Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Phase drei für Sonderforschungsbereich 528: "Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung"

31.05.2005


Der Sonderforschungsbereich (SFB) 528 "Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung" geht in die Verlängerung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat jetzt die dritte Phase der Forschung in Dresden rund um diesen innovativen Verbundwerkstoff bewilligt. "Damit können wir unsere erfolgreiche Forschung für weitere drei Jahre fortsetzen!" freut sich der Sprecher des SFB 528, Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach vom Institut für Massivbau der TU Dresden.

... mehr zu:
»Beton »Bewehrungen »Carbon »Stahl

Der Schwerpunkt der interdisziplinären Arbeit von mehr als 50 Wissenschaftlern aus acht Einrichtungen liegt in der Verstärkung von Bauwerken mit Hilfe von textilbewehrtem Beton. Fünf Institute der Fakultät Bauingenieurwesen und je eins der Fakultäten Maschinenwesen bzw. Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften (alle TU Dresden) sowie das Institut für Polymerforschung sind beteiligt. In 16 Teilprojekten untersuchen sie Detailfragen - von Glasfilamenten und deren Schlichten bis zur Bemessung von Bauteilen und der Garantie der Dauerhaftigkeit. Dabei ist fächerübergreifende Forschung und gegenseitige Zuarbeit der Spezialisten die Regel. Häufig werfen Ergebnisse der Arbeit neue Fragen auf, und auch die allgemeine Entwicklung hinterlässt ihre Spuren: "Teilweise wechseln wir von Glas zu Carbon, weil das Preis-Leistungsverhältnis von Carbon nahezu täglich günstiger wird." sagt Prof. Curbach. Die Festigkeit von Carbon ist sehr hoch, und das bislang deutlich teurere Material bietet weitere Vorteile bei den für Bauwerke wichtigen Langzeiteigenschaften.

Der Sonderforschungsbereich "Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung" wird seit dem 1. Juli 1999 von der DFG gefördert. Die nun bewiligte dritte Phase dauert bis zum 30. Juni 2008. Damit stehen pro Jahr etwa 1,5 Mio Euro für Personal und Sachmittel bereit.


Hintergrund zum SFB 528

Beton vermag großem Druck stand zu halten, doch nur rund ein Zehntel dieser Kraft verträgt er bei Zugbeanspruchung. Deswegen wird Stahl dem Beton als Bewehrung beigefügt. Doch Stahl neigt zum Rosten. Deshalb muss er mit einer genügend dicken Schicht von Beton umgeben sein, die das Rosten verhindert. Die Kombination beider Stoffe führt dann sozusagen konstruktionsbedingt zu einer bestimmten Mindestdicke und damit auch zu einer bestimmten Masse.

Deswegen versucht man seit einigen Jahren, statt Stahl alkaliresistente Glasfasern zu verwenden, um schlanke, leichte und korrosionsbeständige Bauten zu erstellen. Professor Peter Offermann vom Institut für Textil- und Bekleidungstechnik und Professor Manfred Curbach vom Institut für Massivbau haben in Zusammenarbeit mit weiteren Wissenschaftlern der TU Dresden den Textilbeton entwickelt, den man z.B. ideal zum Verstärken von alten - mit Stahl bewehrten - Bauwerken verwenden kann. Doch der neue Verbund wirft viele Fragen auf, muss er doch den Anforderungen der Bauingenieure an die gewünschte Sicherheit im Bauwesen entsprechen.

Antworten auf diese Fragen versuchen die mehr als 50 Professoren, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter vom Sonderforschungsbereich 528 mit einem Budget von rund 1,5 Mio Euro pro Jahr zu finden.

Kurzform:

Textilbeton eröffnet den Weg zum superleichten Bauen. Ein Grund für das Gewicht herkömmlicher Bauteile liegt in der Schutzfunktion der Betondeckung, sie soll den Stahl vor der Korrosion bewahren. Die textilen Fasern können hingegen in extrem dünnwandige Betonteile eingesetzt werden und ermöglichen eine optimal an den Kräftefluss angepasste Bewehrungsführung. Daraus ergeben sich faszinierende neue Möglichkeiten beim Bauen!

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Beton Bewehrungen Carbon Stahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Holzhäuser bei grauer Energie im grünen Bereich
22.06.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen
22.06.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik