich auch einer detaillierten Vermessung. Dazu wurde eine beispielhafte Kooperation zwischen dem Freilichtmuseum Beuren (Landkreis Esslingen) als Bauherr, der Firma JaKo Baudenkmalpflege (Rot an der Rot ) als Auftragnehmer und dem Institut für Geo und Umwelt an der Hochschule Biberach gebildet.

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Das Institut für Geo und Umwelt der Hochschule Biberach verfügt seit Mitte vergangenen Jahres einen 3-D-Laserscanner, mit dem beliebige Objekte dreidimensional erfasst werden können. "Gerade ein solch altes Gebäude, an dem wirklich nichts mehr rechtwinklig ist, eignet sich für eine Scanneraufnahme hervorragend!" berichtet Prof. Dr. Hans Quasnitza von der Hochschule Biberach. So konnte die Außenhaut und Teile des Inneren des Gebäudes Zentimeter für Zentimeter abgetastet und so der heutige Bestand dokumentiert werden. Auch wenn das Haus abgebaut ist, kann man in dem virtuellen 3-D-Modell die Einzelheiten des alten Gebäudes noch erkennen und bestimmte Details auch dann noch nachmessen, wenn das Gebäude schon lange nicht mehr steht. "Spannend", so Quasnitza, der an der Hochschule Biberach im Studiengang Bauingenieurwesen Vermessungskunde lehrt und innerhalb des Institutes das Labor für Vermessung leitet, "wird ein Vergleich des später aufgebauten Hauses mit dem früheren, im Scan festgehaltenen Zustand sein."

Der Umzug in das Freilichtmuseum erfolgt nicht direkt, sondern über den Umweg der firmeneigenen Lagerhalle, in der das Gebäude aufgebaut und wenn nötig, von Wind und Wetter geschützt, restauriert wird. Zur Versetzung setzt die Firma JaKo immer neue, innovative Verfahren ein, um möglichst schonend, aber auch wirtschaftlich vertretbar den Umzug durchzuführen. Ein Beispiel: Unter dem Gebäude liegt ein schützenswerter Gewölbekeller aus Naturstein, der mit umziehen soll. Den Keller will die Firma JaKo komplett nach Beuren versetzen. "Vermutlich sind wir die Ersten in Deutschland, die sich an so etwas heranwagen", sagt Bernd Jäger nicht ohne Stolz. Gemeinsam mit seinem Bruder Martin - Absolvent der Hochschule Biberach - leitet er die Firma als Geschäftsführer. Prof. Quasnitza und Bernd Jäger haben dazu schon verabredet: "Den Keller werden wir extra scannen, damit die Außenhülle des alten Gebäudes auch wirklich komplett ist".

Eine ungewöhnliche Aufgabe für Quasnitza und seine Mitarbeiter - aber auch eine spannende: Denn über solche Projekte kann das Institut die Möglichkeiten des 3-D-Scanners ausprobieren und nutzen.

Das Institut für Geo und Umwelt nimmt gerne solche Kooperationen an. Ansprechpartner ist Prof. Dr. Quasnitza am Institut für Geo und Umwelt der Hochschule Biberach unter 07351 582-317 oder quasnitza@fh-biberach.de

Anette Schober-Knitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-biberach.de

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